Buchgedanken...

  • Nochmal ich, dieses Mal mit Justin Cronin's The Twelve


    Nachdem ich von Band 1 schon sehr überrascht war, bin ich dann doch mit etwas höheren Erwartungen in Band 2 gegangen und habe mir eine gewisse Route ausgemalt, die das Buch gehen könnte. Es hat kaum ein Kapitel gedauert bis ich festgestellt hatte, mein Plan wird nicht ansatzweise aufgehen. Cronin hat hier doch eine völlig andere Richtung eingeschlagen muss ich sagen - und ich kann auch verstehen, wenn der ein oder andere diese Umstellung gar nicht mochte. Zugegeben, für mich war es auch ein bisschen Umgewöhnung und neues Herantasten und ich bin mir nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung war, dieses Buch so aufzubauen, denn



    An sich ist diese Mechanik erst einmal kein Problem. Erikson hat es auf ähnliche Weise in den MBotF gemacht...allerdings sind die Charaktere, die in Band 2 viel Screentime bekommen alles andere als Charaktere, denen man folgen wollte oder würde. Einer davon erinnerte mich auch an die moderne und erwachsene Variante von King Jorg von Mark Lawrence, sodass ich den als PoV nicht unbedingt gebraucht hätte. Die anderen neuen Figuren im Fokus geben sich da auch nicht sehr viel mehr, sodass ein Großteil des Buches von sehr interessanten Szenarien, mit allerdings weniger tollen Charakteren erzählt wird. Man atmet dann immer wieder auf, wenn man altbekannte Charaktere liest, die man im ersten Buch schon mochte und deren Weiterentwicklung begleiten will.


    Und auch wie schon im ersten Band gibt es hier und da Kapitel und Passagen, die sich Cronin eigentlich hätte sparen, oder definitiv kürzer hätte fassen können, wenn ich auch verstehen kann aus welchem Grund er sie länger gestaltet hat aber- zugegeben, langweilig war das Buch nie - es wäre auch gut ohne sie ausgekommen. So hatten wir zumindest einen kleinen Einblick in das vorherige Leben mancher Nebencharaktere und deren Backstory, die im ersten Band für kurze Zeit eine nette Präsenz hatten. Leider verlaufen manche dieser Nebenstories sehr schnell im Sand bzw. enden ziemlich abrupt ohne wirkliche Spannungskurve oder emotionalen Payoff...sie sind halt einfach irgendwann fertig und werden nicht mehr angesprochen. Das fand ich besonders in einem Fall etwas schade.


    In der zweiten Hälfte treibt das Buch die Story rasant voran, sehr vieles an Story wird zum Ende hin augenscheinlich sogar beendet, allerdings auf eine sehr günstige, einfache und stupide Art und Weise, die für mich weniger episch (als wohl erhofft) und mehr "Öhm, ok, das wars also?" empfunden wurde. Ganz besonders vor dem Hintergrund, dass ja noch ein ganzes Buch folgt, das sogar mehr Seiten hat als Band 2.


    Ein weiterer Negativpunkt für mich war, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen, die in Band 1 mit sehr viel Sorgfalt aufgebaut wurden hier eigentlich keine richtige Weiterentwicklung gefunden haben. Da auch hier nochmal ein kleiner Zeitsprung geschieht am Anfang werden verschiedene Dinge einfach abgewickelt mit "recently she changed further and further away, but nobody knew why". Das ist dann doch schon etwas zu einfach und auch über das ganze Buch hinweg ändert sich daran leider nicht viel. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Und leider Gottes treten diverse Charaktere, die eigentlich tot geglaubt oder abgehandelt waren wieder mit Einfluss auf die Bühne und andere, die eigentlich eine Story vor sich hatten wurden quasi im Off zwischen Band 1 und 2 "herausgeschrieben". Auch schade.


    Insgesamt liest sich das Buch dennoch gut, die Reise ist noch nicht zu Ende vielleicht erfährt sie auch mehr Fokus auf die ursprünglichen Charaktere aus Band 1. Oder zumindest erhält Band 3 neue Charaktere, die jedoch angenehmer zu lesen sind, als die, mit denen man sich hier zum Großteil befassen musste. Insgesamt klingt die Rezension jetzt stark nach Meckern. Und ja, die erwähnten Punkte waren z.T. schon störend, allerdings war das Buch immer noch gut - die altbekannten Charaktere haben immens Spaß gemacht und auch die erste "Hälfte", an der sich viele stören, fand ich als Einblick in diese Zeit eigentlich auch sehr interessant. Also insgesamt immer noch ein überaus solides bis gutes Buch, nachdem ich mich immer noch auf Band 3 freue, nur bei meiner Antizipation was passiert wesentlich mehr zurückhalten werde. Das lasse ich dann einfach auf mich zukommen.


    Also: 6,5-7/10 (eher 6,75+)

    "See ya in anotha life brotha!"
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  • Late to the party, but


    Ich habe gestern Clarkesworld 125 beendet, da Simone Heller glaube ich, hier vor einem Jahr aufgrund ihrer Geschichte selbst darauf aufmerksam gemacht hat. Mir war das Magazin bis dahin unbekannt, weswegen ich den Hinweis nutze, um es kennenzulernen. Mir hat die Geschichte "How Bees Fly" sehr gefallen! :) Ich fand es sehr schön beschrieben, wie schwer es ist, sich von seiner eigenen Sichtweise zu distanzieren und eine Neubewertung vorzunehmen. Die restlichen Geschichten haben mir ebenfalls sehr gefallen, da die völlig unterschiedlichen Ansätze einer möglichen Zukunft bzw. unterschiedlichen Erzählstile (bspw. K.J. Parkers "The Dragonslayer of Merebarton" mit seiner Ironie) sehr zugesagt haben.


    Ich werde mir in Zukunft sicher weitere Bände der Clarkesworld kaufen. Die Printversion für ein paar Euro ist das Geld immer wert! Falls also jemand noch eine weitere gute Ausgabe von Clarkesworld empfehlen möchte: Immer gerne :)


    Hey Feanor, besser spät als nie, hoffe ich ... Ich würde ja gern sagen, ich war damit beschäftigt, noch ne Geschichte zu schreiben, aber tatsächlich war bzw. bin ich damit beschäftigt, wie bekloppt zu übersetzen. Auf jeden Fall: Freut mich sehr, dass du es ausprobiert hast und dir die Story gefallen hat! Yay!
    Ich lese das Magazin fast immer, wenn ich es schaffe, und habe auch am meisten Spaß mit den völlig unterschiedlichen Entwürfen, Stilen und Ideen, die man da bekommt. Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich eine spezielle Ausgabe empfehlen kann, aber meine Lieblinge letztes Jahr waren "Sunwake, in the Lands of Teeth" von Juliet Wade in Nr. 127 (sehr strange Story über die Erforschung/Beeinflussung einer außerirdischen Kultur), und zumindest zwei der restlichen Geschichten in der Ausgabe fand ich noch sehr interessant. Dann "The Secret Life of Bots" von Suzanne Palmer in Nr. 132 (eine Space Opera aus Robotersicht), auch da war der Rest durchaus spannend. Und "A Series of Steaks" von Vina Jie-Min Prasad in Nr. 124, die damit jetzt auch für den Nebula Award nominiert ist (und die ich diesen Winter in Singapur besucht habe, nachdem wir uns über Clarkesworld angefreundet hatten :D ). In ihrer Story geht es um die Lebensmittelindustrie der Zukunft und Fake-Steak.


    Und nur zur Ergänzung, wenn es mehr Richtung Fantasy gehen soll, finde ich mit die besten Storys immer in "Beneath Ceaseless Skies". Allerdings gibt's das nicht als Print-Ausgabe, glaube ich.

  • Nachdem ich M. John Harrisons Viriconium beendet hatte, wollte ich unbedingt etwas darüber schreiben, ist es doch ein absolut großartiges Werk, das mich immer noch gründlich heimsucht. Der Ritter, die Königin, der Zwerg, die Zwillingsbrüder, die Mari Lwyd und all die anderen wiederkehren Gestalten, die diese änigmatische Stadt bewohnen, gehen mir nicht aus dem Kopf. Kopf ... was hat es auf sich mit dieser seltsamen Fischmaske?
    Nun, ich sah mich nicht fähig, irgendetwas in die Welt zu setzen, was andere nicht schon besser gesagt hätten.
    Das wiederholte sich nun bei "The Course of the Heart", das mir ebenfalls das Gefühl gab, etwas tatsächlich überweltliches erlebt zu haben, mich mit der Frage zurückließ "Was ist hier gerade passiert?".
    Wenn mir durch Harrisons Bücher eines klar wurde, dann dass wahre Phantastik nicht durch das entsteht, was im Text steht, sondern eben das, was fehlt. Viriconium ist ein phantastisches Setting, eben weil man in jeder Erzählung auf eine andere Stadt trifft, deren Bewohner an jene früherer Versionen erinnern mögen, jedoch nur begrenzt etwas mit ihnen gemein haben, und keine erkennbaren kanonischen Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten bestehen. Es ist eine Traumwelt, in der Dinge wie Chronologie, Identität oder Kausalität ihre Bedeutung verlieren.
    Das magische Ritual bzw. Experiment an dem Pam, Lucas, und der Erzähler unter Yaxleys Leitung teilnehmen wirkt phantastisch, eben weil sich niemand entsinnen kann, was damals eigentlich geschehen ist.
    Ich werde auf jeden Fall mehr von M. John Harrison lesen und die Bücher, die ich bereits besitze, irgendwann erneut lesen.

    “If you make people think they're thinking, they 'll love you; but if you really make them think, they'll hate you.” - Harlan Ellison

  • The Never King - James Abbott (Mark Charan Newton)


    Xavir Argentum, einst einer der größten Krieger des Reiches und Vertrauter des alten Königs, wird in Hell´s Keep gefangengehalten, nachdem er in Ungnade gefallen ist. Eines Tages kommt ein Spymaster aus seiner Vergangenheit in das Gefängnis und erzählt ihm, dass er vom neuen König betrogen wurde, der jetzt sein eigenes Volk abschlachtet. Also fasst Xavir den Plan auszubrechen und den König und seine übernatürlichen Verbündeten zu bekämpfen.


    Das klingt jetzt, als ob der Gefängnisausbruch eine größere Rolle spielen würde, ist aber nicht der Fall. Der Gefängnisausbruch ist sehr schnell vorbei und die Geschichte geht schnell dazu über, sich mit Verbündeten zu treffen, Anhänger auszubilden, sich an Mitverschwöhrern des neuen Königs zu rächen und eine Armee aufzubauen.


    Dabei erinnert der Roman sehr an David Gemmell, besonders Ritter dunklen Rufs, was aber Absicht ist, da Newton auf seinem Blog geschrieben hat, dass er einen Roman in Tradition von Gemmell schreiben wollte, also genau richtig für mich.


    Das Buch ist zwar abwechselnd aus der Sicht von verschiedenen Charaktären geschrieben, die sich aber meistens ungefähr am gleichen Ort befinden. Die Charaktäre selbst sind dabei etwas Zweckmäßig, es gibt also definitiv tiefgründigere und interessantere Figuren, was mich aber nicht sonderlich gestöhrt hat.


    Ich habe mich extra entschieden, die englische Version zu kaufen, trotz schickem deutschen Cover, nachdem ich mehrfach gehört hatte, das Buch währe der Start einer neuen Reihe. Auf seinem Blog bezeichnet Newton das Buch allerdings als Standalone. Das Ende ist auch einigermaßen abgeschlossen, es bleiben allerdings diverse Dinge offen, weshalb man gut und gerne eine Fortsetzung schreiben könnte.
    Ich hatte Newton´s Legends of the Red Sun ja schon auf dem Schirm, durch den Never King sind sie aber nochmal ein Stück nach oben gerutscht.

  • Hier geht es zu meiner Besprechung von »Rocking the Forest«, der Funny Animal Fantasy von Cornelius Zimmermann.


    Zitat

    Die große Stärke des Buchs ist seine Sprache bzw. der Wortschatz. Während die Sätze recht schlicht strukturiert sind, verleiht der putzige bis verschrobene Wortschatz dem Roman einen gewissen Charme und kommt besonders bei den musikalischen Darbietungen zu tragen, die eine Tiefe erreichen, die in der restlichen Geschichte ein wenig fehlt. Wald und Wiesenprosa auf LSD.

  • Beneath Ceaseless Skies

    Hey Feanor, besser spät als nie, hoffe ich ... Ich würde ja gern sagen, ich war damit beschäftigt, noch ne Geschichte zu schreiben, aber tatsächlich war bzw. bin ich damit beschäftigt, wie bekloppt zu übersetzen. Auf jeden Fall: Freut mich sehr, dass du es ausprobiert hast und dir die Story gefallen hat! Yay!
    Ich lese das Magazin fast immer, wenn ich es schaffe, und habe auch am meisten Spaß mit den völlig unterschiedlichen Entwürfen, Stilen und Ideen, die man da bekommt. Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich eine spezielle Ausgabe empfehlen kann, aber meine Lieblinge letztes Jahr waren "Sunwake, in the Lands of Teeth" von Juliet Wade in Nr. 127 (sehr strange Story über die Erforschung/Beeinflussung einer außerirdischen Kultur), und zumindest zwei der restlichen Geschichten in der Ausgabe fand ich noch sehr interessant. Dann "The Secret Life of Bots" von Suzanne Palmer in Nr. 132 (eine Space Opera aus Robotersicht), auch da war der Rest durchaus spannend. Und "A Series of Steaks" von Vina Jie-Min Prasad in Nr. 124, die damit jetzt auch für den Nebula Award nominiert ist (und die ich diesen Winter in Singapur besucht habe, nachdem wir uns über Clarkesworld angefreundet hatten :D ). In ihrer Story geht es um die Lebensmittelindustrie der Zukunft und Fake-Steak.


    Und nur zur Ergänzung, wenn es mehr Richtung Fantasy gehen soll, finde ich mit die besten Storys immer in "Beneath Ceaseless Skies". Allerdings gibt's das nicht als Print-Ausgabe, glaube ich.

    Vielen Dank für deine Antwort! :) Ich werde mir die Bände und vor allem auch "Beneath Ceaseless Skies" gerne angucken, da mir dieses Konzept der Kurzgeschichten in Fantasy viel besser zusagte als ich dachte. (Da muss ich wohl auch mal diese von GRRM herausgegebenen Anthologien lesen....).


    Gelesen hab ich zuletzt Jack Vance - The Blue World in der tollen Signature Series Ausgabe. Mir hat der damalige Basteisammelband "Drachenbrut" von ihm sehr gut gefallen, weswegen ich hier zugriff und nicht enttäuscht wurde. Die Idee mit der Wasserwelt und den nicht vorhandenen bzw. kryptischen Informationen zu vielen Alltagsgegenständen fand ich sehr spannend.
    Die Reihe ist jetzt dann schon bald komplett veröffentlicht. Ich werde mir wohl demnächst mal die Lyonesse-Bände holen (obwohl man sich von da, so wie man liest, nicht mehr steigern kann bei Vance :D).

  • Zitat

    Ich werde mir wohl demnächst mal die Lyonesse-Bände holen (obwohl man sich von da, so wie man liest, nicht mehr steigern kann bei Vance [IMG:http://www.forumos.net/wcf/images/smilies/biggrin.gif]).

    Ja, die meisten scheinen entweder Lyonesse oder die Sterbende Erde am liebsten zu mögen. Die Demon Princes werden mitunter auch als die Top-Vance-Reihe genannt, weshalb ich die irgendwann angehen wollte, sollte ich jemals wieder Vance lesen.
    Lyonesse ist neben Andersons geborstenem Schwert zwar das einzige Stück epischer Fantasy, das ich ganz gelesen habe und empfehlen könnte, aber ich gehöre dennoch zu denen, die der Ansicht sind, dass die Trio nach dem ersten Band abflacht. Das soll nicht heißen, dass die weiteren schlecht wären, aber nachdem Vance im ersten Teil eine Sensibilität beweist, die man ihm auf Basis der Cugel-Geschichten etwa gar nicht zutrauen würde, gibt es im weiteren Verlauf keine großen Steigerungen mehr.

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  • Für mich ist die Lyonesse-Trilogie das beste, das ich von Vance bislang gelesen habe und da waren schon die ein oder andere hochgelobte Reihe dabei. Allerdings reichte für mich nichts auch nur annähernd an Lyonesse.


    Diese Trilogie hat mich wirklich verzaubert, besonders sprachlich gefiel mir das spitze. Mit Lyonesse hat es Vance bei mir auf eine der obersten Stufen meines Fantasy-autor Olymps geschafft - sehr sehr schön geschrieben.


    Zugegeben, der erste Band ist der beste der drei, allerdings sind die anderen beiden Bücher nur kaum merklich schwächer, also kein wirklicher, nennenswerter Abfall für mich in der Qualität. Die einzige Trilogie / Reihe die mir in den letzten Jahren annähernd so gut im Gesamten gefallen hat wie Lyonesse war die völlig unterschiedliche "Powder Mage" Trilogie, wobei auch die nicht ganz ranreichen kann. Ansonsten im Gesamtbild reicht in den letzten mehr als 4 Jahren nichts an Lyonesse für mich, besonders sprachlich.

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  • Ich hatte Newton´s Legends of the Red Sun ja schon auf dem Schirm, durch den Never King sind sie aber nochmal ein Stück nach oben gerutscht.

    Das kann ich auf jeden Fall schwer empfehlen! Hat mir extrem gut gefallen, weshalb ich froh bin, hier auch wieder eine gute Rezi über ihn gelesen zu haben! :)

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Glen Cook - Garret takes the case

  • David Zindell - The idiot gods
    Holla! Ich hab mal wieder ein Buch geschafft (is mit 3 Kids echt nicht mehr so einfach!)
    Und dann gleich so ein Glücksgriff?! Danke, Timpi und Gerd!!!
    Das Buch ist aus der Sicht eines Orca-Wals geschrieben und damit stellenweise etwas verschoben von der Sichtweise. Allerdings: genau das macht den Reiz des Buches aus! Der Wal Arjuna möchte mit den Menschen sprechen um sie davon abzuhalten die Welt weiter zu zerstören. Dass er seine Maßstäbe ansetzt um die Menschen zu beurteilen macht dabei den Reiz des Buches aus.
    Ich will wenig über den Inahlt sagen, eher wichtig ist mir - wie viele schon wissen - das Gefühl beim Lesen. Und das ist unbeschreiblich - zumindest stellenweise! Die Szenen mit den Menschen sind unfassbar toll geschrieben, der Blick "von außen" auf die Menschheit führt uns selbst unsere Fehler und Unzulänglichkeiten vor Augen. Genial gemacht! Die Reise Arjunas gegen Ende des Buches gefiel mir dann leider weniger, der Schluss hat allerdings für alles entschädigt!
    Und wenn das Valashu-Epos genauso gut endet wie das Buch, dann brauch ich dringend den letzten Band! (vorzugsweise auf Deutsch! :D)

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  • Freut mich ja, dass das ein Volltreffer war. Ich selbst bin leider noch nicht dazu gekommen, es zu lesen, aber nach deiner Begeisterung ist es definitiv das nächste Buch - ich komme leider auch nicht mehr so oft zum Lesen. Aber bis zum Forentreffen werde ich es auf jeden Fall geschafft haben. ;)


    Und was das Valashu-Epos betrifft - ich hatte damals in einem Interview unserer Zeitung vor Ort gesagt, wenn das Crowdfunding nichts wird, werde ich vermutlich 7 Jahre brauchen - und es sieht so aus, dass es dabei bleibt. Sprich: ich bin immer noch dran. Aber vorher klappt das nicht. Erstens wegen mir, und zweitens, weil ich möchte, dass gero es redigiert, und der kann dieses Jahr nicht, so lange der Erikson nicht fertig ist, genau gesagt.

    www.notizen-aus-anderswo.de
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    "An eagle flies only as high as the sky. But a silver swan, reborn from its funeral pyre, flies to the stars." David Zindell
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  • Na, wenn du das ncoh nicht gelesen hast, dann wird es aber höchste Zeit! :D
    Und glaube mir: du wirst es genaus gerne lesen wie den Valashu! ;)
    Ist halt im Prinzip die Light-Version davon! :D

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  • The Shadow Throne - Django Wexler


    Der König liegt im sterben und Geheimdienstminister Orlanko droht die Macht zu übernehmen, weshalb Janus mit Marcus und Winter nach Vordan City eilt, um Orlanko die Stirn zu bieten. Janus wird zum Justizminister ernannt, macht Marcus zum Kommandanten der Armsmen (Polizei) und schickt Winter undercover zu einer "Gruppe", bei der sie ihre Geliebte wiedertrift, während Prinzessin Raesinia, auch undercover, das Volk gegen Orlanko aufwiegelt, was sich zu einer Art Revolution hochschaukelt.


    Es ist jetzt schon 4 Jahre her, dass ich "Die tausend Namen" gelesen habe, und ein paar Dinge hatte ich anders oder garnicht mehr in Erinnerung. Aber während der erste Teil zu ca. 95% militärisch war, ist der zweite jetzt zu 95% politisch. Was zwar nicht heißt, dass es gar keine Action gibt, aber es liest sich schon anders als der Vorgänger.


    Mit Reasinia gibt es neben Marcus und Winter jetzt noch einen dritten POV-Charakter und die meisten Nebencharaktere sind auch neu. Außerdem braucht das Buch in der ersten Hälfte etwas um in die Gänge zu kommen, in der zweiten Hälfte überschlagen sich die Ereignisse dann aber regelrecht. Insgesamt wird das Buch nie langweilig und man erfährt auch mehr über die Magie, aber der Vorgänger hatte mir doch ein Stück besser gefallen.


    Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass Janus zwischendurch etwas zu "mächtig" rüberkommt, ok, extrem intelligent war er ja schon im ersten Teil, aber hier ist er teilweise regelrecht allwissend. Allerdings wird eine Erklährung dafür angedeutet, aber ich hoffe, dass es nicht (nur) darauf hinauslaufen wird. Außerdem wird diesmal angesprochen, dass niemand sein Motiv kennt und dass er vielleicht nicht "der Gute" ist, die Kirch hält ihn ja sogar für eine Art Antichrist.


    Und


    Insgesammt etwas ironisch, ich hatte die Verantwortlichen von Heyne, damals 2014, für verrückt erklährt, weil sie den "Für Fans von Game of Thrones"-Aufklemer auf "Die tausend Namen" geklebt haben, und jetzt geht es im nächsten Teil fast nur um Politik und Wexler nennt GRRM als eins seiner Vorbilder. Allerdings spielt bei Wexler´s Politik der Wille des gewöhnlichen Volkes eine große Rolle, was bei Martin ja kaum Beachtung findet. Außerdem finde ich, dass Wexler´s weiblichen Charaktere viel besser gelungen und kann auch mehr mit ihnen anfangen, als mit Martin´s (angeblich) so perfekten Frauencharakteren.

  • Den Wexler werd ich im Sommer wohl auch langsam angehen, der steht bei mir schon einige Jahre im Regal...da die Reihe nun aber offiziell beendet wurde, werde ich sie auch beginnen..


    Momentan quäle ich mich etwas durch VanderMeers "Shriek: An Afterword" durch und irgendwie wiederholt sich das Schma bei mir. VanderMeer ist komplett hit and miss...entweder es gefällt mir richtig gut, oder ich muss mich richtig durchkämpfen. Wenn sich die Regel fortsetzt und ich Shriek durchhabe sollte mir Finch wieder richtig gut gefallen...

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  • The Autumn Republic - Brian McClellan


    Fieldmarshal Tamas ist nach Adro zurückgekehrt und muss feststellen, dass die Brudanians die Hauptstadt in ihrer Gewalt haben. Währenddessen geraten Adamat, Nila und Bo in einen internen Konflikt der Adran Army, den der Verräter General Hilanska ausnutzen will, um die Armee zu vernichten und Kresemir wieder zu erwecken, der von Taniel und Ka´poel in Schach gehalten wird.


    Ist auch 4 Jahre her, dass ich die Vorgänger gelesen habe. In dem Buch passiert ziemlich viel, gefühlt mehr als in den anderen beiden, was es etwas schwer gemacht hat, eine Inhaltsangabe zu schreiben, die nicht zu viel verrät.


    Es ist auch schwer zu erklähren wieso, aber ich fand das Finale der Reihe etwas unrund. Also, wie der Krieg mit den Kez verläuft und das "es geht eigentlich um etwas ganz anderes"-Finale, obwohl mir der Showdown besser gefallen hat, als die zwei großen Schlachten vorher.


    Was mir schon in den Vorgängern aufgefallen ist, ist, dass die Kez Soldaten (fast) nie schießen und ihre Musketen nur als Speere benutzen, besonders im vergleich zu Wexler´s Büchern. Auch finde ich es schade, dass man kaum etwas darüber erfährt, was die Priviliged denn jetzt alles können.


    Insgesamt fällt das Buch für mich also im Vergleich mit "Promise of Blood" und "The Crimson Campaign" etwas ab. Ich freue mich aber auf jeden Fall auf die neue Trilogie, aber ich denke, da warte ich bis alle 3 Teile veröffentlicht sind.

  • The Autumn Republic hat mir etwas besser gefallen als noch Band 2, aber definitiv reichen diese beiden nicht an Promise in Blood heran und ich kann voll und ganz zustimmen, dass hier sehr sehr viel passiert, im Vergleich zu den anderen Bänden. Das Ende war für mich auch etwas, dass McClellan besser hätte machen können.
    Der zweite Band zu "Gods of Blood and Powder" kommt ja schon in der folgenden Woche und wenn McClellan sein Tepo beibehält ist die Trilogie nächstes Jahr auch beendet. Lange warten muss man also nicht mehr. Definitiv eine der Reihen, auf die ich mich sehr freue in den nächsten 12 Monaten.


    Ich selbst komme ja momentan leider nicht viel zum Rezensieren, allerdings blieb auch meine Hoffnung bezüglich VanderMeer aus. Nachdem ich nach langem Kampf "Shriek: An Afterword" endlich beendet hatte und immer noch hoffte, dass "Finch" besser wird, bin ich mittlerweile der Ernüchterung verfallen. 100 Seiten gelesen und der Stil, den JV hier hat gefällt mir auch nicht. Wiederum ganz anders als noch in Shriek oder Borne ist auch hier wieder eine Miese bei mir in der Mache. Ich glaube nach diesem Buch werde ich VanderMeer in Zukunft vermeiden. Begonnen mit der Southern Reach Trilogie war ich zwar nicht überzeugt, aber habe viel Potential in VanderMeer gesehen, bzw. dachte mir, dass kürzere Geschichten mir evtl. besser gefallen. Die Bestätigung gab es dann auch mit seiner Kurzgeschichtensammlung "City of Saints and Mad Men", die mir sehr gut gefallen hat (wobei, wenn ich jetzt überlege, ich mir gar nicht sicher bin, was ich von beiden zuerst gelesen hatte...) Borne hingegen als Einzelband gefiel mir dann wieder so gut, dass ich mich weiterhin bestätigt sah, dasss VanderMeer mir in kürzerer Form (nicht Trilogielänge) defintiv gefällt. Shriek hat dem ganzen einen herben Dämpfer versetzt und Finch macht es nur minimal besser aktuell. Also werde ich den guten Jeff in Zukunft wohl nicht mehr in Erwägung ziehen...schade.
    Während Shriek habe ich sogar mit meinem eigentlichen "Credo" gebrochen und parallel ein zweites Buch gelesen "The Secret History of Twin Peaks" und war echt sehr angetan. Natürlich ist ads Buch nur etwas für Fans der Serie und lediglich zu lesen nach Staffel 2 und vor Staffel 3, allerdings dann macht es ordentlich Spaß, wenn man nicht genau weiß, was einen erwartet. Geschrieben in einer Art Protokollform zum Teil, mit vielen Zeitungsausschnitten, Anmerkungen, etc. des untersuchenden FBI-Agenten wirft das Buch Licht auf die Vergangenheit der Region rund um Twin Peaks und kommt auf einige der Geschehnisse vor der Serie zu sprechen, die den ein oder anderen terziären Randcharakter aus der Serie betrifft. Von Illuminati & Freimaurern bis hin zu Alienverschwörungen ist hier alles enthalten und macht echt eine Menge Spaß. Kann das Buch also nur jedem empfehlen, dem die Serie gefällt (wobei ich nach einem Re-Watch sagen muss, sie hat doch viel von ihrem früheren Charme verloren und kommt teilweise wie eine billige Soap-Opera rüber^^) Naja, die Hoffnung ist jetzt, dass Finch sich noch steigert (sind ja auch nur 340 Seiten) um dann erstmal wieder in eine ganz andere Richtung zu gehen.


    Next up then:


    Robin Hobb - The Wilfull Princess and the Piebald Prince,
    John Steinbeck - Of Mice and Men, Zachary Thomas Dodson - Bats of the Republic,
    Alfred Bester - The Stars My Destination
    bevor ich mich dann an die Divine Cities wage.


    Besonders auf Bats of the Republic freue ich mich - ich bin ja immer wieder auf der Suche nach Büchern, die mehr sind als nur Text im Einband, sondern als Gesamtwerk noch viel mehr bieten (siehe "S - Ship of Theseus", Twin Peaks, The Unfortunates, etc. Die Einzige Enttäuschung hier bislang war Mark Z. Danielewskis "House of Leaves", das anfangs interessant und spannend war, aber irgendwann völlig überhand nahm und dann auch an Reiz verloren hat und "The Familiar" in das ich gar nicht reingefunden habe).

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  • Vor ein paar Tagen habe ich City of Stairs von Robert jackson Bennett beendet und war sehr angetan.


    City of Stairs bringt etwas frischen Wind in mein Fantasyregal, mit originellem Setting, besonderer Erzählweise und frischen, tollen Charakteren, die außerordentlich Spaß machen.


    Zuerst sei gesagt CoS ist im present tense - etwas worüber ich zwar im ersten Satz gestolpert bin, aber dann nach einer Seite schon so verinnerlicht hatte, dass es gar nicht mehr aufgefallen ist. Für mich definitiv eine Überraschung, da man es doch eigentlich so gar nicht gewohnt ist, eine Erzählung in der Gegenwart zu lesen, aber es fällt (zumindest mir) in der Tat nach sehr kurzer Zeit nicht mehr auf. Also die, die sich deswegen vielleicht noch davor scheuen, können durchaus mal einen Versuch wagen.


    Das Setting / Worldbuilding hat mir auch gut gefallen. Irgendein Mix von Urban und Industial Fantasy, High Fantasy, viel Politik aber auch Murder Mystery und Crime. Eine ganz schöne Menge an Genres und Subgenres, die meiner Meinung nach super ineinander passen und sich spannend ergänzen. Ich bin ja generell ein Freund von Murder Mystery oder whodunnit's, sodass es mir hier vielleicht sogar etwas zu weit in den Hintergrund gerückt ist manchmal, aber das machen die anderen Elemente wieder wett. Die Welt zeitlich einzuordnen ist auch nicht ganz einfach...17. jahrhundert, Züge, aber erst der frühe Anfang von Schusswaffen und Schießpulver, allerdings Visionen und Projekte um sehr moderne Fortbewegungsmittel. Alles in allem ein schöner Mix, der nie langweilig wird.


    Um was geht's eigentlich? Shara ist Regierungsangestellte in Saypur (etwas angelehnt an indien) und wird entsandt, den Mord des einstigen Historikers Efrem Panguy zu ergründen und stößt in der Stadt Bulikov auf immer mehr Rätsel und Geheimnisse, denn Bulikov ist nicht nur irgendeine Stadt, sondern das frühere Zentrum der Welt und heutigen "Continents" (angelehnt an das frühere Russland), in der die Götter ihren "Hauptsitz" hatten, bevor das damals versklavte Saypur sich mit besonderen Waffen gegen diese aufgelehnt und sie (vermeindlich) vernichtet hatten. Das Resultat: Jeder vernichtete Gott zog all seine Erschaffung mit sich, sodass Bulikov ein in sich verschachteltes, in den Realitäten überlappendes Gebilde an ineinander gebauten Häusern, endlosen sowie nirgendwohin führenden Treppen und Übergänge in andere Dimensionen darstellt.


    Religion, Kultur, Gesellschaftszwänge und ein stark politisch geprägtes Rechtssystem spielen hier eine ganz besondere Rolle, wobei sehr viele Parallelen in unsere Realität zu finden sind, zum Teil, wie sie in manchen Teilen der Erde auch heute noch praktiziert werden. Eine sich dazu gesellende imperiale, elitäre Lethargie der Beamten rundet das Ganze ab, sodass Shara nicht nur feindlich gesinnte Continentals, Rebellen und den alten Religionen angehörige Sekten bekämpfen muss, sondern auch eingefahrene Strukturen in Bulikov und familiäre Gegenwehr aus der Heimat.


    City of Stairs hat für mich etwas schleichend angefangen, recht langsam, jedoch nicht zäh. Das Interesse war von Anfang an da hatte aber viel Potential zu wachsen und das tat es auch, sodass es von Seite zu Seite besser wurde. Nach gut 80 - 100 Seiten war ich dann schon so drin, dass sich die Seiten fast von selbst umgeblättert haben. Die Geschichte bekam immer mehr Schichten, das Worldbuilding wurde immer weiter ausgebaut und auch das ein oder andere Infodumping wirkte in gewisser Weise natürlich - so als stecke ein Detektiv in seinen Gedanken fest und versucht den ganzen Sachverhalt zu entwirren, indem er alles nochmal herunterspricht. Da es hier vor allem in Form von Dialogen der Charaktere geschieht, hat mich das gar nicht gestört, da ich finde, dass Bennett zum einen gute Charaktere schreibt, zum anderen auch weiß Dialoge zu kreieren, die flüssig und natürlich wirken und in ihrem Verlauf nicht gezwungen.


    Wo ich schon zum nächsten Punkt komme: den Charakteren. Gut, die Nebencharaktere in der hinteren zweiten Reihe dienen in der Tat der Fortführung der Geschichte, dafür sind die 3-4 Hauptcharaktere aber absolut spitze und unterhaltsam. Vor allem Sigrud ist eine Art Charakter, die mir immer besonders gut gefällt und auch hier ist er mein absoluter Favorit. Ansonsten wird die Geschichte von zwei starken Frauencharakteren getragen, die sich durchaus nicht verstecken müssen und in ihrer Vielschichtigkeit sehr plastisch rüber kommen. Ich hoffe in den nächsten Bänden, werden die beiden auch noch weiter ergründet.


    Die Geschichte nimmt hintenraus ziemlich viel Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich, wobei ich jedoch finde, dass das Finale ein wenig zu schnell abgehandelt wird. Oft ein Kritikpunkt von mir, der auch hier wieder greift - es geht zu einfach. Aus der Erklärung heraus irgendwo schon akzeptabel, aber einfach ein kleines "pet peeve" für mich. Ich erhoffe mir immer etwas mehr Gegenwehr, da darf der Kampf auch mal etwas länger gehen, oder der Protagonist darf diesen zu anfang auch mal verlieren - wenn Protagonisten alle Kämpfe immer von Anfang an gewinnen, stört mich das jedees Mal ein wenig.


    Das Ende selbst ist nicht 100 % in sich abgeschlossen, aber man könnte auch theoretisch hier aufhören zu lesen und einen guten Abschluss haben. Ich für meinen Teil bin aber gespannt darauf wie es weiter geht und ich bin mir sicher, RJB hat noch einige Twists mehr auf Lager, als die die im ersten Band schon aufgedeckt wurden.


    Definitive Leseempfehlung. 8/10 

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  • The Price of Valour - Django Wexler


    Nachdem am Ende des zweiten Teils die großen Mächte des Kontinents Vordan den Krieg erklährt haben, ziehen Janus und Winter wieder in die Schlach. Und während in der Heimat Maurisk mehr oder weniger die Macht an sich gerissen hat, täglich angebliche Spione, Ausländer und jeden, der sich gegen ihn äußert hinrichten lässt und die Zeitungen nurnoch seine Propaganda verbreiten, müssen Raesinia und Marcus undercover einen Mordanschlag auf sie aufklähren.


    Dieses Buch erinnert wieder viel mehr an Die tausend Namen, es geht deutlich militärischer und actionlastiger zu, es beginnt auch gleich in einer Schlacht.

    Wobei es diesmal, neben dem militärischen, noch den zweiten zivieleren Handlungsstrang gibt, der in der Hauptstadt spielt und ehr krimiähnlich angelegt ist. Allerdings braucht der etwas länger um in fahrt zu kommen und hinkt so am Anfang etwas hinterher. Auch ist in Winter´s Kapiteln irgendwie mehr los, da sie sich nicht nur mit dem Feind herumschlagen muss, sondern auch die Soldaten unter ihrem Kommando zusammenschweißen muss.


    Was mich allerdings gestöhrt hat, ist ein größerer Anschlussfehler zum Vorgänger: Dort wollte Sothe am Ende offiziell für tot erklährt werden, um aus dem Schatten über Raesinia zu wachen und herauszufinden, was Janus wirklich vorhat, da sie ihm nicht vertraut. Im dritten Teil ist sie jetzt wieder in ihrer alten Position als Raesinias Kammerzofe und lässt sich auchnoch für einen großen Teil des Buchs wegschicken. Die Zweifel gegen Janus scheinen ganz vergessen zu sein, allerdings wird er aus anderen Richtungen in frage gestellt, eigentlich sogar noch mehr als vorher.


    Das Buch hat mir wieder besser gefallen, vielleicht sogar besser als der erste Teil.


    Beim suchen nach Meinungen zu dem Buch hab ich festgestellt, dass einige Leute Wexler eine regelrechte Männerfeindlichkeit oder eine "women can do everything they want and all men are pigs"-Agenda unterstellen. Ok, die merzahl der wichtigen Charaktäre ist weiblich und sowas wie den "aufrechten weißen Mann" gibt es höchstens einmal, aber es wird längst nicht jeder Mann negativ dargestellt. Irgendwie scheinen sich manche Männer gleich angegriffen zu fühlen, wenn irgendwo eine oder mehrere Frauen wichtige Rollen besetzen. Ist für mich völlig unverständlich und ich hatte ehrlich gesagt auch garnicht über den Männer/Frauenanteil und die jeweiligen eingenommenen Rollen garnicht nachgedacht.

  • Ah, Hilfe, Spoiler...

    Der erste Teil liegt daheim - noch ungelesen!


    So, hab zuletzt auch wieder Bücher gelesen:

    Brandon Sanderson - Krieger des Feuers

    Sehr, sehr tolle Fortsetzung! Ich glaube Sanderson kommt bei mir langsam aber sicher an die Top 5 ran. Er ist kreativ, hat tolle Ideen und die Magie an sich gefällt mir immer mehr in dieser Reihe! Ich bin schwer begeistert gewesen von dem Band. Leider lässt sich jetzt sagen, dass es den 3. und 4. Teil aktuell nicht zu liefern gibt... :(


    Karl Edward Wagner, Kane "Der Blutstein"

    Toll! Danke für die Empfehlung, Käferl!

    Und ja: passt gut zu Elric und Conan! :D

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Glen Cook - Garret takes the case

  • Sorry, ich dachte, der Name des Buchs reicht als Warnung.


    Die Mistborn Trilogie wird ja gerade von Piper neu aufgelegt, der zweite erscheint da im August, also kommt der dritte vielleicht Anfang nächstes Jahr.

    Die Reihe steht auch noch auf meiner Liste für "demnächst", also vielleicht nächstes Jahr, aber da stehen mehrere größere und kleinere Reihen drauf.