Buchgedanken...

  • Wrath - John Gwynne


    So, der letzte Band und alle Charaktere sind in den Positionen für die letzten nötigen Schritte und das große Finale.

    Besagte letzte Schritte nehmen ca. 75% des Buchs ein, die finale Schlacht die nächsten 20% und die letzten 5% der Ausklang der Geschichte.

    Da auch vor dem Finale auch mehrere Schlachten stattfinden ist das Buch sehr actionlastig und ich kann mir vorstellen, dass das einigen Leuten zu viel ist. Allerdings gibt es in dem ganzen Krawall auch einige charakterfokussierte und emotionale Szenen. Besonders gefallen haben mir auch die Taktiken und Gegentaktiken, die in den Schlachten zum Einsatz kommen, auch wenn die finale Schlacht nach der Hälfte leider größtenteils zum "Rennt auf offenem Feld inneinander rein und schlagt euch alle gegenseitig tot" verkommt, auch wenn sich dann mehr auf einen anderen Teil des Kampfes und das aufeinandertreffen bestimmter Personen konzentriert wird und das generelle Totschlagen ehr Offscrean abläuft.

    Ein paar kleinere Dinge sind mir dann sauer aufgestoßen, z.B. dass ein Charakter, von dem man bisher nur gehört hat, einen Auftritt hat, ein paar unwichtige Sätze sagt und dann gleich umgebracht wird oder Lykos, der, nach allem, was er in den Vorgängers schon getan hat, auch hier wieder mit fast allem durchkommt und dann auch noch Charaker X tötet und für den Tod von Y verantwortlich ist, fast wie der unbesiegbare Held der alles kann und wenn er doch mal Probleme hat im letzten Moment gerettet wird, nur als Bösewicht, aber ansonsten ist es für mich das beste Buch der Reihe, womit es Gwynne geschafft hat, sich in meinen Augen kontinuierlich zu steigern (abgesehen davon dass mir Teil 2 und 3 ungefähr gleich gut gefallen haben).

    Auf jeden Fall freue ich mich schon auf Gwynne´s nächste Reihe, die 130 Jahre nach dem Ende dieses Buchs ansetzen wird und deren letzter Band voraussichtlich schon 2020 erscheinen soll.


    The Silver Spike - Glenn Cook


    Nach Wrath hab ich dieses Buch angefangen, da es nach Anordnung der Sammelbände der nächste Black Company Teil ist und laut Wikipedia im selben Jahr wie Shadow Games und ein Jahr vor Dreams of Steel erschienen ist.

    Allerdings werde ich mit dem Buch irgendwie nicht warm und komme beim lesen gefühlt auch nicht vorwärts, weshalb ich es nach einem Drittel erstmal abgebrochen, auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben und direkt zu Bleak Seasons gesprungen bin.

    The Silver Spike scheint ja, abgesehen davon, dass er an The White Rose anschließt, ein eigenständiges Buch zu sein.

    Mit Bleak Seasons bin ich schon fast zur Hälfte durch und gefällt mir schon wieder viel besser.

  • Brian Catling - The Vorrh


    Der Roman beginnt damit, dass ein namenloser Engländer in einer noch nicht näher definierten Wildnis seine kürzlich verstorbene Gefährtin zu einem Flitzebogen verarbeitet, der ihm, von ihr beseelt, von nun an mit seinen Pfeilen den Weg durch den gefährlichen und mysteriösen Wald The Vorrh weist. Um diesen afrikanischen Wald herum - der wie eine Art grotesker, pervertierter Garten Eden beschrieben wird - und die aus Sachsen 1:1 verschiffte und dort wiederaufgebaute Stadt Essenwald, drehen sich mehrere bizarre Handlungsstränge (in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg) mit originellen Figuren. Aber auch nach London und in die USA führt es einen der Protagonisten. Eine wirkliche Handlung mit Spannungsbogen lässt sich noch nicht so wirklich erkennen, das Buch lebt vor allem von der tollen Sprache und der originellen und schrägen Atmosphäre, die an New-Weird-Werke von Autoren wie J. G. Ballard, Michael Moorcock oder China Miéville.


    Da gibt es einen Zyklopen, der von künstlichen, aus Lehm oder so geschaffenen Wesen in einer alten Villa aufgezogen wird, bis ihn eine Junge Frau entdeckt und ihn unter ihre Fittiche nimmt. Der Wald Vorrh bringt so manche Absonderlichkeit hervor und raubt jenen, die zu lange in ihm bleiben, die Erinnerungen und schließlich den Verstand, ist aber auch Lebensader für Essenwald. Man merkt dem Buch an, dass es nur der erste Teil einer Trilogie ist, schon früh ist klar, dass die verschiedenen Handlungsstränge nicht in diesem Band zusammengeführt werden, was mich aber überhaupt nicht gestört hat. Anders als erwartet, habe ich das Buch mit viel Genuss jeden Tag in kleinen Häppchen gelesen und mich am eleganten Stil und den faszinierenden Bildern erfreut, die der Autor entstehen lässt. Ich hatte ein viel sperrigeres und weniger zugängliches Buch erwartet. Aber es ist sicher nicht jedermanns Sache. Doch für mich ein Meisterwerk der modernen Phantastik


    Ich stecke etwa in der Mitte fest und habe gehörige Zweifel, ob ich den "Vorrh" überhaupt zu Ende kriegen will.

    Er ist gut geschrieben und die verstörend-visionäre Kraft, die der Roman ab und an aufbringt, erinnert mich positiv an "Die andere Seite" von Alfred Kubin (obgleich der nur oberflächlichlichen Ähnlichkeit), aber alles in allem finde ich das Buch eher ermüdend.

    Die Charaktere sind einfach zu flach bzw. nicht komplex genug, um ein derart episch angelegtes Werk tragen zu können. Muybridge und Roussel finde ich sogar sehr gut "ausgearbeitet", aber sie sind ja auch nicht vollkommen fiktional. Bei den Figuren, die komplett Catlings Fantasie entsprungen sind, verliert er schnell die Bodenhaftung. Vor allem der Ishmael-Strang ist bescheuert. Das wurde auch im Weird Fiction Review aufgegriffen:

    http://weirdfictionreview.com/2015/04/b-catlings-the-vorrh/


    Die spezifische kritisierte Stelle ist im Kontext von Ghertrudes Leidenschaft für das Unbekannte und Verbotene in meiner Leseart sogar noch vergleichsweise plausibel, aber die Entwicklung ihrer Beziehung ist ... erläuterungsbedürftig. Und an der Stelle wo

    habe ich das Buch innerlich schon aufgegeben. Seltsam ist auch Ghertrudes plötzliche Offenherzigkeit, als

    Und Ishmael selbst ist essentiell ein normaler Fantasy-Protagonist der übelsten Sorte: verzogen, arrogant, überpriveligiert, gewaltätig, aber in erster Linie uninteressant.


    Catlings stilistisches Können und die zahlreichen kraftvollen Ideen hätten ein geniales Werk ergeben können. Leider scheint er unfähig zu sein, gute Ideen von schlechten zu unterscheiden, und besteht darauf, alles in einen großen Wälzer zu packen. Das lässt das Schiff sinken, so meine Beobachtung, und ich mag die Passagiere einfach nicht genug, als dass ich sie in die Tiefe begleiten wollte.

  • Auf meinem Blog schwärme ich ein wenig von Michael Marraks "Der Kanon mechanischer Seelen".


    Zitat

    Michael Marrak ist ein Wandler, der seine Leser mit Worten beseelt, Portale in ihrem Verstand öffnet und ganze Welten durch den Orb aus dem Chronoversum in ihre Köpfe hineintransportiert. Das Buch verschlingt einen, lässt dem Geist Füße wachsen, mit denen er staunend durch eine Welt zu allen Zeiten wandelt, während das Licht längst verloschener Sterne auf einen hinabscheint und in einer melancholischen Zeitendämmerung von der Vergänglichkeit des Seins kündet. Wie Schäume, die in Wogen durch Sphären tosen, bis der Zeitenbrand sie hinwegnegiert hat, dem Sensenmann gleich, der mit scharfer Klinge in knochigen Fingern Seelen sammelt und im undurchdringlichen Schwarz seiner eigenen Existenz verschwinden lässt.


  • Bleak Seasons - Glen Cook


    Murgen wird aufgrund eines unbekannten Zaubers unkontrolliert zwischen den Ereignissen der Gegenwart, 4 Jahre nach Dreams of Steel und der Belagerung von Dejagore hin- und hergeworfen.


    Das Buch besteht fast zur Hälfte aus den Rückblicken und spielt erst gegen Ende vollständig in der Gegenwart. Die Geschichte ist auch bis auf ganz wenige Ausnahmen aus Murgen´s Perspektive erzählt, auch wenn er die Möglichkeit bekommt, anderen "über die Schulter" zu schauen.

    Murgen selbst erklärt viel mehr als Croaker oder Lady, ansonsten wirkt er aber ehr wie ein Mini-Croaker. In den Passagen in Dejagore werden ein paar neue Dinge eingeführt, statt nur Ereignisse aus Dreams of Steel zu widerholen. Allerdings fand ich es etwas enttäuschend, dass der vielerwähnte Horror größtenteils auch nur Erwähnung bleibt und man bis auf etwas Verrat und eine Kanibalismus-Szene eigentlich nichts zu sehen bekommt.

    Was ich auch merkwürdig fand, war, dass Murgen´s Frau mal Sahra und mal Sarie heißt. Gegen Ende macht Murgen auch ein paar Dinge, die ehr Dumm sind und ich vermute, dass diese und ein paar andere Sachen noch ein böses Nachspiel haben werden. Insgesammt hat das Buch ein sehr offenes Ende, offener als die beiden Vorgänger. Allerdings erfährt man auch etwas mehr über das Plain of Glittering Stone, auch wenn es immernoch sehr kryptisch ist.

    Abschließend hat mir das Buch nicht ganz so gut gefallen wie die beiden davor oder der zweite Teil, aber doch ziemlich gut.



    Ein Sturm zieht auf/Am Ende des Friedens (Mage´s Blood) - David Hair


    Seit Urzeiten waren die Kontinente Yuros und Antiopia durch ein unbefahrbares Meer getrennt und Kontakt zwischen den dort lebenden Völkern fand höchstens über die wenigen Windschiffe statt. bis der mächtige Magier Antonin Meiros und sein Odo Costrudo die Leviathanbrücke gebaut hat, die alle 12 Jahre für 2 Jahre überquerbar ist. Die ersten zwei Mondfluten hat das in Yuros herschende Rondelmanische Kaiserreich schon genutzt, um im Namen ihres fanatischen Glaubens in Antiopia einzufallen und die dort lebenden Heiden zu unterwerfen. Diese ersten Kriegszüge waren allerdings nur begrenzt erfolgreich und der anstehende dritte soll jetzt einen großen Sieg bringen und außerdem ein paar interne Feinde aus dem Weg schaffen.


    Die Geschichte beginnt ein Jahr vor der Mondflut und dem dritten Kriegszug und dreht sich um verschiedene Personen, die in die Vorbereitungen des Konflikts hineingezogenwerden.


    Erste währe die Magierin Elena Anborn, die als Söldnerin die Königsfamilie des Reichs Javon auf Antiopia beschützt, sich dort allerdings zum ersten mal in ihrem Leben heimisch fühlt und sich deshalb, als ihr Anführer befiehlt, die Familie im Namen der Kaiserin zu ermorden, auf deren Seite stellt und versucht, die Pläne der Kaiserlichen zu durchkreuzen.


    Dann Elena´s Cousin Alaron, der zum Magier ausgebildet wird, bei seiner Abschlussarbeit aber einige gewagte Theorien zu einem mächtigen magischen Artefakt anstellt, die der Wahrheit zu nahe kommen und deshalb durchgefallen gelassen wird.


    Zuletzt die junge Ramita, die eigentlich nur die Tochter eines kleinen Händlers ist und sich darauf freut, ihren Verlobten Kazim zu heiraten, bis Antonin Meiros an ihren Vater herantritt und ihm einen Berg von Geld für Ramita bietet, da er nach der Tod seines Sohns schnell neue Kinder braucht und besondere Fruchtbarkeit bei Ramita wohl in der Familie liegt.


    Und Kazim, der seine große Liebe natürlich zurück will und dabei von religiösen Fanatikern und schlimmerem "Hilfe", die ihn als Waffe gegen Meiros benutzen wollen.


    Das Buch wurde im deutschen aufgespalten und, obwohl die Ausgaben außen wie innen sehr schick aussehen, denke ich, dass die Aufspaltung der Buch geschadet hat, denn Hair beginnt die Geschichte sehr langsam und abgesehen von Einführungen von Charakteren, Welt, Historie, Kulturen, Religionen und Magiesystem passiert in der ersten Hälfte/dem ersten deutschen Band nicht viel. Es nimmt erst in der zweiten Hälfte fahrt auf, bis zum Finale, welches bei manchen Handlungssträngen aber etwas kurz und plötzlich kommt.


    Die Kulturen und Religionen ähneln sehr stark realen Vorbildern, die Kirche von Kore ist die katholische Kirche, die Ahmet die Muslime, die Menschen von Yuros sind mittelalterlich/römisch, die von Antiopia arabisch oder indisch und so weiter. Das ganze erinnert so an GGK´s Löwen von Al Rassan, nur dass Hair viel mehr ins Detail geht, statt nur andere Namen zu verteilen und das viel höhere Maß an Fantasy-Elementen, besonders auf Yuros, wo alle Adligen magische Kräfte besitzen und es Windschiffe und marisch erschaffene Kriegsbestien gibt. Größtenteils haben mich die großen Realitätsparalellen nicht gestößrt, nur an ein paar stellen hätte Hair mMn. vielleicht etwas vom historischen Vorbild abweichen können.


    Das Magiesystem entpuppt sich als um einiges vielfältiger als auf den ersten Blick (irgendwas mit den vier Elementen) und es gibt einen ganzen Haufen Zeug den ein Magier damit tun kann, je nachdem in welchen Bereichen seine Begabungen liegen.

    Das Buch ist zwar kein Action-Kracher, aber die Kämpfe zwischen Magiern laufen auch relativ kreativ ab, auch wenn es manchmal so wirkt, als würde Hair bestimmte Techniken zurückhalten, um den Hauptpersonen einen letzten Ausweg zu bieten.

    Die Reihe wird zwar als epische Fantasy beschrieben, dieses erste Buch ist aber mehr persöhnlich und charakterkonzentriert, als dass es episch währe, aber der Endpunkt des Buch´s ist bestimmt die Basis für größere Ereignisse.

  • Bleak Seasons war für mich auch eher am unteren Ende der Black Company Skala angesiedelt (allerdings mit Dreams of Steel zusammen an letzter Position, da dir aber zweiteres besser gefallen hat, haben wir wohl unterschiedliche Kriterien).


    Dennoch denke ich, werden die die restliche Bände wieder besser gefallen, als Bleak Seasons :)

    "See ya in anotha life brotha!"
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    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • Ach, das ist das klassische "Cook-Problem": zum Ende hin werden die Sachen immer sowas von gut, dass die Teile vorher bei mir unter "Vorgeplänkel" laufen und damit nur die Geschichte fördern. Und "Water sleeps / Soldiers live" entschädigt mMn für jede Länge, die ies irgendwie mal gab/gegeben hat! :D

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • Django Wexler - The Infernal Battalion


    Hmm, mit Infernal Battalion bringt Django Wexler seine "Shadow Campaigns" Reihe zu Ende, leider nicht auf eine Weise, die ich mir gewünscht hätte. Um Spoiler zu vermeiden, werde ich auf den Inhalt nicht näher eingehen, als zu sagen, der ultimative Kampf zwischen Gut und Böse findet hier statt und die Geschichte bekommt ihren kompletten Abschluss.


    Nachdem Band 4, "Guns of Empire" für mich der mit Abstand beste band war, da hier alle Aspekte, die mir in den 3 vorherigen Bänden gefallen haben verstärkt auftraten und all die, die mir in den vorherigen Bänden nicht gefallen haben weitestgehend zur Seite geschoben wurden, hatte ich keine Zweifel, dass der finale Band auch abliefern wird.


    Leider war Band 5 jedoch genau das Spiegelbild von Band 4 und nahm alles Tempo raus, das zuvor da war, fokussierte sich auf recht banale, uninteressante Plotstränge, die auch recht unzufriedenstellend gelöst wurden und ein wirkliche Drang dem Ende entgegen spürte man auch nicht wirklich bis die finale Konfrontation dann endlich da war.


    Das Buch dümpelt meiner Meinung nach für lange Strercken einfach so vor sich hin und das auf sehr repetitive Weise. Konflikte werden zum Teil auf sehr hanebüchene Art und Weise gelöst, das mich sehr an meine Kindheit und Spielereien erinnerte, an denen man nicht gegen den Gegner verlieren "konnte", da man gegen alles immun war und immer mehr wusste und stärkere Waffen und Rüstungen hatte als die anderen. Schade eigentlich, denn das Ende von Band 4 versprach auch eine sehr interessante Richtung, die der Abschluss einschlagen könnte, allerdings hat man hier sehr früh nur noch auf die Twists gewartet, die am Ende alles auflösen und dann tatsächlich so passiert sind (Sailer Moon und die Macht der Liebe lassen grüßen). Regeln der Mythologie werden nur da angewandt, wo es den Guten hilft und zum Teil extrem drastisch ignoriert ohne eine Erklärung zu liefern außer "ich weiß auch nicht wieso, vielleicht einfach weil ich einen stärkeren Willen hatte"...gut gelöst!


    Langweilig wird das Buch zwar nicht, aber im Nachhinein fragt man sich, ob man es nicht hätte stark kürzen und an einen etwas dickeren 4. band anhängen können, dann hätte der Abschluss nicht so enttäuschend gewirkt, vor allem nach dem Hoch von Band 4.


    Einige gute Szenen und Abschnitte hat es dennoch, die ich mir etwas ausgedehnter gewünscht hätte, um einfach noch etwas mehr Spannung reinzubringen, diese wurden jedoch leider wieder mit unpassenden Charakterwandlungen eliminiert.


    Das Ende, das als Happy End noch untertrieben beschrieben wäre, ist für mich auch etwas zu viel des Guten, zum Glück wurde noch kein Weltfrieden angekündigt und eventuell sogar eine Tür offen gelassen für eine neue Geschichte in diesem Universum (vielleicht sogar mit der Chance, die ein oder andere Gegebenheit aus diesem Band, die völlig unerklärt den Tag gerettet hat (als treibender Plotpoint des Buches), doch noch zu erklären.


    Da Wexler momentan allerdings an einer neuen YA Trilogie schreibt, bezweilfe ich, dass wir bald (wenn überhaupt) weitere Geschichten aus dem Shadow Campaigns Universum sehen werden.


    Ich bin mir einer genauen Wertung noch unsicher, da momentan der Frust natürlich etwas überwiegt, aber mehr als 4 - 5 Punkte kann ich hier leider nicht geben. Mit Abstand der schwächste Band in der ganzen Reihe...


    Als nächstes gehe ich noch Urth of the New Sun an und beende damit mein literarisches 2018...

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  • Die Chroniken von Amber - Roger Zelazny


    Vorweg: Danke, Gerd! :D

    Ach ja, das war mal wieder so eine richtig gute Geschichte, wie sie sein muss und soll!

    Viele Intrigen, der unzuverlässige Erzähler, der immer mal wieder Infos fallen lässt, eine - stellenweise - völlig durchgeknallte Familie aus der er kommt und jede Menge Twists und Wendungen...

    Ja, das Buch hat schon einige Jahre auf dem Buckel, aber es steht aus meiner Sicht noch immer sehr gut da im Vergleich zu vielem neuerem.


    Ich mag besonders die Stimme des Erzählers, der gerade gegen Ende hin doch sehr viele Meinungen und Ideen seiner Vergangenheit überdenkt und damit einen Schlussstrich für alles zieht.

    Einzig die Reisen durch die Schatten sind stellenweise doch sehr wirr, da musste ich mich schon stark konzentrieren um nichts zu verpassen. (schwierig wenn man müde ist, ja... ;) )

    Aber alles in allem war es eine tolle Unterhaltung in einem ausgesprochen schönen Gewand - die 5 KlettCotta Bände mit dem farbigen Seitenschnitt machen wirklich richtig was her und geben dem ganzen einen einheitlichen Charakter.

    Auch bietet das Buch wieder den Beweis, dass es auch ohne zu viel Trara in der Story außenherum geht und die Bände nicht jedes Mal über 1000 Seiten haben müssen um zu gefallen. Alle 5 Bände zusammen kommen auf knapp 1200 Seiten.


    Also: lesen! :D Macht Spaß und ist kurzweilig ohne oberflächlich zu sein!

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    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • Verwendet man bei Klett-Cotta eigentlich die originale Heyne-Übersetzung oder wurde da was dran gemacht? Das wäre nämlich ein Grund, über einen Ersatz des alten Sammelbandes nachzudenken...

    Was gibt es Schöneres, als sich gemütlich mit einem Buch aufs Sofa zu legen, wenn man eigentlich noch Arbeit zu erledigen hätte.

  • Also vorne drn steht was von "vollständig überarbeitete Übersetzung". Dürfte sich also deutlich was getan haben. Ich fand die Übersetzung auch überhaupt nicht holprig oder irgendwie veraltet... Und ich hab den Elric als Vergleich. ;)

    ich denke also, dass du davon ausgehen kannst, dass sich da was getan hat. :yes:

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  • She is the Darkness - Glen Cook


    Obwohl es Winter ist startet Croaker seinen Feldzug Richtung Overlook. Allerdings vertraut er seine Pläne nichtmal seinen treuesten Untergebenen an, misstraut scheinbar jedem und scheint in engem Kontakt zu Soulcatcher zu stehen, deren Krähen überall sind. Kina und deren Anhänger sind auch mit von der Partie und generell scheinen hinter jeder Ecke Schatten zu lauern.


    Alternativtitel: The Black Company and the Crusade of Paranoya

    Der Ich-Erzähler ist wieder Murgan, auch wenn er diesesmal nicht unkonntrolliert durch die Zeit springt. It is immortalitie of a sort. Generell ist nicht nur Croaker paranoid, sondern es misstraut genrell jeder jedem und es gibt einige Szenen in denen jemand verraten wird. Außerdem verhält sich Croaker teilweise wie ein ziemlicher Ar..., außerdem kommen im Buch, im Gegensatz zu den Vorgängern, sehr fiele außgeschriebene Schimpfwörter vor, ok die gab es schon in Bleak Seasons, aber nicht so häufig und auffällig. Stone is silence.

    Die ersten zwei Drittel des Buchs erinnern vom Geschehen her sehr an den ersten Teil und die zweite Hälfte von Shadow Games.

    Murgen geistert wieder viel mit Smoke durch die Gegend und entwickelt auch die Fähigkeit in seinen Träumen eigenständig herumzuwandern. Silence is death. Damit ist er einerseits überall gleichzeitig, andererseits beschließt er aber manchmal auch mitten in einer wichtigen Szene woanders hin zu gehen. Generell werden auch in diesem Buch keine Fragen beantwortet sondern nur neue aufgeworfen oder weiter ausgewälzt. Death is eternity.

    Gegen Ende wird die Geschichte ruhiger, immer wieder unterbrochen von Szenen, die zeigen, dass die Paranoya gerechtfertigt ist und sie noch weiter schüren. Und ganz am Ende packt Cook wieder den großen Hammer aus und zieht ihn den Hauptpersonen über.

    It feels good to be home. Was?



    Water Sleeps - Glen Cook


    15 Jahre nach dem Ende von She is the Darkness und der Vernichtung des Großteils der Black Company sitzen die Überreste, angeführt von Sleepy und Sahra in Taglios und planen sowohl Guerilla-Angriffe auf Soulcatcher, die als Protector herrscht, als auch ihre Kameraden vom Plain of Glittering Stone zu retten.


    Dieses mal ist Sleepy die Annalistin und sie vermeidet keine normalen Schimpfwörter, dafür gibt es aber einige religiöse Ausführungen.

    Murgen´s und Sahra´s Sohn Tobo spielt auch eine größere Rolle und ist laut der Prophezeiung seiner Urgroßmutter die Zukunft der Black Company. Sahra heißt übrigens nur noch Sahra, das war wohl ein Fehler im vorherigen Sammelband.

    Etwas mehr als die Hälfte des Buchs konzentriert sich auf den Guerilla-Krieg in Taglios, dieser Teil hat fiel Spaß gemacht, auch wenn sich die Black Company etwas inkonsequent verhält.

    Der letzte Teil ist dann wieder ruhiger, ähnlich wie im Vorgänger oder Shadows Linger, allerdings fehlt die Paranoya und auch sowas wie ein größerer Knall gegen Ende oder die Abgründigkeit des Marron Shed-Strangs. Dafür gibt es aber endlich einige Antworten über das Plain of Glittering Stone und die Vergangenheit der Black Company. Und ich lag auch mit einigen meiner Vermutungen falsch. Die Auflösung um die weiße Krähe war dann aber sehr merkwürdig, Sleepy weiß plötzlich bescheid und erwähnt es nur beiläufig.



    Soldiers Live - Glenn Cook


    Nachdem sie sich 4 Jahre in Hsien wiederaufgebaut haben, kehrt die Black Company in ihre Welt zurück, um Soulcatcher, Mogaba und Kina auszuschalten.


    Im letzten Teil ist Croaker wieder der Erzähler, es gibt aber auch regelmäßig Kapitel aus der Sicht von Soulcatcher, Mogaba, Booboo und Mitgliedern der Company.

    Sleepy ist Captain, die Company hat 8.000 bestens ausgebildete Soldaten auß Hsien, von denen allerdings keiner persöhnlich eine Rolle spielt, und Tobo hat die Unknown Shadows, die quasie intelligente Versionen der normalen Schatten sind, und ihn regelrecht verehren.

    Es gibt auch einen Abstecher nach "Khatova", davon abgesehen passiert in der ersten Hälfte des Buchs aber nicht viel, außer das durch die Gegend marschiert wird. In der zweiten Hälfte wird dann erst viel gekämpft und gestorben, es gehen wirklich sehr viele bekannte Charaktere drauf, alle allerdings sehr nebensächlich und offscreen,

    und gegen Ende wird es dann erst richtig düster und ich hätte zwischendurch ein viel schlimmeres Ende erwartet,

    als dann tatsächlich kam. Das eigentliche Ende ist dann auch rund und relativ abgeschlossen.

    Die letzten 3 Bücher haben mich nicht enttäuscht und wenn ich eine Top-Liste hätte, währe Black Company auf jeden Fall dabei.


    In den Büchern kam sehr viel Kriegsführung mit "Gewehren", Brandbomben und Luftangriffen vor. Die Moranth sind definitiv bei der Black Company in die Lehre gegangen und haben das dann den Malazanern beigebracht.


    Ich hab auch gemerkt, dass ich englische (und auch deutsche) Texte inzwischen etwas schneller lese. Aber Cook´s Bücher waren schon anstrengender als die englischen Bücher, die ich vorher gelesen habe.

  • Die letzten 3 Bücher haben mich nicht enttäuscht und wenn ich eine Top-Liste hätte, währe Black Company auf jeden Fall dabei.


    In den Büchern kam sehr viel Kriegsführung mit "Gewehren", Brandbomben und Luftangriffen vor. Die Moranth sind definitiv bei der Black Company in die Lehre gegangen und haben das dann den Malazanern beigebracht.


    Ich hab auch gemerkt, dass ich englische (und auch deutsche) Texte inzwischen etwas schneller lese. Aber Cook´s Bücher waren schon anstrengender als die englischen Bücher, die ich vorher gelesen habe.

    Nun, ich mag ja das "Dread Empire" - also die ursprüngliche Trilogie - noch lieber, aber ich kann's verstehen


    Die Moranth... Erikson schreibt im Vorwort zu "A cruel wind" von Cook, dass seine Bridgeburner sehr an die Black Company angelehnt sind - die Assoziation ist also durchaus gegeben! ;)


    Ich finde auch, dass Cooks Sprache mit zu den schwersten Sachen gehört, die ich bisher gelesen habe! Da gibt es genügend das leichter "flutscht". :)



    Hm, ich weiß leider nicht, wie ich ein Zitat zerlegen kann und dann einzeln beantworte... Früher konnte ich das - werd ich jetzt alt? :kicher:

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • Ich weiß, dass Cook eins von Erikson´s großen Vorbildern ist, das mit den Moranth war ehr scherzhaft gemeint, eben weil es teilweise so deutlich zu erkennen ist.

    Ich hab irgendwo ein Zitat von Erikson gelesen, in dem er sagt, dass Cook die Fantasy für immer verändert hat, auch wenn viele das nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen.

  • Ja, genau das Zitat ist im Vorwort von "a cruel wind" drin. ;)

    Das meinte ich...

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    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • The Copper Promise - Jen Williams


    Um sich an den Leuten zu rächen, die seine Familie ermordet und ihn zum Krüppel gefoltert haben, rekrutiert Lord Aaron Frith die Söldnerin Wydrin of Crosshaven, genannt Copper Cat, und ihren Partner, den außgestoßenen Ritter Sir Sebastian. Gemeinsam dringen sie in die Citadel ein, in der die Magier vor Jahrhunderten die alten Götter eingesperrt haben, um die Geheimnisse der Magier zu finden. Allerdings finden sie dort tatsächlich die Drachengöttin Y´ruen, die die anderen Götter gefressen und eine Armee ausgebrütet hat, um die ganze Welt zu zerstören.


    Das Buch ist eine Art Sword-and-Sorcery-Abenteuergeschichte, die dabei sehr an ein Rollenspiel erinnert. Die Geschichte wurde aber nicht in einem geschrieben, sondern zuerst als 4 Kurzgeschichten, was man zwar merkt, aber nicht so sehr wie ich befürchtet hatte. Allerdings ist das ganze ein Auf und Ab, da jeder Teil einen Anfang, eine Mitte und ein Finale hat.

    Neben dem Abenteuer stehen vor allem die drei Hauptcharaktere und deren Zusammenspiel im Vordergrund, die ich zwar alle mochte, allerdings musste ich mich an Wydrin erst gewöhnen, sie hat da gewisse Ähnlichkeiten mit Kempis aus Marc Turner´s Dragon Hunters, dessen Art ich zuerst auch ehr befremdlich fand. Und Sir Sebastian ist im Vergleich zu den anderen etwas blass ist, was aber andererseits auch erklährt, was ihm alles zustößt.

    Die Autorin hat auch einige coole Ideen eingebaut.

    Das Buch hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.

  • Auch von mir mal wieder ein Lebenszeichen. Nach Rückkehr aus dem Urlaub Mitte Januar hab ich inzwischen einige Bücher beendet:


    Andrzej Sapkowski - The Last Wish & Sword of Destiny


    Die zwei Kurzgeschichtensammlungen vom Schöpfer des Witchers stellen einen guten Einstieg in die Welt des Hexers da und führt viele (wie ich vermute) später wichtigen Personen ein. Für mich als Fan der Spiele gab es tolle Wiedererkennungsmomente mit einigen der Charakteren und ich hatte durchaus Spaß mit ihnen.


    Insgesamt sind allerdings keine Kurzgeschichten meiner Meinung nach besonders stark oder besonders schwach, sodass sich alles ganz gut lesen lässt, manch eine jedoch mit einem etwas schwächeren, abrupten Ende den Gesamteindruck mildern. Der ganze Fokus liegt natürlich immer auf Geralt, wobei mir viele Nebencharaktere sogar mehr Spaß gemacht haben (diverse Zwerge oder Halblinge oder ganz besonders Dandilion, der in den Geschichte bislang eine sehr auflockernde Companion-Rolle / Sidekick-Rolle einnimt, die gegenüber Geralts stoischer Stille wirklich strahlt.


    Interessant auch, dass man die ein oder andere Geschichte fast genauso in einem der Spiele wiedergefunden hat, wobei andere Geschichten leicht abgändert Erwähnung finden. Mir macht sowas ziemlich Spaß...


    Immer noch einiges an Luft nach oben, aber dennoch für eine Kurzgeschichtensammlung durchaus solide 6,5/10


    Gene Wolfe - Litany of the Long Sun (Nightside the Long Sun & Lake of the Long Sun)


    Nachdem ich die erste Reihe im Solar Cycle beendet hatte und The Books of the Long Sun schon gekauft hatte war ich mir nicht sicher, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, vorzukaufen. Dennoch, trotz aller Schwierigkeiten und Unzufriedenheiten mit der ersten Reihe, besonders am Ende, war ich angetan genug vom Setting der Welt, dass ich mit positiver Erwartung an Long Sun gegangen bin. Schließlich wusste ich auch, dass der Protagonist wechselt und der Stil ein anderer sein wird.


    Insgesamt muss ich sagen hat mir die erste Hälfte des Long Sun Quartetts besser gefallen als die gesamte New Sun Reihe. Der Protagonist ist sehr angenehm zu verfolgen, die Tiefe der Welt, die ähnlich wie in New Sun sehr sporadisch einfließt, oder oft in Nebensätzen erweitert wird gefällt mir auch richtig gut - und da ich ohne Spoiler reingegangen bin wurde ich in Band 2 am Ende sogar ziemlich stark vom Hocker gehauen, das hatte ich schon länger nicht mehr. Im Nachhinein hab ich dann festgestellt wie wenig im Detail ich mir tatsächlich das Cover angeschaut habe (zu meinem Glück - ich kann allen nur abraten).


    Und auch verschiedene cross-references fallen dem aufmerksamen Leser auf, wenn sie auch nicht viel zum Inhalt beitragen, aber es macht Spaß gewisse Hinweise auf andere Werke zu erkennen. Immer wieder überrascht war ich auch, wie wenig Zeit während der Geschichte eigentlich vergeht. Es passieren viele kleine Dinge, wenig weltbewegende Ereignisse aber man ist ziemlich im Geschehen, sodass man erstmal überrascht ist wenn es in Band 2 heißt "vorgestern ging alles los".


    Insgesamt finde ich ist die Reihe bislang richtig gut, natürlich ausbaufähig in den weiblichen Charakteren, so wirklich gut schreiben kann Wolfe die nicht, wie ich finde, und auch die Story könnte hier und da weniger sprunghaft sein (Nebensächlichkeiten totgetreten, wobei Kernelemente im Off passieren oder nebenbei sehr kryptisch erwähnt werden, dass es einem schwer fällt, das eigentlich Geschehene in mentale Bilder zu formen. Die ein oder andere Szene musste ich in der Tat mehrfach lesen, bevor ich halbwegs verstanden habe, was Wolfe gerade beschrieben hat (vielleicht liegts auch einfach an mir).


    Dass dann zum Ende von Band 2 hin einige Dinge wieder zu glatt und problemlos laufen (sogar zum Unwillen des Protagonisten) war dann einer der größten Punkte, an dem ich wie immer etwas auszusetzen habe. Ich kann mir schon denken, warum die Dinge gerade passiert sind, wie sie passiert sind, aber dennoch ist es etwas zu einfach ohne Widerstand, denn entgegengesetzte Fraktionen, die Interesse an einem anderen Ablauf hätten, gibt es durchaus.


    Weiterhin hat Wolfe auch Szenen eingebaut, die bis dato absolut nichts relevantes zur Story beitragen. Der große tie-in mag ja noch kommen, aber nach 1,5 Bänden, in denen diese Szenen enthalten sind, ohne wirklich sinnvolle Verknüpfung ist dann doch etwas spät, denn an sich sind die Szenen fad und uninteressant.


    Alles in allem bin ich dennoch sehr positiv übeerrascht und hoffe es geht so weiter! Bin sogar schon so weit, dass ich mich freue wenn ich ein weiteres Witcher-Buch beendet habe um hier weiterzulesen (aktuell bin ich an Blood of Elves, das mir von allen Witcher Bänden bislang jedoch am besten gefällt).


    Litany of the Long Sun - 7,25 - 7,5/10

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    Einmal editiert, zuletzt von McClane ()

  • Ach ja, ich wollte mich ja auch mal wieder äußern:

    Alliette de Bodard - House of shattered wings

    Ich bin ja meistens doch recht skeptisch, wenn ein Buch einen Preis gewonnen hat - ähnlich wie bei Filmen (gibt doch viele Oskar-Gewinner, die einfach Mist sind...), aber bei diesem Buch muss ich ganz klar sagen: zurecht gewonnen! Wahnsinnig tolle Geschichte, wundervolles Setting (Paris!) und solch perfekt getroffenen Charaktere, dass jede Seite eine Freude ist und das Buch ewig weitergehen könnte!


    Im Zentrum der Geschichte steht Philippe, ein Unsterblicher aus Fernost, der vom Hof des Unsterblichen Herrschers verbannt wurde und nach Paris entführt wird um den Krieg der Häuser, welche von gefallenen Engeln geführt werden, zu kämpfen. (soweit die Vorgeschichte)

    ca. 80 Jahre nach diesem Krieg gibt es nur noch ein paar wichtige Häsuer, die - ganz im Stile der bekannten Fantasy - mit politischen Winkelzügen versuchen die Konkurrenz zu vernichten. Paris selbst ist wegen des Kriegs und der magischen Verschmutzung fast nicht mehr bewohnbar, nur diese Häuser bieten Sicherheit.

    Tja, dann fällt wieder ein Engel vom Himmel (wortwörtlich!) und wird vom einflussreichsten Haus aufgenommen - Silverspires - das früher vom ersten gefallenen Engel gegründet wurde: Morgenstern (oder eben Luzifer). Philippe wird gefangen genommen und löst - ungewollt - einen Fluch aus, der das Haus vernichten soll.
    So viel zum Inhalt.


    Wie viele wissen, bin ich ein großer Frankreich-Fan, da war die Tür ja schon offen mit dem Paris-Setting.

    Dass man aber so übergangslos zwischen den einzelnen Charakteren wechseln kann und diese so unfassbar gut nachvollziehbar und "wirklich" erscheinen lassen kann, das habe ich bisher nur ganz selten gelesen (Daniel Abraham drängt sich da auf)!

    Das Buch war für mich ein echter Pageturner, ist gespickt mit wundervollen Ideen, einem tollen Magiekonzept, einer greifbaren, dichten Atmosphäre, faszinierenden Wesen (ich liebe Drachen...) und einer perfekt durchgeplanten Story, die zu keinem Zeitpunkt zu ausschweifend oder langatmig wird.

    Schlicht und einfach: GENIAL!

    Ich kann mir sehr, sehr gut vorstellen, dass Frau de Bodard den Weg zu meinen Lieblingsautoren finden wird. Absolute Spitzenklasse!

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • The Iron Ghost - Jen Williams



    Wydrin, Frith und Sebastian, jetzt bekannt als The Black Feather Three, bekommen in der Stadt Skaldshollow den Auftrag ein gestohlenes magisches Artefakt zurückzubringen und geraten dabei in einen spirituell motivierten Krieg, während in der Gegend ein Dämon daran arbeitet seinen alten Verbündeten, den wahnsinnigen Magier Joah, wiederzubeleben.


    Das zweite Buch wirkt viel mehr aus einem Guss als das erste, dafür fühlt es sich vom Tempo her etwas langsamer an und es giebt auch weniger Action. Coole Ideen sind auch weniger in der Anzahl, dafür wird aber auf die existierenden mehr eingegangen.

    Die Geschichte ist für die Hauptpersonen ein ganzes Stück persöhnlicher und an ein paar Stellen auch ziemlich düster. Das Buch enthällt auch ein gewisses Maß an ekligem Krabbelzeug, in einer Szene ist mir wirklich unwohl geworden.


    Am Ende gibt es 1-2 Sachen, die etwas zu einfach gehen, ähnlich wie im Vorgänger, und bei einer Sache bin ich mir sicher, dass die Konsequenzen im 3. Teil irgendwie umgangen werden.



    Kinder des Nebels - Brandon Sanderson


    Im Letzten Reich versucht eine Gruppe von Dieben den tyrannischen Obersten Herrscher zu stürzen.


    So, meinerster Sanderson.

    Die Welt, mit den Nebeln und dem Ascheregen, hat mir gefallen, auch wenn Sanderson daraus noch nicht viel macht (kommt vielleicht noch).

    Das Magiesystem ist auch eine nette Idee, auch wenn ich ähnliches in neueren Büchern schon gelesen habe, Powdermages, und es am Anfang etwas irritierend war, wenn die Hauptpersonen sich an Metallen wie Spiderman an seinen Netzen durch die Gegend schwingen.

    Die Charaktere sind ganz in Ordnung, wirken aber ehr funktional.

    Die Geschichte bewegt sich bis kurz vor Ende mit einem sehr langsamen Tempo, wird aber nie wirklich Langweilig, auch wenn Bälle der Adligen etwas nerven, Vin tut da ja eigentlich nichts und das ganze ist vermutlich nur dazu da um Elant einzuführen, der offensichtlich noch eine Rolle zu spielen hat.


    Die zwei Twists gegen Ende hab ich nicht kommen sehen.



    Ich muss aber sagen, dass, obwohl mir das Buch schon gefallen hat, ich jetzt nicht so heftig weggeflasht bin wie scheinbar sehr viele andere Leute es von Sanderson sind. Es war trotz Ideen doch ehr Standardmäßig.

  • Ich muss sagen, ich mag Sanderson Art zu schreiben. :nixweiss:

    Mit Elant hast du Recht, ja.


    Mir gefällt die Welt und die Magie-Idee, die im nächsten Band noch vertieft und erweitert wird.

    Und ich mag die ganze Gruppe um Vin und Kelsier (schreibt man den so?).

    Aber ich kann mir auch vorstellen, dass man Sandersons Art zu schreiben als etwas nüchterner empfinden kann. ;)

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • Nach den ersten 100 Seiten im 2. Teil scheint im Bezug auf die Nebel ja tatsächlich mehr zu kommen.


    Sanderson´s Schreibstiel hab ich ja nicht kritisiert.

    Ich meine nur, dass außer der Magie alles so gewöhnlich wirkt und nichts für mich so wirklich raussticht, auch nicht im negativen Bereich (die Welt klammer ich mal aus). Es war jetzt halt nicht so weltenerschütternd wie scheinbar bei vielen anderen.


    Aber das kann sich natürlich noch ändern, da der Teil, in der böse Herrscher gestürzt wird, rum ist und noch 2/3 der Geschichte übrig sind vermute ich mal, dass der erste Teil so eine Art Einführung für die eigentliche Geschichte war.