Buchgedanken...

  • Zitat

    Original von Magro
    So nun bin ich auch hier gelandet! Hübsches Forum! :daumen:


    Ich habe gerade den ersten Band von Roger Zelaznys Amber Zyklus "Corvin von Amber" durchgelesen. Sprachlich ist es meiner Meinung irgendwie etwas unüblich gestaltet für Fantasy: Ausschweifende Beschreibungen gibt es selten und selbst viele Kämpfe und Schlüsselszenen werden nur recht kurz beschrieben.


    Daran merkt man, dass die Amber Bücher schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Ich habe immer so den Eindruck, dass die älteren Bücher eher kurz und knackig waren, und die Protagonisten und ihr Denken und Fühlen eher zweitrangig. Die ersten fünf Amber Romane haben mir auch gefallen. Die weiteren sollen aber deutlich schwächer sein. Von daher wende ich mich lieber meinem SuB zu.


    Grüße
    Wurling

  • Yepp. Nach Amber 1-5 sollte man aufhören. Oder zumindest seeeehr viel Zeit verstreichen lassen. Denn Amber 6-10 sind wirklich deutlich schwächer als die ersten fünf.


    Andererseits schlägt auch ein schwacher Zelazny immer noch viel von dem, was momentan so auf dem Markt rumkreucht und Buchstabenspuren hinter sich herzieht ...


    Grüße
    Gerd

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Zitat

    Original von Wurling
    Daran merkt man, dass die Amber Bücher schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Ich habe immer so den Eindruck, dass die älteren Bücher eher kurz und knackig waren, und die Protagonisten und ihr Denken und Fühlen eher zweitrangig.


    Dazu paßt auch die Tatsache, daß heutzutage kaum mehr Bücher veröffentlich werden, die entweder in einer allwissenden Perspektive (mit Wechseln von Charakter zu Charakter für Innensicht) geschrieben sind, und auch kaum welche mit einem nicht tief in den Figuren steckenden personalen Erzähler, sondern fast ausschließlich welche mit personalem Erzähler, der möglichst alle Regungen der Figur übermittelt. Das scheint das Ding zu sein, das gerade am besten ankommt, also irgendwie emotionales Mitgerissen-Werden durch die Gefühle und Augen des Protagonisten. Ich lese das ja auch gerne, aber ich frage mich schon, wie die Entwicklung zu stande gekommen ist. Ich denke, ein guter allwissender Erzähler ist auch viel schwieriger erfolgreich umzusetzen als ein personaler.
    Gruß vom Käferl

  • Also, ich weiß nicht ob das im alten Forum noch gesehen wurde. Bei Waylander der Graue (9ter Band der Drenai Saga - David Gemmell) habe ich nie den letzten Satz auf der letzten Seite verstanden.
    Der ergibt für mich einfach keinen Sinn. (ACHTUNG: wer das Buch noch nicht gelesen hat jetzt nicht weiterlesen.)
    Warum weiß Tanya, dass sie in einer anderen, ich sage jetzte einmal "Ebene" tot ist? :nixweiss:

    „Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.“ Sören Kierkegaard

    Einmal editiert, zuletzt von HAHA ()

  • Zitat

    Original von HAHA
    Also, ich weiß nicht ob das im alten Forum noch gesehen wurde. Bei Waylander der Graue (9ter Band der Drenai Saga - David Gemmell) habe ich nie den letzten Satz auf der letzten Seite verstanden.
    Der ergibt für mich einfach keinen Sinn. (ACHTUNG: wer das Buch noch nicht gelesen hat jetzt nicht weiterlesen.)
    Warum weiß Tanya, dass sie in einer anderen, ich sage jetzte einmal "Ebene" tot ist?


    Den habe ich noch nicht hier auf dem Sub, aber mal ganz kurz als Anmerkung HAHA:...
    Du mußt hier nicht mehr mit Farben arbeiten, es gibt dafür 2 bbcodes - [ spoiler] blalblablba [ /spoiler] und [ secret ] blablablabla2 [ /secret ]. Ohne Blanks sieht das dann so aus:


    und


    [secret] blablablabla2 [/secret]

  • Grumbel. Bin mal zwei Wochen nicht da und schon seid ihr verschwunden. Da ich euch jetzt wiedergefunden habe (danke Wurling) ist hier mein post zu BLOOD BOUND:


    Es gibt doch noch Wunder! 3 Tage vor der offiziellen Veröffentlichung hat mir amazon.de BLOOD BOUND von Patricia Briggs zugesendet. Schlimmes Mädchen das ich bin, habe ich Uni geschwänzt und stattdessen gelesen. Es war toll! Ich schwebe noch immer im Lese-Hoch!
    Mercy ist sicherlich der beste und faszinierende weibliche Hauptcharakter, den die Paranormale Fantasy derzeit zu bieten hat (nicht zuletzt weil sie Vernunft hat und sich ihrer Grenzen bewusst ist).
    Die Nebencharaktere stehen ihr in nichts nach. Normalerweise besteht bei einer derart starken Hauptfigur die Gefahr, dass die Nebencharaktere blass wirken oder ins Stereotypenhafte abgleiten, aber das Gegenteil ist der Fall. Sie alle wirken unglaublich real und sind äußerst liebenswert (bis natürlich auf die, die unsympathisch sein sollen). Viele von ihnen stammen aus ethnischen und sozialen Randgruppen wie man sie in den Tri Cities (Schauplatz) auch wirklich vorfindet.
    Schade ist nur, dass das Buch mit 304 Seiten ziemlich kurz ist. Nicht weil der Leser irgendwie zu kurz kommen würde, sondern weil man gerne länger genießen würde. Aber Briggs Geschichten dauern so lange wie sie dauern - öhm, damit meine ich, dass sie sie nicht künstlich streckt sind, sondern das jedes Wort goldrichtig platziert ist und Spannung, Charakterentwicklung und Emotionen äußerst effizient eingesetzt werden.
    Na ja. Auf jeden Fall ist BLOOD BOUND düsterer als sein Vorgänger, MOON CALLED. Es gibt weniger spritzige Schlagabtäusche und mehr Blut und Gewalt. Außerdem hat Mercy mit inneren „Dämonen“ zu kämpfen, wie ihrer Vergangenheit, den zwei Männern in ihrem Leben und ihrem Bedürfnis nach Unabhängigkeit (keine Sorge, Mercy ist keine zweite Anita bzw. Merry). Die Handlung ist straffer, sehr gut durchdacht und bietet tolle Spannungsmomente und einen wundervoll abgerundeten Schluss. Ich bin sehr gespannt wie es mit Mercy weitergeht.


    Synopsis von BLOOD BOUND:
    Mercy weiß es besser. Jeder mit ein bisschen Vernunft (und zuwenig Macht) zollt den Vampiren Tribut und geht ihnen ansonsten aus dem Weg. Das gilt besonders für Skin-Walkers wie Mercy, die von den Untoten gejagt werden. Doch erstens ist Stefan für einen Vampir ganz in Ordnung und zweitens schuldet Mercy ihm einen Gefallen. Deswegen begleitet sie ihn zu einem Treffen mit einem abtrünnigen Vampir, das ganz schrecklich schief geht. Und schon watet sie hüfttief in Vampiren, Dämonen und anderen zahnreichen Wesen.



    Grüße von Monika

  • So, nun habe ich Bakkers "Schattenfall" fertig. Uff, anstrengend, aber es lohnt sich. Bakker zeichnet eine sehr düstere Welt, in der der Glaube eine wichtige Rolle in den Ränkespielen der einzelnen Gruppierungen spielt.
    Von der Atmosphäre her hat mich das Buch an Eriksons SdG erinnert. Auch einige Protagonisten meine ich wiederzuerkennen. Achamian bspw., habe ich immer wieder mit Historiker Duiker in verglichen. Und trotzdem ist das Buch eigenständig und nicht abgekupfert.


    Ich bin gespannt, was aus Kellhus und Cnaiür wird. Überhaupt läßt Bakker mich noch sehr im Dunkeln tappen, obwohl die Absichten einiger bereits klar sind - oder?


    Grüße
    Wurling

  • Ich bin mit "das Vermächtnis" von R. A. Salvatore fertig geworden.
    Nun ich bin ganz froh darüber, dass es mehr zu Drizzt zu lesen gibt, auch das es zumindest in eine neue (hoffentlich) Abwechslungsreiche Geschichte geht.
    Was ein bisschen nervt ist, dass sich einiges Wiederholt (Endkampf Drizzt - Entreri, die fünf Freunde in den Tunnel die gegen eine Übermacht kämpfen usw).
    Was mich auch nicht wundern würde ist, wenn einmal in einem Band von Salvatore ein Wesen überlebt, obwohl man ihm 90% des Kopfes vom Hals gerissen hat.......Die Hauptpersonen überleben einfach alles und die Nebenpersonen sterben zu früh und viel zu einfach, das geht mir auch langsam auf den Wecker. Wobei ich es aber auch nicht so drastisch haben will, wie es Martin in seinem LvEuF macht, da passiert den Hauptpersonen schon wieder zu viel (Wobei das sicherlich Geschmackssache ist).
    Und dann kommt in dem Band schon wieder ein Scheintot :O

    „Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.“ Sören Kierkegaard

  • Hab endlich Ich und die anderen" von Matt Ruff zu ende gelesen. Was soll ich sagen? Am Ende wurde es so spannend, dass ich das Buch nicht mehr zur Seite legen konnte.
    Wie immer, finde ich, lässt sich das Buch mit keinem anderen vergleichen, auch nicht mit den beiden Vorgängern.
    Es ist kein Fantasy, aber Ruff spielt sehr interessant mit den Perspektiven, aus denen die verschiedenen Persönlichkeiten einer Figur die Ereignisse erleben. Wirklich spannend wirds, als eine weiterer multipler Charakter auftritt.
    Hm, sehr schwer zu erklären.
    Jedenfalls ist das Buch nicht ganz so witzig wie "GAS" oder "Fool on the Hill", aber auf seine ganz eigene Art sehr fesselnd.


    4,5 von 5 Mottenkeksen

  • Ich hab nun endlich "The Thousandfold Thought" von R. Scott Bakker gelesen. Was für ein Finale. "The Warrior Prophet" hatte ja die eine oder andere Länge und in "The Darkness That Comes Before" mussten ja erst die Charaktere zusammengebracht werden. Hier aber kommt (fast) alles zusammen.

  • So, ich habe nun mit dem "Herrn aller Herrscher" Kay's Sarantium-Reihe abgeschlossen. Nachdem sich mein - tja wie soll ich es ausdrücken?- leichtes Unbehagen(?) im Laufe des 2. Buches gelegt hat, war ich dann doch wieder gefesselt.
    Was soll ich nun sagen, was zu Kay's Büchern noch nicht gesagt wurde?
    Der Mann hat's einfach drauf - PUNKT- AUS - ENDE....


    Wie immer nach einem richtig gutem Buch, weiss ich nun nicht so genau, womit es weitergehen soll.
    Gleich der nächste Kay (Tigana)? Oder zurück nach Malazan?
    Bin ich dafür schon bereit? Außerdem habe ich hier nur Band 6 zu liegen, also warte ich liebe bis nach meinem Geburtstag, ob da nicht der nächste Band hier reinschneit. ;)


    Nach einigem Hin und Her habe ich mich nun für "A Shadow in Summer" von Daniel Abraham (wieso wird dieser Name im Buch eigentlich Danial, mit umgedrehtem 2. a geschrieben? :gruebel: ) entschieden. Eigentlich weiss ich nicht wirklich, was mich hier erwartet und so kann ich mich also völlig erwartungsfrei und unvoreingenommen in die Geschichte stürzen...
    :lesen2:

    Derzeitige Lektüre: G.A.S. - Matt Ruff / Ditte und Giovanni Bandini

    Einmal editiert, zuletzt von elora ()

  • ich habe nun "Prelude to Dune - House Atreides" beendet. Hat sicherlich nicht das Format von Dune, also dem 1. Band von Herbert, aber ich denke mit den Nachfolgern in der Originalreihe kann es mithalten.
    Sicher sind einige Ereignisse schon bekannt (dass Letos Vater Paulos in einem Stierkampf stirbt, ist nun wirklich kein Geheimnis), aber es ist doch ganz interessant, wie es dazu kam.


    Durchaus lesenswert, hoffe die andern beiden Bücher der Trilogie (House Harkonnen/Corrino) sind genau so. Werd ich ja sehen, liegen ja hier rum. :D

    "What I was going for was, you know, how is your life?"
    "Just like everyone else's. Subject to entropy, decay, and eventual death. Thank you for asking."

  • Zu Bohemés Eindruck zu »Ich und die Anderen« von Ruff:
    Da dies einer meiner absoluten Herzblutautoren/bücher ist, freut mich Deine gute Meinung. Und ich stimme zu: dieser dritte Roman von Ruff ist nicht mehr so ›witzig‹, auch wenn es immer noch genug stellen gibt, an denen zumindest ich laut und lang gelacht hab. Obs ›Fantasy‹ ist oder nicht? Für mich taugt Ruff immer (und mit Buch 3 besonders), um sich mal wieder genauer zu fragen, was denn nun Fantasy/Phantastik ist. »Ich und die Anderen« nenn ich deshalb gerne ›Psycho-Fantasy‹; andere Lande, Queste, Engel und Dämonen kommen ja alle vor :-)


    Grüße
    Alex / m.—

  • alex :


    Ich bin allerdings noch immer am Grübeln, ob mir der englische Titel "Set this House in Order" oder der deutsche besser gefällt. :gruebel:
    Irgendwie sind beide ziemlich treffend, obwohl ich das Gefühl hab, dass man sich bein englischen mehr gedacht hat.


    Wo auch immer man die Matt Ruff-Romane einordnen will, für mich sind es eine ganz eigene Gattung der Literatur. Auf alle Fälle sehr kreativ.

  • Soo, da will ich auch mal.
    Zuletzt gelesen: Spiel der Götter Band 7, "Das Haus der Ketten".


  • Weiteres Geplänkel zu »Ich und die Anderen« von Matt Ruff:
    Bohemé, ich find klar den Originaltitel besser; immerhin gibt er explizit die im Prolog umrissene Mission von Andy wider. Zudem eine Kleinigkeit, die leider nicht übersetzt wurde: der Nebentitel »A romance of souls«; weil einmal damit klar ein Bezug zu jener anglo-amerikanischen Romantradition gemacht wird, in der Protags und Geschehnisse ein bischen größer und ungewöhnlicher als die normalen Alltäglichkeiten sind. — Wenn man die Bezeichnung mag, dann kann man Ruff in die Schublade mit ›Qualitäts-Postmoderne‹ stecken. Er gehört zu den Autoren, die sich mit jedem Buch Inhaltlich neu erfinden und auch die Form immer gut zu variieren wissen. Das macht ihn reizvoll für alle möglichen Leser, denn Ruff macht immer ne gute Figur in mehreren Disziplinen: als Humorist oderr Satiriker, als Phantast und Märchen-Erneuerer, als jemand, der Soap- und Thriller-Elemente zu einem feinen Drall vermengt, als Geschichten in der Geschichen-Verschachtler.


    ›Wir‹ Fantasy-Phantasten erwarten ja, daß er mal seine weiteren Tierfantasy-Projekte vorantreibt. Sein Nächstes, »Bad Monkies«, klingt je eher danach, als ob er sich wieder in etwa der Sparte von »G.A.S« tummelt; durchaus augenfällige Zeitgeist-Diagnostik in pikaresque Satire gekleidet.


    Grüße
    Alex / molo

  • Eben habe ich "Das himmlische Kind" (Glückssucher 3) ausgelesen. Ok, das Buch hatte, im Gegensatz zu den beiden Vorgängern, einige Längen, aber wenn ich die Trilogie nochmal gedanklich Revue passieren lasse, bin ich der Meinung, eine erzählerische Sinfonie gelesen zu haben. Und nun bin ich fast etwas traurig, dass sie zu Ende ist - ausglesen - schade. Ähnlich ergangen ist es mir bisher nur bei Matt Ruffs "Fool on the Hill", ohne aber beides (inhaltlich) miteinander vergleichen zu wollen.


    Bleibt mir nur die Hoffnung, dass es nicht das letzte Buch von Steve Cockayne war, welches ich im Deutschen lesen konnte.


    Edit: Auch die Übersetzung scheint mir sehr gelungen, denn der sprachliche Fluß war wirklich klasse. Andreas Heckmann scheint hier eine tolle Arbeit abgeliefert zu habe. (nach der Leseprobe von Bakkers "Schattenfall" war ich doch eher skeptisch)



    Grüße
    Wurling

  • @ Molo & Keksmotte: Na wenn ich das hier so lese, dann freu ich mich noch mehr darauf den bald lesen zu können, sobald ich meinen letzten Töpferjungen durch habe. Bin schon seit Weihnachten darauf gespannt "Ich und die anderen" zu lesen.