Buchgedanken...

  • Ich werde ganz sicher auf das Trade warten ... wenn ich mir den Band überhaupt kaufe. ;)


    Soldiers Live war eigentlich ein guter und runder Abschluss der Reihe. Ob ich da jetzt noch einen Band brauche, der bei den Books of the North zwischenrein geschoben wird? Vor allem, nach der Erfahrung mit dem ebenfalls spät nachgeschobenen Dread-Empire-Band? Ach, ich weiß nicht, ich weiß nicht ...


    So much to read, so little time ... :cool:

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Nun ja, das Dread Empire verliert einfach dadurch, dass Bragi seltener vorkommt. Und dass leider, leider so viele Jahre vergangen sind, bis das Ende kam...

    Das ist die einzige Gefahr, die ich für die Black Company sehe... Wobei es ja doch später entstandene Kurzgeschichten gibt, die auch gut sind - die aus Fearsome Journeys hatte mir sehr gut gefallen! Deswegen ist ein Buch dazwischen... eben ein Buch dazwischen. Und wie es mit Silent weiter geht, wollte ich ja sowieso wissen. Bzw. was zwischen Band 2 und 3 eigentlich passiert ist...


    Ist denn mit einem Trade zu rechnen?

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Glen Cook - Garret takes the case

  • Ist denn mit einem Trade zu rechnen?

    :nixweiss:


    Manchmal macht Tor Books nach einem HC erst ein Trade und dann ein TB - manchmal aber auch nicht. ;)


    In diesem Fall wäre es natürlich sinnvoll, da die bisherigen BC-Bände ja alle als Trades vorliegen und afaik auch noch alle lieferbar sind; andererseits ist "sinnvoll" jetzt nicht unbedingt das erste Adjektiv, das mir einfällt, wenn ich an das Agieren von Verlagen denke ... :floet:

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Solange das Buch maßetechnisch bei mir am Ende zu den anderen Omnibusbänden ins Regal passt ist's mir recht :D Trade wäre mir aber auch lieber. Wenn das kommt, dann ja aber eh erst nächstes Jahr.

    "See ya in anotha life brotha!"
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    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • Gene Wolfe - The Shadow of the Torturer


    Das sind wohl die für mich schwersten Buchgedanken, die ich bislang formuliert habe. Hat mir das Buch gefallen? Ich würde sagen: ja. Kann ich das Buch gerechtfertigt beschreiben? Da geht der Kampf schon los.


    Die Geschichte ist erzählt aus der Sicht dees Protagonisten Severian, viele Jahre nach dem eigentlichen Geschehen. Severian war in der Ausbildung zum Foltermeister in seiner Gilde, wo er jedoch eines Tages aufgrund eines Gnadenaktes entlassen wird und sich wohl zum ersten Mal in seinem Leben außerhalb der Gilde befindet und auf eine Reise macht, die ihn - wie er direkt im ersten Kapitel sagt - auf den Herrscherthron führen wird.


    Ich wusste, dass The Book of the New Sun eine erhebliche Herausforderung sein wird und hatte mich schon so einiges ausgemalt, was mich dann jedoch erwartet hat war doch anders als gedacht. Die Geschichte hat sehr sehr viele Schichten, sodass man sehr aufmerksam lesen muss um die 100 Hinweise und Hintergrundinformationen aufzuschnappen, die Wolfe hier und da in enem Nebensatz einfließen lässt, wo sie scheinbar überhaupt keinen Bezug zum aktuellen Geschehen haben.


    Wolfe setzt außerdem ein hohes Wissen und Erkenntnisfähigkeit seiner Leser voraus, um genau zu verstehen was vor sich geht, bzw. welche interessanten Infos er dort versteckt. Nicht nur einmal habe ich ein komplettes Kapitel 2 mal lesen müssen oder oft Google zu Rate ziehen, um etwas ein wenig mehr zu verstehen.


    Was die ganze Sache erschwert ist, dass Severian als erzähler sehr unzuverlässig ist oder gar lügt. Im ersten Kapitel brüstet er sich mit einer unfehlbaren Erinnerung - er vergisst nichts - allerdings erwähnt er oft, wie er in einem bestimmten Moment etwas vergessen hat, oder momentan nicht mehr genau weiß, wie etwas von Statten gegangen ist. Weiterhin kann man sich nicht immer sicher sein, dass alles so passiert ist, wie er es erzählt. Außerdem springt er gerne mal in der Zeit hin und her und driftet ab, oder erwähnt wichtige Infos zu einem Moment erst Kapitel später in einem ganz anderen Zusammenhang.


    Gepaart damit und Wolfes sehr anspruchsvollen Stil unter Verwendung von sehr alten Worten, besonders griechischer Mythologie und anderen Religiösen Anspielungen etc. bin ich mir sicher bei meinem ersten Durchgang nur 1/3 von dem aufgeschnappt zu haben, was eigentlich aufzuschnappen ist und trotz sehr sorgfältigem Lesen sicher schon viele Hinweise einfach übersehen habe, die aufgrund meines mangelnden Wissens und Interpretationsfähigkeit etwas eingeschränkt wird.


    Unter alle dem ist die Story jedoch bislang etwas dünn und beruht mehr auf den inneren Vorgängen von Severian und den Akteuren die er trifft. Viele Geschehnisse werden sehr langsam vorangetrieben und ohne klar erkennbare Wichtigkeit. natürlich geht es uns darum herauszufinden, wie es Severian letztendlich auf den Thron geschafft hat, aber gepaart damit stehen noch so viele andere Punkte aus, wie das Aussterben der Sonne, dem Untergang früherer Kulturen (wer aufmerksam liest stellt recht früh fest, in welcher Zeitperiode die Geschichte angesiedelt ist) und noch so viel mehr.


    Hab ich alles verstanden? Mit Sicherheit nicht! Hat mir das Buch Spaß gemacht? kann man so sagen, aber dadurch ist das Buch aus sehr anstrerngend zu lesen und nicht so eingänglich wie das ein oder andere, das ich momentan lese.


    Ich werde für den Moment von einer Wertung absehen, da ich absolut nicht weiß, wie ich das Buch bewerten soll. Es ist für mich kein Meisterwerk, aber es ist schon recht besonders und kann denen Spaß machen, die kein Problem damit haben, beim Lesen zu "arbeiten". Die Symbolik im Buch ist extrem stark vertreten und zeigt sich dem geschulteren Leser vielleicht eher als mir auf den ersten Blick, die Frage ist, wie wichtig es ist, all diese Symbole und Anspielungen auf alte Mythologien zu verstehen. Interessant ist es allerdings allemal, wenn man die direkten Anspielungen auf die Vergangenheit entdeckt und plötzlich kalt erwischt wird in seiner eigenen Auffassung in welcher Zeit die Geschichte spielt.


    Insgesamt sehr interessant, wenn auch mit storytechnischen Schwächen wie ich finde, aber eien Wertung erlaube ich mir frühstens nach Beendigung alle 4, bzw. 5 Bände.


    ?/10


    P.S.: es gibt einen Podcast auf alzabo-soup, in dem 2 Leser die Geschichte Kapitel für Kapitel stark sezieren. Aufgrund der teilweise hohen Spoilergefahr habe ich den Podcast nach ein paar Folgen parallel zu meinem Lesen abgebrochen. Vielleicht beim zweiten Durchgang, wenn ich die ganze Geschichte schon einmal gelesen habe...


    Weiter gehts mit leichterer Kost: Django Wexler - The Penitant Damned und danach direkt The Shadow Throne.

    "See ya in anotha life brotha!"
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    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • McClane :


    Ich könnte jetzt Einiges zu Wolfes The Book of the New Sun sagen, aber gerade bei so einem Werk halte ich es für besser, wenn man seine ganz eigenen Leseerfahrungen macht und nicht von irgendwelchen Hinweisen oder Einflüsterungen abgelenkt wird. ;)


    Ich persönlich habe in den 80ern übrigens drei Anläufe gebraucht, bis ich in der Geschichte richtig "drin" war. Nachdem es allerdings mal "klick" gemacht hatte, war es ein tolles und in vielerlei Hinsicht einzigartiges Leseerlebnis. Ich habe damals die deutsche Ausgabe gelesen, und auch wenn die Übersetzung ein paar Schwächen hat (aber welche Übersetzung hat das nicht?), habe ich immer noch eine Menge Respekt vor der Leistung des Übersetzers, denn ohne Internet - und vermutlich auch noch ohne PC bzw. Textverarbeitungsprogramm - muss das ein verdammt harter Brocken gewesen sein. (Vor ein paar Jahren habe ich mir dann das Original gegönnt, und es war wieder ein ganz besonderes Leseerlebnis.)


    Der Vergleich hinkt vermutlich nicht nur, sondern hat ein abbes Bein (ja, ganz fürchterliches Deutsch, ich weiß ;) ), aber ein Autor, bei dem es mir ähnlich gegangen ist (und den ich auch auf Deutsch gelesen habe), ist der frühe Thomas Pynchon. Sowohl beim Buch der Neuen Sonne als auch bei V. und Die Enden der Parabel ist irgendwann ein Lesesog entstanden, der mich durch die Geschichte getragen hat, obwohl mir vollkommen klar war, dass ich viel, sehr viel nicht verstanden habe bzw. dass mir viele Andeutungen und Hinweise entgangen sind. (Heute gibt es natürlich jede Menge Möglichkeiten, sich schlau zu machen. Inwieweit die jeweiligen Interpretationsansätze dann stimmen - oder, vielleicht besser: für einen selbst stimmig und schlüssig sind - muss man dann immer noch selbst entscheiden.)

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Guter Vergleich. Wobei ich bei Wolfe kein drei Anläufe brauchte, so wie bei "Die Enden der Parabel". Allerdings ist die Lektüre (der englischen Fassung) schon so lange her, dass ich mich kaum noch an was erinnere. Nur das Blumenduell ist mir im Gedächtnis geblieben. Ein Buch, dass ich mal wieder lesen könnten, und dann auch die Fortsetzungen. Band 2 ist in meiner Masterworks-Ausgabe mitenthalten.

  • Ich könnte jetzt Einiges zu Wolfes The Book of the New Sun sagen, aber gerade bei so einem Werk halte ich es für besser, wenn man seine ganz eigenen Leseerfahrungen macht und nicht von irgendwelchen Hinweisen oder Einflüsterungen abgelenkt wird. ;)


    Ich persönlich habe in den 80ern übrigens drei Anläufe gebraucht, bis ich in der Geschichte richtig "drin" war. Nachdem es allerdings mal "klick" gemacht hatte, war es ein tolles und in vielerlei Hinsicht einzigartiges Leseerlebnis. Ich habe damals die deutsche Ausgabe gelesen, und auch wenn die Übersetzung ein paar Schwächen hat (aber welche Übersetzung hat das nicht?), habe ich immer noch eine Menge Respekt vor der Leistung des Übersetzers, denn ohne Internet - und vermutlich auch noch ohne PC bzw. Textverarbeitungsprogramm - muss das ein verdammt harter Brocken gewesen sein. (Vor ein paar Jahren habe ich mir dann das Original gegönnt, und es war wieder ein ganz besonderes Leseerlebnis.)


    Der Vergleich hinkt vermutlich nicht nur, sondern hat ein abbes Bein (ja, ganz fürchterliches Deutsch, ich weiß ;) ), aber ein Autor, bei dem es mir ähnlich gegangen ist (und den ich auch auf Deutsch gelesen habe), ist der frühe Thomas Pynchon. Sowohl beim Buch der Neuen Sonne als auch bei V. und Die Enden der Parabel ist irgendwann ein Lesesog entstanden, der mich durch die Geschichte getragen hat, obwohl mir vollkommen klar war, dass ich viel, sehr viel nicht verstanden habe bzw. dass mir viele Andeutungen und Hinweise entgangen sind. (Heute gibt es natürlich jede Menge Möglichkeiten, sich schlau zu machen. Inwieweit die jeweiligen Interpretationsansätze dann stimmen - oder, vielleicht besser: für einen selbst stimmig und schlüssig sind - muss man dann immer noch selbst entscheiden.)

    In der Tat. Ich hätte ja vorgeschlagen, dass man sich beim Forentreffen gerne austauschen könnte, aber ich bezweifle, dass ich bis dahin Band 2 durch habe. Habe jetzt erst die ersten 100 Seiten von The Shadow Throne von Wexler durch und die Woche wird ziemlich busy. Ganz abgesehen davon, dass man wohl erst richtig diskutieren kann, wenn man alle New Sun Bände einmal durch hat ^^ Bin mir aber sicher, dass das eine der wenigen Reihen wird, die ich mir öfter zu Gemüte führe (und vergleichen zu MBotF geht das ja dann recht schnell)


    P.S.: Die zwei von dir erwähnten Bücher klingen ja verdammt interessant...oh man, die Liste ist wieder gewachsen :D

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  • Mensch, McClane, hast du es noch immer nicht verstanden? Wenn Gerd auf ein Posting antwortet, bei dem steht, dass dir ein Buch gefallen hat, dann WIRD DIE LISTE LÄNGER! Das ist Gesetz! :D

    Ich sollte wohl froh sein, dass ich das Buch noch nicht gelesen habe... ;)

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  • Ach was, der Elric übertreibt mal wieder maßlos ... :kopfsch: *den Höllenfürsten zurechtstutzen ich muss*


    Ich habe die beiden Pynchon-Romane nur genannt, weil Wolfe zu lesen anders war als alles, was ich bis dahin an SF und Fantasy kannte, das Leseerlebnis an sich aber ähnlich dem war, das ich bei den genannten Pynchon-Romanen hatte.


    [off-topic] Aber mal ganz generell: Es mag damit zusammenhängen, dass die Welt (und die Auswahl an Lesestoff) in den späten 60er und frühen 70er Jahren noch eine ganz andere war - viel grauer, kleiner (und gleichzeitig größer ;) ), provinzieller, spießiger -, aber ich bin in diesen Jahren immer mal wieder auf Bücher gestoßen, die mir neue Blickwinkel eröffnet bzw. meinen Blick auf Geschichten, auf das Erzählen von Geschichten und ja, auch auf die Welt um mich herum verändert haben. Das waren z.B. Die sieben Sonnen (OT: The City and the Stars) und Verbannt in die Zukunft (OT: Expedition to Earth, eine Story-Collection) von Arthur C. Clarke, die es in der zweiten Hälfte der 60er in der Stadbibliothek gab, das war Planet der gelben Sonne (OT: City of the Chasch) mein erster Jack Vance (die gekürzte, 1970 in der Heftreihe Terra Nova erschienene Ausgabe), das war Die Insel der Toten (OT: Isle of the Dead), mein erster Roger Zelazny (1973) und das war natürlich Winterplanet (OT: The Left Hand of Darkness), meine erste Begegnung mit Ursula K. Le Guin (1974). Heutzutage würden diese Romane vermutlich keine vergleichbaren Auswirkungen auf potentielle Erstleser und -leserinnen haben, einfach weil die Welt inzwischen eine andere, das Angebot unglaublich viel größer und vielfältiger geworden ist.


    Aber lustigerweise gehören Arthur C. Clarke, Jack Vance, Roger Zelazny und Ursula K. Le Guin bis heute zu meinem Lieblingsautoren bzw. -autorinnen* (wobei ich bei Clarke längst nicht alles mag, bei den drei Letztgenannten hingegen mehr oder weniger das Gesamtwerk sehr schätze).


    * - ich hab mal eben die Grammatik der gendergerechten Sprache geopfert, weil ich gerade keine Lust habe, darüber nachzudenken, wie ich das anders formulieren könnte ;) [/off-topic]

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  • q.e.d.

    Was zu beweisen war, lieber Gerd! :D

    Und wenn ich mir so meine Lieblingsautoren ansehe, dann weiß ich genau von wem ich welche Empfehlung bekommen habe - nicht dass mich das stören würde, ich wollte nur McClane darauf aufmerksam machen! :D

    Und wir sind dir sehr dankbar dafür, lieber Yoda! Zurechtstutzen dann bitte in 2 Wochen, ich freu mich schon! Brauch ich mein Schwert oder bleiben wir verbal? :D :D :D

    :fecht:

    :waechter1::yoda:

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Glen Cook - Garret takes the case

  • [off-topic] Aber mal ganz generell: Es mag damit zusammenhängen, dass die Welt (und die Auswahl an Lesestoff) in den späten 60er und frühen 70er Jahren noch eine ganz andere war - viel grauer, kleiner (und gleichzeitig größer ;) ), provinzieller, spießiger -, aber ich bin in diesen Jahren immer mal wieder auf Bücher gestoßen, die mir neue Blickwinkel eröffnet bzw. meinen Blick auf Geschichten, auf das Erzählen von Geschichten und ja, auch auf die Welt um mich herum verändert haben. Das waren z.B. Die sieben Sonnen (OT: The City and the Stars) und Verbannt in die Zukunft (OT: Expedition to Earth, eine Story-Collection) von Arthur C. Clarke, die es in der zweiten Hälfte der 60er in der Stadbibliothek gab, das war Planet der gelben Sonne (OT: City of the Chasch) mein erster Jack Vance (die gekürzte, 1970 in der Heftreihe Terra Nova erschienene Ausgabe), das war Die Insel der Toten (OT: Isle of the Dead), mein erster Roger Zelazny (1973) und das war natürlich Winterplanet (OT: The Left Hand of Darkness), meine erste Begegnung mit Ursula K. Le Guin (1974). Heutzutage würden diese Romane vermutlich keine vergleichbaren Auswirkungen auf potentielle Erstleser und -leserinnen haben, einfach weil die Welt inzwischen eine andere, das Angebot unglaublich viel größer und vielfältiger geworden ist.

    Ich kann nicht zu allen Bänden was sagen, aber City of Chasch hat mir aus unterschiedlichen Gründen sehr sehr gut gefallen, leider konnten allerdings die anderen Bände der Reihe nicht mehr ganz mithalten.


    Unglücklicherweise geht mir das bei Vance's Science Fiction generell so - hintenraus nehmen mich die Bücher weniger mit (Demon Princes hatte einen ählichen Verlauf - ist zwar nicht ganz zu vergleichen mit Planet of Adventure und ich weiß, du hast da mit "The Face" einen geanz besonderen Lieblingsband (zumindest was das Ende angeht)) aber das Einzige, bei dem mich Vance von Start bis Ziel völlig überzeugt hat und weswegen er für mich im Fantasybereich noch ganz oben mitspielt, ist Lyonesse. Das begeistert mich heute noch.


    Aber ich glaub dir gerne, dass viele Geschichten von damals, heute nicht mehr so ihre Wirkung entfalten wie noch zu jener Zeit.

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  • Valour - John Gwynne


    Nach dem Fall von Dun Carreg sind Corban und Co auf der Flucht nach Domhain, müssen dabei aber das feindliche Cambren durchqueren. Außerdem versuchen Corban´s Mutter und Gar ihn davon zu überzeugen, dass er Elyons Auserwählter ist und die Gruppe verlassen muss, um seiner Bestimmung zu folgen, wofür dieser die Beiden aber nur für verrückt hält.

    Cywen versucht sich allein in Dun Carreg durchzuschlagen und gerät bald ins Visier von Calidus und Natair.

    Maquin flieht mit den letzten zwei Überlebenden von Calidus und Jaels Verrat aus den Katakomben von Haldis und versucht zu verhindern, dass Jael die Krone an sich reißt.


    Das Buch beginnt fast genau dort wo der Vorgänger aufgehört hat und wie ich gehofft hatte, legt Gwynne einen ganzen Zacken zu. Das Tempo steigert sich bis es kurz nach dem ersten Drittel zu mehreren Höhepunkten kommt, danach geht es erstmal einen Ticken zu lang ruhiger weiter und nimmt dann zum letzten Drittel wieder fahrt auf, bis zum Finale, das so packend war, dass ich erstmal einige Minuten tief durchatmen musste. Keine Ahnung wann mir das das letzte Mal passiert ist.


    Während es im ersten Teil grob 2,5 Handlungsstränge gab, ist die Handlung diesmal weiter gefächert. Es gibt auch zusätzlich zu den Überlebenden aus "Malice" 6 neue POV-Charaktere. Allerdings sind oft mehrere POV´s zusammen unterwegs und andere tauchen nur dann auf, wenn sie auch eine Rolle spielen, was dazu führt dass jemand nach der Hälfte nicht mehr vorkommt oder am Anfang eingeführt wird und dann erst gegen Ende eine Rolle spielt. Manche Charaktere trennen sich auch oder schließen sich zusammen. Es sterben im Verlauf des Buchs auch kleinere und größere Charaktere, was diesmal unvorhersehbarer und emotionaler für mich ausgefallen ist. Es gab sogar ein paar Sachen, von denen ich überzeugt war, dass sie passieren, die nicht passiert sind oder sich in eine andere Richtung entwickelt haben.


    Action und Gewalt nehmen diesmal auch eine größere Rolle ein, es gibt viele Auseinandersetzungen, von Zweikämpfen bis zu großen Schlachten, die einigermaßen brutal. Ich hab zwar schon schlimmeres gelesen, aber es fließt schon einiges an Blut, Körperteile werden abgeschlagen und der eine oder andere verliert seine Gedärme, an einigen Stellen geht es auch ziemlich unmenschlich zu. Und es gibt Leute die glauben, das währe eine Jugendbuchreihe.

  • Django Wexler - The Shadow Throne


    Sonntag habe ich Wexlers 2. Band der Shadow Campaigns beendet, ein minimaler Abfall in Unterhaltsamkeit im Vergleich zu Band 1, aber der Schwung, der in der letzten Hälfte aufkommt bereinigt etwas den langsamen Aufbau und die zum Teil etwas zähe Einführung neuer Charaktere (die auch nicht unbedingt die größten Sympathen sind).


    Das Buch setzt fast nahtlos an Teil 1 an, nachdem Colonel Janus, Captain Marcus D'Ivore und Lietenant Winter Ihernglass dieRückkehr von der Auslandskampagne beendet hatten.Zu den bisherigen POVs gesellt sich nun auch Raesinia, die Tochter der sterbenden Königs, die das ein oder andere gut behütete Geheimnis hat - dabei ist die Tatsache, dass sie im Geheimen eine verschwörerische Rebellion anführt nicht einmal das größte und gefährlichste. Winter muss derweil aufständische politische Gruppierungen infiltrieren und Marcus kämpft derweil mit der Bürokratie des hießigen Militärs und kommt ein kleines Stück seiner großen Familientragödie der Vergangenheit näher.


    Im Vergleich zu Band 1 gibt es hier so gut wie keine Action und die kleinen Scharmützel über das Buch hinweg sind sehr schnell auch geschlagen. Also quasi eine komplette Kehrtwende zum Vorgänger (wo es schon fast zu viel war). Der hauptfokus liegt nun in politischen Intrigen und Machtspielen, die sich über verschiedene politische Fraktionen verteilt und die ein oder andere persönliche Überraschung für die involvierten POVs bereithält. Wer also eine Fortführung dees actiongeladenen ersten Bandes erwartet und erhofft wird hier also wohl eher enttäuscht - dennoch finde ich, hat das Buch einen guten Fluss und wird zu keiner Zeit wirklich langweilig. Es scheint immer etwas zu passieren und - was mir immer besonders gefällt - die Mythologie und Magie der Welt wird in kleinen Schritten weiter erkundet und offen gelegt.


    Wie auch schon in Band 1, spielen Magie und Mythologie eine Rolle, aber eher in der zweiten oder dritten Reihe, wenn auch das zugrunde liegende "Quest" einen magischen Ursprung hat. Besonders auch wieder geleitet durch die Gegenseite (ich will nicht sagen Badguys, da sie in gewisser Weise, auf ihre fanatische Art, ja eigentlich schlimmstes verhindern wollen, aber durch ihre Methoden einfach keine Sympathiepunkte gewinnen können).


    Wenn man es genau nimmt wird der überspannende Plot eigentlich gar nicht weiter geführt. Ein paar kleine Bausteine werden zurecht gerückt, einige Charaktere eingeführt und andere bekommen mächtig auf die Finger gehauen, aber das Grundmysterium ist immer noch dieses und wurde in keinster Weise weiterentwickelt (was mir sogar erst jetzt so wirklich auffällt).


    Die Charaktere an sich erfahren leider auch keine wirkliche Weiterentwicklung, was wohl mit mein größter Kritikpunkt ist. Auch am Ende dieses Bandees sind alle Hauptcharaktere noch 1:1 das, was sie vorher waren, obwohls ie einige Möglichkeiten hatten einen Schritt weiter zu tun.

    - Janus wird mal wieder entführt und in Ketten gelegt, doch sein brillianter Verstand hat so viel vorraus geplant, dass er am Ende doch nie wirklich in Gefahr war.

    - Winter hängt nun noch mehr an ihrer vergangenen Liebe und hat anscheinend nichts dazugelernt

    - Marcus ist immer noch der White Knight, was zum Teil sogar schon bis ins Lächerliche überhand nimmt.


    Die Gegenspieler werden, wie schon in Band 1 näher beleuchtet (meistens am Anfang eines neuen Abschnitts mit eigenem Kapitel) - etwas, das mir immer sehr gefallen hat, weil man dann doch etwas tieferen Einblick in die dunklen Künste bekommt.


    Das Ende der Buches klingt dann wieder sehr vielversprechend und erweitert die Welt ein kleines bisschen, was ebenfalls auf eine rasante Plotfortführung im nächsten Band vermuten lässt - ich bin gespannt.


    Insgesamt, wie gesagt, ein wenig schwächer als Teil 1, der für mich eine starke 7 bekommen hat. Demnach nun


    7/10 aber eher am unteren Ende der Skala...

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  • Gene Wolfe - Claw of the Conciliator


    Das Abenteuer, wenn man es so nennen kann, von Severian geht weiter und etwas tiefer in die weite Welt von Urth. Severian ist auf dem Weg nach Thrax, wo er seine eigentliche Aufgabe als Henker antreten soll, nur wird er auf dem Weg von alten und neuen Bekannten extremst auf die "falsche Bahn" gebracht.


    Gene Wolfe schafft es wieder einmal viel Verwirrung um die einfachsten Gegebenheiten aufbringen zu lassen, wobei ich jedoch das Gefühl hatte, dass dieser Band ein klein wenig mehr Wert auf die Erzählung der Reise an sich gelegt hat, als nur auf den Aufbau einer kaputten Welt und der Introspektive des Protagonisten. Vielleicht gefiel mir dieser Band deswegen auch etwas besser als Teil 1, oder vielleicht lag es daran, das ich nicht direkt alles im Hunderstel hinterfragt habe und auf den Schluss des Bandes zu gewartet habe, wo zum Teil im weiteren Verlaufe ein Rückblick Severians das ein oder andere Geschehen in ein ganz anderes Licht gerückt wurde.


    Generell hatte ich das Gefühl, dass die sehr sehr versteckten Anspielungen auf die Vergangenheit der Welt oder des ein oder anderen Charakters hier etwas zurückgedreht wurden - in Band 1 habe ich diese wesentlich dichter empfunden (oder hier waren sie noch besser versteckt, sodass sie mir nicht einmal aufgefallen sind). Die religiösen, zw. griechischer Mythologie angehauchten Hintergründe wurden meiner Meinung nach definitiv zurückgeschraubt, was ich nicht vermisse, da sie mMn nach der 5. Erwähnung nicht mehr viel zum eigentlichen Worldbuilding beitragen.


    Severian, der im 1. Band noch stark mit seiner Identität als Heranwachsender zu kämpfen hatte und immer wieder sein Erwachsensein mit Andeutungen unterstreichen musste, wie er dies früher als Kind nicht hätte erledigen können, ist nun nach dem kleinen Zeitsprung zwischen den Bänden schon etwas verändert - was vielleicht aber auch damit zusammenhängt, dass er nun mehr Menschen um sich herum hat. Klare Sympathien kann er bei mir allerdings immer noch nicht gewinnen, besonders mit seinem Welt- bzw, Frauenbild, das sich wohl zu 99 % auf das äußere Erscheinungsbild beschränkt (und z.T. dann auch in Vergewaltigung endet). Freunde werden wir definitiv keine. Ist das tatsächlich was passiert, wenn man so abgeschottet heranwächst und von einer quasi monarchischen, archaischen Männerstruktur der Foltergilde ohne Berührungspunkte zu Frauen aufgezogen wird? O_O Severians Schwankungen zwischen Beschützerinstinkt und mehr als oberflächlichem, sexistischem Frauenbild ist schon extrem.


    Insgesamt fallen für mich die anderen Charaktere (vor allem die weiblichen) auch sehr flach. Da legt Wolfe schon sein ganzes Augenmerk wie ich finde auf Severian; die einzige Tiefe, die andere Charaktere bekommen ist eher dann, wenn sie scheinbar ein Mysterium um sich schmiegen, oder sie etwas ganz anderes sind, als sie auf den ersten Blick zu sein scheinen (Dorcas und Jolenta sind für mich wirklich Pappfiguren bislang, wer weiß ob bei der einen oder anderen noch der große Knall kommt).


    Toll fand ich allerdings, wie Wolfe verinzelt bei manchen Nebencharakteren Schritt für Schritt kleine Andeutungen einflochten hat, bevor der eigentliche Reveal Severian dann völlig von den Socken haut. Zum Teil muss ich sagen war ich auch völlig baff und will Wolfe noch gar nichts unterstellen auf handwerklicher Seite, da ich denke besonders der eine Twist wird sich noch in Erklärung auflösen, aber bislang macht er für mich noch absolut gar keinen Sinn. Da steh ich mit Severian sogar ausnahmsweise auf einer Stufe, wobei er seiner Hoheitshörigkeit dann doch sehr leicht zum Opfer fällt und ein Hinterfragen ausbleibt, das bei mir dann hochkommt.


    Das Ende hat mich dann mal wieder völlig breitseitig erwischt, sodass ich die letzten beiden Kapitel auch nach dem 2. Lesen noch nicht 100 % begriffen habe. Vielleicht wird das dann aber Anfang Band 3 aufgegriffen, wobei ich da wenig Hoffnung habe.


    Eine Sache, die mir dann wirklich nicht gefallen hat (vielleicht überstieg deren Zweck dann auch mein Verständnis) waren die zwei eingewobenen Erzählungen. Die mögen ja metaphorische Gründe gehabt haben (die Zweite war vielleicht sogar als stilmittel zur Geschichtsstunde gedacht), aber für mich haben sie einen definitiven Bruch in der Erzählung dargestellt, was mich etwas rausgerissen hat.


    Alles in allem ist Severian noch immer nicht in Thrax angekommen, allerdings war er an Orten, die Anfang Band 1 noch unerreichbar schienen und ihn schon sehr nahe dahin gebracht haben, wo er eigentlich enden will und wird. Eigentlich unfassbar, wie viel auf 200 Seiten passiert, was man (oder Severian) aber erst im Nachhinein so richtig feststellt. Und ich habe festgestellt, dass ich mir vielleicht hätte Notizen machen sollen während Band 1, da hier und da ein, zwei Nebensätze daraus wieder aufgegriffen wurden um den ein oder anderen Rückschluss auf das aktuelle Geschehen zu ziehen, der mir erst nach Recherche (und damit meine ich, die Stelle in Band 1 zu suchen) dann auch klar geworden ist.


    Alles in allem werde ich auch hier von einer Wertung absehen, da ich Wolfe noch immer nicht einordnen und werten kann. Aber trotz den beiden Short Story einschüben gefiel mir der Band etwas besser als Teil 1, da einfach mehr passiert ist (gefühlt) und besonders der ein oder andere Twist lässt mich jetzt noch schlucken.


    The Book of the New Sun ist anstrengender als es spannend ist und sprunghafter als es zielführend erzählt wird, aber dennoch kann ich kaum abwarten den nächsten Teil zu lesen (wohlwissend, dass ich wohl beim ersten Durchlauf nicht den erhofften AHA-Moment bekommen werde).


    ?+/10...


    Auf zu Django Wexler Band 3 und damit leichterer Kost...


    (ich bin mir sicher, ich habe in meinem Review viel von dem vergessen zu erwähnen was ich sagen wollte, aber die scheinbare Dünne/Dünnheit (?) des Plots ist so vielschichtig, dass schonmal was durchrutschen kann...).

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  • Ruin - John Gwynne


    Corban und Co. fliehen von Murias und Corban soll sie anführen, gerät dabei aber immer wieder mit Meical aneinander, da er nicht unbedingt tun will was dieser für richtig hält.

    Camlin und Edana erreichen Ardan und versuchen sich mit den Rebellen in den Sümpfen zusammenzuschließen.

    Maquin und Fidele fliehen weiter vor Lykos.


    Im Gegensatz zu Buch 2 verläuft Buch 3 erstmal etwas ruhiger und verbringt die erste Hälfte damit, die Charaktere in Stellung zu bringen oder in die richtige Richtung zu führen, um dann in der Zweiten eine ganze Reihe von persönlichen wie gewalttätigen Konfrontationen und einigen Twists aneinanderzureihen, die das Geschehen und einige der Charaktere kräftig durchschütteln, wobei einige sich gänzlich anders wiederfinden als vorher. Die finale Schlacht fällt dann allerdings etwas kurz aus.

    Gerade gegen Ende gibt es eine gewaltige Wendung im Bezug auf die Prophezeiung, mit der Gwynne ein paar seiner Leser verärgert hat, die ich aber sehr gut fand und die die Geschichte, die mir bisher eh ziemlich gut gefällt, für mich nochmal aufwertet.

    Allerdings würde ich nicht zwangsläufig sagen, dass mir das Buch besser gefallen hat als sein Vorgänger (im Gegensatz zu allen anderen, zumindest auf Goodreads).

  • Brian Catling - The Vorrh


    Der Roman beginnt damit, dass ein namenloser Engländer in einer noch nicht näher definierten Wildnis seine kürzlich verstorbene Gefährtin zu einem Flitzebogen verarbeitet, der ihm, von ihr beseelt, von nun an mit seinen Pfeilen den Weg durch den gefährlichen und mysteriösen Wald The Vorrh weist. Um diesen afrikanischen Wald herum - der wie eine Art grotesker, pervertierter Garten Eden beschrieben wird - und die aus Sachsen 1:1 verschiffte und dort wiederaufgebaute Stadt Essenwald, drehen sich mehrere bizarre Handlungsstränge (in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg) mit originellen Figuren. Aber auch nach London und in die USA führt es einen der Protagonisten. Eine wirkliche Handlung mit Spannungsbogen lässt sich noch nicht so wirklich erkennen, das Buch lebt vor allem von der tollen Sprache und der originellen und schrägen Atmosphäre, die an New-Weird-Werke von Autoren wie J. G. Ballard, Michael Moorcock oder China Miéville.


    Da gibt es einen Zyklopen, der von künstlichen, aus Lehm oder so geschaffenen Wesen in einer alten Villa aufgezogen wird, bis ihn eine Junge Frau entdeckt und ihn unter ihre Fittiche nimmt. Der Wald Vorrh bringt so manche Absonderlichkeit hervor und raubt jenen, die zu lange in ihm bleiben, die Erinnerungen und schließlich den Verstand, ist aber auch Lebensader für Essenwald. Man merkt dem Buch an, dass es nur der erste Teil einer Trilogie ist, schon früh ist klar, dass die verschiedenen Handlungsstränge nicht in diesem Band zusammengeführt werden, was mich aber überhaupt nicht gestört hat. Anders als erwartet, habe ich das Buch mit viel Genuss jeden Tag in kleinen Häppchen gelesen und mich am eleganten Stil und den faszinierenden Bildern erfreut, die der Autor entstehen lässt. Ich hatte ein viel sperrigeres und weniger zugängliches Buch erwartet. Aber es ist sicher nicht jedermanns Sache. Doch für mich ein Meisterwerk der modernen Phantastik