• Nun scheint es, dass eBooks langsam gefestigt im Buchmarkt angekommen sind. Und zumindest die Reader ihre erste, kleinere Krise zu stemmen haben.
    In Großbritannien wird bei einem der größten Buchhandelsketten der Kindle verbannt.
    Warum? Sinkende Verkaufszahlen.
    Wie es scheint kommen nur sehr wenige Neuverkäufe von Readern hinzu. Leute die bereits einen besitzen, benötigen keinen weiteren (warum auch), müssen maximal ihr Altgerät ersetzen und haben auch keine Notwendigkeit bei Readern technisch "mit der Zeit zu gehen". Denn eBooks lesen, das können die Modelle alle.


    Ein netter, kurzer Beitrag dazu ist hier zu finden.

  • Mal im Ernst. Man verkauft weniger kindle-Reader, aber mehr Bücher. In einer Buchhandlung. Irre. Wieviel Schnitzel verkauft ein Bioladen, der sich auf Veganer spezialisiert...?


    Ja, ein Buch Print ist ein Buch eBook. Ich kaufe aber ein eBook nicht in einer Buchhandlung (Ich = ich). Ich kaufe das online. Mag ich Amazon, kaufe ich die eBooks dort. Frage. Wer geht bitte in eine Buchhandlung, kauft dort einen kindle-Reader und dann bei Amazon die eBooks? Wieviele von 100 Amazon-Kunden machen das? 0? 1?


    In der Tat. Auch ich habe seit x Jahren einen kindle Reader. Ich brauche keinen neuen. Und wer keinen Reader kauft, kann auch, habe ich mir sagen lassen, auf dem Handy Texte lesen. Das sollen nicht wenige tun.

  • Ich packe das jetzt mal hier hin, weil es hier mMn noch am ehesten passt.


    Digitales kontra analoges Lesen


    Der Text ist zwar schon mehr als ein Jahr alt, aber ich bin jetzt erst über ihn gestolpert, und ich finde ihn sehr lesenswert. Vor allem, weil es darin weniger (bzw. eher gar nicht) darum geht, was jetzt besser oder schlechter ist - ein Buch oder ein eBook zu lesen - sondern mehr darum, wie wir lesen, und ob es Unterschiede gibt, wie wir uns das Gelesene abhängig vom Medium merken (und warum das vielleicht so ist).


    Lustigerweise stehen da ein paar Sachen, die sehr gut zu meiner - zugegebenermaßen noch sehr diffusen - "Theorie" passen, warum z.B. für mich das Lesen auf einem eBook-Reader wesentlich schlechter funktioniert, als wenn ich ein Buch (oder eine Zeitschrift etc.pp.) lese. (Und die in mir auch so allmählich die Frage aufkommen lassen, ob es möglich ist, dass manche Bücher - eine bestimmte Art Bücher - als eBook ganz generell eher nicht so gut funktionieren.)

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Recht einfach: ich stimme voll und ganz zu und stelle mich in die ""Haptik-Ecke". :D

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Glen Cook - Garret takes the case

  • Interessantes Thema. Ich finde die Aussage des Interviews jedoch recht schwammig und knapp.

    Meinen Reader möchte ich nicht mehr missen. Ich nutze ihn hauptsächlich für die Onleihe unserer Bibliothek. Und auf dem Gerät sind keine Spiele oder ähnliche Ablenkung. Nur ein paar Fotos in schwarz weiß.

    Der eigentliche Anschaffungsgrund war und ist der Platzmangel. Das ist auch noch der große Vorteil von eBooks. Der Preis ist beim Kauf meist kein nennenswerter Unterschied. Nervig und unübersichtlich finde ich die Regelung bezüglich Besitz eines eBooks. Da ist es mit einem echten Buch schon einfacher. Ich kaufe es und besitze es. Wenn ich es gelesen habe kann ich es behalten, verleihen, verschenken etc. wie ich will. Das hat für mich deswegen und auch der Haptik wegen eine ganz andere Wertigkeit. Von daher kaufe ich mir auch ein Buch in Papierform, wenn es mir wirklich wichtig ist. In manchen Fällen auch in mehreren Ausgaben.

    Ob ich mir Inhalte deswegen besser merken kann kann ich nicht sagen. Ich treffe eben vorher schon die Auswahl. Die eBooks sind Geschichten, die ganz nett klingen und ich zur Unterhaltung schnell mal nebenbei lese. Ab und an entdeckt man da auch echte Perlen. Bei Papierbüchern erwarte ich eher die faszinierenden Geschichten in die man richtig eintauchen kann.

  • Als ich meinen ersten kindle 2010 kaufte, war es für mich noch gar nicht relevant, inzwischen hat es sich für mich zum wichtigsten Grund entwickelt, auf dem eReader zu lesen: die veränderbare Schriftgröße.


    Wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag vor dem Computer mit viel Textarbeit nach Feierabend zu einem Buch greife und lese, verschwimmen mir bei kleiner Schriftgröße irgendwann die Buchstaben vor den Augen. Auf dem eReader ist mir das noch nicht passiert, da kann ich immer entspannt lesen.


    Wenn ich in der Buchhandlung ein Buch in die Hand nehme und beim Aufschlagen sehe, dass die Seiten mit kleiner Schrift (10pt oder kleiner) eng bedruckt sind und eventuell die Buchstaben auch noch eng gesetzt sind, lege ich es direkt wieder weg, weil ich weiß, dass mir das auf Dauer zu anstrengend zum Lesen sein wird. Wenn es sich um ein relativ dünnes Buch handelt, wie zum Beispiel die meisten bei Golkonda, dann geht es noch, dann lese ich immer dann darin, wenn meine Augen noch nicht so erschöpft sind. Aber bei einem dicken Wälzer und allem über 300 Seiten ist das für mich sofort ein Ausschlussgrund.

  • Ich verschleße mich immer noch ein wenig vor E-Books. Ich habe ein Tablet, mit Amazon Kindle Reader installiert, aber (fast) das Einzige, was ich als E-Book lese sind Kurzgeschichten, die ich anderweitig nicht bekommen kann Die E-Books, die ich habe, zähle ich auch nicht wirklich zu meiner Sammlung...


    Zum Einen muss ich einfach ein Buch in den Händen halten, um wirklich Spaß dabei zu haben, zum Anderen kann ich mich, warum auch immer weniger auf ein E-Book konzentrieren oder lese weniger an einem Stück. Wenn ich sehe, dass es bestimmte Bücher nur als E-Book gibt, denke ich schon gar nicht weiter drüber nach (die einzige Ausnahme ist die Shadow of the Apt Reihe, da es diese im Bundle mal recht günstig gab...aber ich habe es doch nie gekauft, da es E-Books sind).


    Und obwohl ich den Hintergrund und die Schrift anpassen kann auf meinem Tablet, strerngt es meine Augen doch irgendwie mehr an als an klassisches Buch.

    "See ya in anotha life brotha!"
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    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • Dass es da nochmal einen signifikanten Unterschied gibt, glaube ich gerne. Es mag sicherlich auch besser zu lesen sein als auf einem Tablet.


    Allerdings ändert das für mich nichts an der haptischen Erfahrung ein richtiges Buch in der Hand zu haben und im Regal stehen zu sehen. Für mich fehlt einfach etwas beim digitalen Lesen...

    "See ya in anotha life brotha!"
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    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • Ich muss bei diesem Thema auch immer an solcher Art Bücher denken...schön illustriert (auch etwas, das ich lieber "irklich" vor mir habe, als digital) oder die, die als Gesamtwerk wesentlich mehr bieten als nur Text...sei es The Unfortunates, House of Leaves, Bats of the Republic, Scorch Atlas (ein Buch, das ich immer noch aufzuteiben versuche), oder gar Ship of Theseus, was für mich immer noch als das beste Gesamtwerk eines "Einzelbandes" darstellt, das in meinem Regal steht und wohl von diesem Platz nicht mehr verdrängt wird. Allein die vielen Goodies, die darin enthalten sind, machen es einfach zu etwas ganz Besonderem.


    Letzteres gibt es sogar als Kindle E-Book, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, wie sie das auf akzeptable Weise gelöst haben wollen...

    "See ya in anotha life brotha!"
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    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • Letzteres gibt es sogar als Kindle E-Book, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, wie sie das auf akzeptable Weise gelöst haben wollen...

    "Ship of Theseus" habe ich ja auch im Regal stehen. Ganz wunderbares Kunstwerk. Kann mir das auch nciht vorstellen. Finde schon vereinzelte Fußnoten im eBook nervig.


    Eine schöner Ersatz ist das eBook aber für die amerikanischen Mass Market Paperbacks, die billigen Taschenbücher auf grobem Papier mit verschmierbarer Tinte, die man gar nicht richtig aufklappen kann und oft den ersten Buchstaben im Satz erraten muss.

  • Ich hab einen Tolino von meiner Schwiegermutter geerbt und schon zwei eBooks drauf gelesen, sowie einiges auf meiner eBook-App im Handy.

    Ist nix für mich. Jedes Buch, dass ich nicht in echt hab, ist ein tief bohrender Elfendolch in meiner Brust.


    Aber ich lese natürlich auch so schon den halben Tag am Rechner virtuelle Texte und Codezeilen. Ich verstehe auch, was den Unterschied zwischen eBook-Reader und eBook-Lesen auf anderen Geräten ausmacht, aber für mich sinds halt immer noch in erster Linie einfach nur eBooks. Und gerade bei deutschen Büchern kaufe ich mir für ein paar Euro mehr lieber das Papierexemplar.


    Aber eBooks-machen ist schon ein großer Spaß, so als Programmierer.

  • Für mich ist es immer noch die klare Entscheidung: Alles, was es gedruckt gibt, kaufe ich mir als Buch, meinen eReader habe ich nur für diejenigen Texte (meist "exklusive Kurzgeschichte zum Roman" :motz:), die es eben ausschließlich elektronisch gibt. Und die lese ich mit deutlich weniger Freude als das ordentliche Buch, es ist einfach ungemütlich, finde ich (wahrscheinlich verbinde ich elektronische Texte einfach immer mit Arbeit :pinch:). Außerdem kann mir das niemand mehr nehmen, aber wenn der Reader kaputt geht oder der Anbieter mit Lizenzen spinnt … nun, ich misstraue der Elektronik und meide sie wo möglich.

  • Der Text ist interessant, allerdings überrascht mich, dass das Interview nicht überarbeitet wurde. Das liest sich oft ziemlich umständlich und "alltagssprachlich" - gerade diese Unsitte mit dem ", weil ...".


    Zum Thema hätte ich mir gewünscht, dass van der Weel ein bisschen Position bezieht. Das will er nicht, aber ich empfinde das als schwammig, da vieles, was er sagt, sehr wohl in negative Richtung geht. Oder gehen würde, wenn er ein bisschen weiterdenken würde. Dass der Einsatz der Hände/Finger eine tiefere Bedeutung für unser Gehirn hat als einfach nur die bloße Bewegung an sich es ist, habe ich in neurobiologisch ausgerichteten Texten schon häufiger gelesen, und es wäre dann doch sehr spannend zu wissen, wie es sich auswirkt, wenn ich z.B. möglichst viel nur noch "unhaptisch" tun würde und immer mehr digital.


    Ich habe in anderen Texten zu dem Thema auch mal die These gelesen, dass es am räumlichen Speichern liegt, weshalb digitale Texte nicht so gut in Erinnerung bleiben. Bei mir funktioniert das tatsächlich; ich habe Lieblingsstellen im Buch, da weiß ich immer noch, ob sie oben oder unten und auf einer rechten oder linken Seite standen...


    Wenn ich hinzunehme, dass wir ja in bestimmter Hinsicht immer noch Steinzeithirne haben und es "damals" immens wichtig war, dass man sich im Raum zurechtfinden konnte und wusste, was wo im "Raum" war, also ob der Säbelzahntiger von rechts oder links kam, könnte ich mir vorstellen, dass da wirklich was dran ist und ich nicht nur ein EInzelfall bin.


    Jedenfalls, ich habe immer noch keinen ebook-Reader, und für meine Schottland-Reise habe ich mir zwar ein Buch mit schottischen Märchen und Legenden aufs Tablet geladen, aber dann doch lieber einfach nur in die Welt gestarrt ...

    www.notizen-aus-anderswo.de
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    "An eagle flies only as high as the sky. But a silver swan, reborn from its funeral pyre, flies to the stars." David Zindell
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  • Ich habe in anderen Texten zu dem Thema auch mal die These gelesen, dass es am räumlichen Speichern liegt, weshalb digitale Texte nicht so gut in Erinnerung bleiben. Bei mir funktioniert das tatsächlich; ich habe Lieblingsstellen im Buch, da weiß ich immer noch, ob sie oben oder unten und auf einer rechten oder linken Seite standen...

    Interessant, mir geht es genau so.

    Allerdings bin ich bei englischen Büchern fast ganz auf den Kindle umgestiegen, einfach weil ich da schnell Wörter nachschlagen kann, und dann sind viele englische Taschenbücher qualitativ einfach eine Enttäuschung. Die fallen einem ja in den Fingern auseinander. Ausnahmen mach ich bei den Büchern der Subterranean Press, die sind echt hübsch (aber leider auch echt teuer).

  • Zum Thema hätte ich mir gewünscht, dass van der Weel ein bisschen Position bezieht. Das will er nicht, aber ich empfinde das als schwammig, da vieles, was er sagt, sehr wohl in negative Richtung geht.

    Ja, das meine ich mit schwammig. Er deutet immer eher die negativen Seiten an, will sich dann aber davon distanzieren. Die Antworten sind auch immer recht ähnlich.

    Dann soll er doch auch ein paar positive Seiten nennen, auch wenn die meisten vermutlich eher praktischer Natur sind.