Buchgedanken...

  • Karl Edward Wagner, Kane "Der Blutstein"

    Toll! Danke für die Empfehlung, Käferl!

    Und ja: passt gut zu Elric und Conan! :D

    Na, ich hoffe, du hast die anderen Bände von Kane auch (wurden die Sammelbände, wie sie in Centipede Press erschienen sind denn auch gesammelt übersetzt oder ist Blutstein da allen?) - Bloodstone fand ich gut, im Mittelteil allerdings etwas zäh. Die anderen Bände - abgesehen von Death Angel's Shadow - fand ich sogar noch wesentlich besser :D


    Wenn du allerdings an Death Angel's Shadow rankommst oder zumindest an die Geschichte "The Gothic Touch" bin ich sicher, dass die dir gefallen wird ;)

    "See ya in anotha life brotha!"
    --------------------------
    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • Dassem : schon, ich war aber zu unbedarft und hab gleich losgelesen... ;) alles okay!


    McClane : Kann ich dir gar nicht sagen. Ich hatte das Buch auf Empfehlung von Frau Forenchefin gekauft - und das nicht bereut! Ob es da noch mehr gibt... Weiterlesen würde ich auf jeden Fall! :)

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Glen Cook - Garret takes the case

  • Weiß denn jemand, ob Golkonda nach den Romanen auch die Erzählungen neu auflegt?

    Meine Bastei Sammelbände sind inzwischen zu Lose-Blatt-Sammlungen mutiert, ich wäre also wirklich nicht böse, wenn ich die ersetzen könnte...

    Was gibt es Schöneres, als sich gemütlich mit einem Buch aufs Sofa zu legen, wenn man eigentlich noch Arbeit zu erledigen hätte.

  • @ Keiler:


    Vor ein paar Jahren - sprich: zu dem Zeitpunkt, als der erste Kane-Roman angekündigt wurde - hat Hannes sinngemäß gesagt, dass man erstmal die Romane macht und dann schaut ... ;) (Ich würde momentan nicht darauf wetten, dass die Erzählungen kommen - was ich sehr schade fände - und es ist auch nur ein Gefühl, aber ... :nixweiss: )

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Guns of Empire - Django Wexler


    Über den Winter hat Janus in seiner Funktion als First Consul die Armee von Vordan neu aufgebaut. Im Frühjahr findet an der Grenze zu Murnsk eine Friedenskonferenz statt, da alle Seiten keinen großen Nutzen mehr im Krieg sehen.

    Nur Janus und der Pontifex of the Black wollen nicht aufhören, bis der jeweils Andere vernichtet ist. Also lässt Janus die Konferenz platzen und marschiert mit seiner Grand Army Richtung Elysium. Begleitet wird er von Raesinia, die ihm nicht mehr Vertraut und dabei sein will, wenn seine wahren Ziele zum Vorschein kommen, während in Elysium das Beast of Judgement versucht, den Pontifex dazu zu bringen, es freizulassen.


    Dieses Buch spielt fast ausschließlich auf dem Feldzug nach Elysium, wobei alle 3 POV-Charaktere relativ nah beieinander sind, womit es "Die tausend Namen" bisher am nähsten kommt. Machtgierige Politiker spielen kaum eine Rolle.


    Allerdings spielt Magie (eigentlich sind es ehr Superkräfte) eine größere Rolle als in den Vorgängern. Man erhält auch mehr Hintergrundinformationen als vorher.


    Insgesamt fühlt sich das Buch wie die erste Hälfte des Finales an, welhalb das Ende ("schauder") auch offener ausfällt als in den anderen Büchern, allerdings auch keine Scheunentor-Cliffhanger.

  • The Infernal Bataillon - Django Wexler


    Ein paar Monate nach dem Ende von "Guns of Empire" hat sich Janus, unter der Kontrolle des Biests, zum Imperator von Vordan und Murnsk erklährt und marschiert mit der Hälfte der Grand Amry und einigen Murnskai Truppen auf Vordan City zu.

    Marcus zieht ihm mit den loyalen Truppen unter einem neuen Kommandanten entgegen, während Raesinia nach Borel segelt, um dort um Unterstützung zu bitten und Winter von Selbstzweifeln geplagt loszieht, um das Biest of Judgement aufzuhalten.


    Insgesammt hat mir das Finale der Reihe gefallen, auf dem Weg dahin gab es aber ein paar Stolpersteine.

    Man kann das Buch gewissermaßen in zwei Teile aufteilen: die ersten zwei Drittel und das Letzte.

    In den ersten zwei Dritteln passiert eigentlich nur in Marcus´ Handlungsstrang wirklich etwas, Winter wandert zwar viel durch eine Einöde und Raesinia muss sich mit der Politik der Borelgai herumschlagen, aber kaum etwas davon spielt im Finale eine Rolle. Während ich Winter´s Abschnitte noch unterhaltsam fand, hab ich bei Raesinia´s Kapiteln schon öfter nachgeschaut, wiefiele Seiten die noch lang sind.

    Das letzte Drittel ist dann das große Finale und schließt so ziemlich alles ab, auch wenn ein Plot-Twist ziemlich aus dem Nichts kommt und ehr so wirkt, als wollte Wexler den Charakteren gegen Ende noch zusätzlich zum grübeln geben.


    Einerseits bin ich froh, dass ich eine Reihe abgeschlossen habe, auf der anderen Seite ist es schade, dass es vorbei ist.

    Aber zumindest Wexler als Autor wird mir erhalten bleiben, er schreibt ja schon an zwei neuen Reihen.

  • Robert Jackson Bennett - City of Blades


    Nachdem der erste Band der Trilogie mehr oder minder alleinstehend war mit einer kleinen Öffnung für eine potentielle Weiterführung der Story war ich recht ungewiss, was mich in diesem Band erwarten könnte. Und was dann letztendlich passierte, kam völlig unerwartet.


    Nachdem Band 1 eigentlich sehr fokussiert war auf Shara Komayd, mit Sigrud und Turyin Mulagesh als Nebencharaktere ändert Band 2 alles. Shara hat vielleicht zwei kurze Auftritte, dafür ist jetzt Mulagesh im Mittelpunkt und Sigrud spielt erneut den trockenen Nordmann Dreyling. Eigentlich kann man diesen Band meiner Meinung nach sogar fast lesen, ohne Teil 1 zu kennen, da nur sehr vage daruf Bezug genommen wird und das, was in Band 1 passiert eigentlich keinen wirklichen Einfluss auf diese Geschichte hat.


    Die Handlung spielt auf Voortyashtan, der Kriegsinsel der ehemaligen Todes- und Kriegsgöttin Voortya um (erneut) einen mysteriösen Fall des Verschwindens und scheinbaren Mords einer Regierungsbeamten aufzuklären.


    Der Band folgt etwas der gleichen Formel wie Band 1: langsamer Start, Fremder in einem recht feindlich gesinnten Land, mysteriöser Kriminalfall mit Verbindung zu einer todgeglaubten Gottheit. Und zugegeben, ich war etwas überrascht, dass die Hauptfigur aus Band 1 gar nicht auftaucht, allerdings war ich sehr angetan vom Fokus auf Mulagesh und vor allem deren Vergangenheit, die aus dem Charakter einen starken, 3-dimensionalen PoV macht. Sigrud spielt quasi wieder die selbe Rolle mit minimaler Charakterentwicklung, die mMn auch erst kurz vor Ende des Bandes stattfindet.


    Wie gesagt, auch Band 2 hat einen langsamen Start, doch das Buch nimmt ab Mitte richtig Fahrt auf, vielleicht sogar etwas mehr als Band 1. Bennett kreiert nicht nur ein paar Szenen, cinematische Szenen, die ich mir sehr gut auf der großen Leinwand vorstellen kann, wodurch ich zwischenzeitlich glaubte, dass Teil 2 mir sogar besser gefallen könnte als Teil 1.


    Das Ende war für mich dann jedoch recht unzufriedenstellend - mal wieder mein größter Kritikpunkt, wie schon so oft, geht es einfach zu leicht und zu schnell eine scheinbar unüberwindbare Herausforderung zu bezwingen. Meiner Meinung nach sollte man vielleicht die Einsätze etwas weniger hochschrauben, wenn man keine richtige Auseinandersetzung plant, sondern einen anderen Weg gehen, aber oftmals fallen diese Geschichten am Ende sehr flach (ein etwas unpassender Vergleich aber mit gleichem Problem: die ganzen Marvel-Villains: werden so hochgespielt und übermächtig dargestellt und am Ende werden Sie beim eigentlichen Kampf so abgeschwächt, dass sie von jedem Tellerwäscher bezwungen werden können...stößt mir immer sehr bitter auf...).


    Wo kann also Teil 3 hinführen? Gekoppelt an das letzte Kapitel gibt es auch hier wieder eine Öffnung für eine weitere Story, jedoch will ich mich nicht zu sehr darauf festlegen, dass die Story auch linear weiter erzählt wird. Mindestens einen Zeitsprung wird Bennett wieder einbauen - was die Divine Cities Trilogie zwar immer noch zur legitimen Trilogie macht, allerdings fühlt sie sich sehr losgelöst voneinander an mit eher episodischer Struktur, in der die Einzelbände nur sehr wage verknüpft sind.


    Alles in allem trotzdem ein grundsolides bis gutes Buch, das leider für mich schwer am Ende scheitert...


    6,5 / 10

    "See ya in anotha life brotha!"
    --------------------------
    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • @ Dassem:


    Danke für deine Gedanken zu Band vier und fünf von Django Wexlers Shadow Campaigns, die stehen hier leider noch ungelesen rum (ich komme momentan nicht so oft zum Lesen, wie ich gerne würde - und wenn, lese ich meistens andere Sachen, aber den Wexler will ich schon noch fertig lesen, denn die ersten drei Bände haben mir gut gefallen). Ich bin dann mal gespannt, wie ich mit den Längen in Band fünf klarkomme. ;)



    @ McClane:


    Ich würde City of Blades ja mindestens einen Punkt mehr geben (wenn ich denn Punkte vergeben würde), denn mir ist das Ende nicht ganz so bitter aufgestoßen wie dir. Die Problematik als solche ist natürlich - nicht nur in der Fantasy - weit verbreitet; ich weiß nicht, wie viele Serien und/oder Zyklen ich schon gelesen habe, in denen der große Gegner sich letztlich als eine Art Scheinriese* entpuppt. Aber da ich schon im Rahmen meiner SF-Sozialisation in den ersten Perry-Rhodan-Zyklen mit dem Phänomen konfrontiert wurde, kann ich inzwischen häufig mit einem Schulterzucken darüber hinwegsehen - und bei Bennetts Divine Cities überwiegen für mich klar die positiven Aspekte. (Ich glaube übrigens, dass dir der dritte Band wieder besser gefallen wird, der mMn der stärkste der ganzen Reihe ist.)



    * - wer nicht weiß, was ein Scheinriese ist, war vermutlich nie mit Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer unterwegs ... ;)

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Shadow Games - Glen Cook


    Croaker, Lady und die restlichen Fünf Mitglieder der Black Company ziehen in den Süden um Khatovar zu finden.

    Gleichzeitig wird die Stadt Taglios von den Shadowmasters bedroht.


    Bei den ersten drei Büchern hab ich erwähnt, wie Unterschiedlich sie sind. Dieses hier ist ehr ein Mix aus Elementen der Vorgänger.

    Das Buch rückt neben Croaker als Erzähler auch die Lady und die Beziehung der Beiden mehr in den Fokus.

    Auch enthält es viel Humor, soviel, dass ich mich frage, ob bei der Übersetzung der ersten drei nicht einiges verloren gegangen ist. Besonders in der ersten Hälfte habe ich sehr viel gelacht.


    Es wird auch angesprochen, wieso die Taken am Ende des ersten Buchs wie die Fliegen gestorben sind, während Limper später kaum tötbar war, was ich mich schon länger gefragt hatte.


    Rückblickend hat es doch etwas lang gedauert, bis die Black Company Taglios erreicht, allerdings steigert sich das Buch die ganze Zeit, bis zum großen Knall am Ende. Und was für ein Ende!


    Ok, ich hatte schon im Internet erfahren, dass ein bestimmter Charakter wieder auftaucht, weshalb die Auflösung von ein, zwei Rätzeln für mich ab einem bestimmten Punkt vorhersehbar war, verdorben hat mir das aber nicht wirklich etwas.


    Das Buch ist für mich neben dem Zweiten der beste Teil der Reihe bisher.


    gero :

    Ganz so schlimm fand ich die längen in "The Infernal Batallion" nicht, da gibts schlimmeres, aber es ist halt blöd, dass sowas gerade im letzten Teil passiert.

  • David Mealing - Die Seele der Welt


    Spielt in einer Welt, die an unser 17. und 18. Jahrhundert erinnert, die Parallelen sind unverkennbar, es wird Französisch gesprochen und spielt in Kolonien, die an die nordamerikanischen Kolonien dieser Zeit erinnern. Nur eben mit Magie. Eine der Hauptfiguren ist ein Indianer (auch wenn das Wort nicht auftaucht, der seinem Stamm als Wächter dient, dafür große Tiere bekämpft und tötet und deren übernatürlichen Kräfte dafür erhält. Der Schamane des Stamms kann mit Geistern reden, die in die Zukunft sehen. Dazu kommt noch eine junge Frau aus der Kolonie, die gerne zeichnet und magische Talente hat. Magie nennt man dort Knüpfen, das macht man mit Linien und komischen Bezeichnungen (ist alles etwas schwammig). Die dritte Hauptfigur ist eine Offizierin in der Armee, die in einem Kolonialkrieg zwischen die Fronten gerät.


    Mir hat das Buch insgesamt ganz gut gefallen, allerdings mit einigen Abstrichen. Mit 800 Seiten ist es ungefähr 200 Seiten zu lang. Dafür tauchen zu viele Redundanzen auf, Informationen, die mehrmals wiederholt werden, unnötige Dialoge - man hätte das Ganze gut straffen können, ohne das etwas verlorengeht. Doch trotz der Länge kommen die Beschreibungen der Personen, ihr Äußeres aber auch der Umgebungen gelegentlich zu kurz bzw. fällt insgesamt zu unausgewogen aus. Da fehlt Mealing noch das Balancing. Ein richtiger Pageturner ist das Buch auch nicht, das der eigentliche Plot dafür zu sehr im Dunkeln bleibt bzw. es keine Spannungskurve gibt.


    Trotzdem ein lesenswertes Buch mit einem erfrischenden Setting und zumindest einer wirklich interessanten Hauptfigur (Sarine) - die anderen beiden blieben mir zu sehr auf ihre Funktionen als Wächter und Soldatin reduziert (vor allem die Offizierin Erris). Wenn auch die Sache mit dem Götterkrieg jetzt keinen Innovationspreis verdient hat, das hat mich ein wenig an Raymond Feist erinnert.


    Ich bin allerdings überrascht, dass Piper das Buch als Hardcover veröffentlicht hat, scheint mir doch eine sehr gewagte Strategie bei einem Buch, das nicht das übliche Mittelalterfantasysetting hat (siehe Ken Lius Das Schwert von Dara). Fantasy mit Schusswaffen (hier Musketen und Kanonen) ist ja meist auch nicht so gefragt. Da sind 25 Euro schon eine große Einstiegshürde.


    Die Übersetzung von Simon Weinert liest sich gut und hat ein passende Wortwahl und einen guten Stil für das Setting.


    Nachtrag: Ach ja, stellenweise war es mir auch etwas zu viel Military-Fantasy-Gedöns, zu viele taktische Überlegungen usw.