Buchgedanken...

  • Auch ich habe die letzten Wochen trotz oder vielleicht wegen einer recht starken Nebenhöhlen- / Mittelohrentzüngung + Angina ein paar Bücher lesen können.


    Andrzej Sapkowski - Time of Contempt

    Während Ciri weiter lernt sich mit ihrer magischen Seite auseinanderzusetzen nimmt der Druck auf die verschiedenen Königreiche von außen durch Nilfgaard immer weiter zu. Politische und magische Intrigen nehmen weiter zu, während Geralt etwas weiter in den Hintergrund rückt.


    Time of Contempt ist für mich der schwächste Band bislang. Nicht nur, weil ich kein richtiges Witcher-Feeling bekommen habe, wie noch in den 3 Bänden zuvor, u.a. weil Geralt immer weiter in den Hintergrund rückt, aber auch weil die Unmengen an neuen Charakteren (allen voran weiblich) absolut kein Differenzierungsmerkmal haben, außer der Kleider oder Haarfarbe und Länge, und da die sogar in der Regel so gut wie gar nichts tragen um ihren perfekten Körper zur Schau zu stellen, ist die Unterscheidung sowieso redundant. Während Ciri ihren eigenen Kopf und Charakter hat und auch Yennefer eine klare Person zu sein scheint, sind 95% der anderen weiblichen Charaktere schlichtweg gestörte Nymphomaninnen und dass ein Großteil des Bandes sich lediglich um politische und magische Intrigen dreht, bei denen Geralt nur blöd nebendran steht oder kaum eine Rolle spielt, hilft dem Lesegenuss des Buches eigentlich gar nicht.


    Hier und da kommt wieder etwas Witcher-Feeling zurück, besonders wenn Geralt mit Dandelion zusammen ist oder wenn die mysteriöse Hintergrundgeschichte angesprochen wird, aber diese Stellen sind einfach zu selten, sodass auch irgendwann Ciri's PoV, der sich dann zum Teil auch einfach etwas im Kreis dreht nicht mehr helfen.


    Das Buch ist keineswegs langweilig, aber für den Hauptteil der Story hätte man wesentlich weniger Seiten gebraucht, ohne etwas relevantes außer Acht zu lassen...so sind mir schon wieder viele Szenen einfach entfallen, aber wohlwissend, dass sie für den nächsten Teil keine Rolle mehr spielen werden. Auch die quasi sozialkritischen Diskussionen, die man in den Bänden zuvor noch erleben konnte scheinen hier wirklich überhaupt keine Bühne mehr zu finden, ganz zum Vorteil der vielen Zauberinnen, die eh nur Geralt an die Wäsche wollen und jeder jeden hintergeht.


    Schade, ich hoffe der nächste Band (den ich morgen beginnen werde) wird wieder besser und Sapkowski findet zu alter Stärke.


    5/10


    Gene Wolfe - Epiphany of the Long Sun (Caldé & Exodus from the Long Sun)


    Da mir die ersten beiden Bände wirklich gut und wesentlich besser gefallen haben als noch Books of the New Sun hab ich mich richtig auf diese beiden Bände gefreut.


    Wie schon erwähnt spannte sich der Plot der ersten beiden Bücher nur über wenige Tage und hatten am Ende sogar einen bemerkenswerten Twist parat und Band 3 macht auch genau in dieser Spur weiter. Ich will nicht wirklich auf den Plot der Reihe weiter eingehen, da dieser zu viele Spoiler für die vorherigen Bände beinhalten würde, demnach belasse ich es bei der reinen Bewertung.


    Hohes Tempo, interessante, unterschiedliche Charaktere und eine interessante Welt. Bis ca. Mitte des Buches, wenn diverse Charaktere in die "Tunnel" eintreten - ab hier nimmt das Buch für mich in Qualität etwas ab, da Wolfe wieder sehr stark in sein Muster von "New Sun" verfällt, viele Dinge nur sehr vage beschreibt, die eigentlich sehr relevant sind, absolute Verwirrung in Dialogen und Geschehnissen erschafft und sich vieles plötzlich eher im Kreis dreht anstelle weiter voran zu schreiten. Manche Charaktere agieren meiner Meinung nach auch z.T. stark out-of-character, nur um dem Plot plötzlich anderweitig vorwärts zu bewegen oder eine "Überraschung" einzubauen. Das fand ich schon ziemlich schade, vor allem da mir der Band bis zu diesem Zeitpunkt von allen 3 sogar am besten gefallen hat.


    Ein weiteres Problem, dass ich besonders ab Band 3 hatte waren 2 Charaktere, die mit ihrer Art zu reden und Wolfes Hang zu Kursivschrift bei zufälligen Wörtern im Satz meine innere Lesestimme immer und immer wieder durcheinander gebracht hat. Da habe ich dann teilweise nur noch den Kopf geschüttelt, weil es doch sehr nervtötend wurde. Die Einführung mancher neuer Charaktere hat dann auch nicht geholfen, die Story wieder zu straffen, bis diese dann zum Ende hin doch wieder in die richtige Bahn gekommen ist.


    Band 4 war insgesamt eine gemische Erfahrung. Einstieg gut, Ende sehr interessant, Mittelteil bleibt stet auf einem konstant ok-guten Niveau, wenn man auch vieles hätte bleiben lassen können. Besonders das große Konfliktelement, das erst in diesem Band hinzukommt und in seiner Natur als Verbündete, Feinde, unparteiische dritte Instanz, Feinde, etc. absolut unklar fluktuiert empfand ich dann doch als eher unnötig und auch für das große Ganze und dem eigentlichen Ziel der Story nicht relevant.


    Der Band endet wo man ab Band 2, vage und ab Band 3 definitiv von ausgeht und die Brücke zur nächsten Reihe ist definitiv geschafft. Hätte es einen großen Unterschied gemacht, wenn man 1/3 des Bandes einfach weggelassen hätte? Vielleicht für 2-3 Charaktere, aber ansonsten nicht. Und die letzte Seite lässt vermuten, dass selbst dieser Einfluss vielleicht gar nicht so groß war.


    Alles in allem machen viele Charaktere eine große Entwicklung durch (bei manchen sehr plausibel, bei anderen sehr merkwürdig und nicht nachvollziehbar - leider auch beim Hauptcharakter). Und nicht nur hier sondern auch in der weiteren Mythologie oder diversen Nebencharakteren wurde viel Potential verschenkt, was ich sehr schade finde, aber da diese Reihe anscheinend näher mit der letzten Trilogie verknüpft sein soll, erfahr ich vielleicht dort etwas mehr dann.


    Etwas enttäuschend, allerdings keinesfalls wirklich schlecht und defintiv besser, als der letzte Witcher-Band und eindeutig besser als die 2. Hälfte von Band 3, etwas schwächer allerdings als die erste Hälfte von Band 3 und demnach insgesamt nur minimal besser.


    Final verdict: 6,5 / 10


    Dennoch freue ich mich schon ziemlich auf die 3. Reihe des Solar Cycle, den ich nach dem nächsten Witcher-Band anfangen werde.

    "See ya in anotha life brotha!"
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  • A Crown for Cold Silver - Alex Marshall


    Einst hatte Zosia das Crimson Empire erobert und versucht, die soziale Ungerechtigkeit abzuschaffen, wobei ihr die Bürokratie und die Kirche aber so viele Steine in den Weg legten, dass sie aufgab, ihren Tod vortäuschte und sich zur Ruhe setzte.

    20 Jahre später kommen Soldaten in ihr Dorf und schlachten die Bevölkerung und ihren Mann ab. Überzeugt davon, dass die Königin dahinter steckt, zieht Zosia los um ihre fünf Villans (Captains) wieder zu versammeln und groß Rache zu nehmen.


    Das ganze ist nicht nur eine Rachegeschichte, es gibt noch eine übergeordnete Handlung die sich aber erst gegen Ende zeigt.

    Es dauert auch 25-30% bis (fast) alle Handlungsstränge eingeführt sind und bis die Verbindungen zwischen den Handlungssträngen klar werden.

    Der Strang von Sullen und Grandfather fällt da aber etwas ab, da braucht es am längsten bis die Verbindung klar wird und auch danach hat Sullen vergleichsweise wenig eigenantrieb.

    Das Buch hat auch ein ehr langsames Tempo und streng genommen passiert auch nicht übermäßig viel, teilweise gibt es aber von einem Kapitel zum nächsten gewaltige Zeitsprünge. Das Buch sind allgemein sehr charakterzentriert. Die Handlungsstränge laufen dann alle in einem Finale zusammen.

    Es gibt auch nicht alzu viel Action und die wird manchmal sprunghaft beschrieben.

    Was es aber viel gibt ist Humor, der ist teilweise ehr subtil, teilweise aber auch brachjal, besonders bei Maroto und seinen Dandys.


    Das Buch ist ja teilweise ziemlich schlecht weggekommen, was aber auch zu einigen Widersprüchen führt, wenn man positive und negative Kritiken vergleich.

    In der Welt spielt das Geschlecht keine Rolle und alle sind Bisexuell. Die positiven Kritiken sprechen davon, dass sie noch nie natürlicher Dargestellte LGBT Charaktere und Geschlechtergleichheit gelesen haben. Die negativen reden davon, dass Männer nur Looser und Hausmänner sind die dauernd von bärtigen Powerfrauen runtergemacht werden und regen sich darüber auf, dass Zosia angeblich bergeweise Frauen angäbt.

    Also es gibt nur einen Hausmann und der ist mit einem anderen Mann verheiratet, es gibt auch nur eine bärtige Frau, und es wird niemand diskriminiert, weil es ein Mann ist. Zosia macht sich auch nur an zwei Frauen ran und Erfolg hat sie bei keiner. Allerdings sind die wichtigsten Charaktere Frauen und es gibt keine männliche Zosia.

    Ich frag mich da wirklich ob die Leute alle das selbe Buch gelesen haben, aber das sind auch sehr emotionsgeladene Themen, hat aber trotzdem was von verzerrter Wahrnehmung.


    Mir hat das Buch ziemlich gut gefallen.

  • Andrzej Sapkowski - Baptism of Fire


    Die Reise geht weiter und setzt in diesem Band mehrere Wochen nach dem Vorgänger an. Geralt erholt sich von seinem letzten Aufeinandertreffen in der Sicherheit von Brokilon, die magische Conclave leckt seine Wunden und regruppiert sich und Ciri macht da weiter wo sie ganz am Ende von Time of Contempt aufgehört hat.


    Tja, was kann ich zu diesem Band sagen - er ist definitiv eine klare Verbesserung zum Vorgänger, aber so wirklich überzeugen konnte auch dieser Band nicht. Ich habe so das Gefühl, Sapkowski hatte keine wirkliche Story im Sinn als er begonnen hat zu schreiben, außer "Ciri ist besonders und wird von verschiedenen Gruppierungen gejagt. Geralt ist irgendwie mit ihr verbunden." Joa, und genau deswegen scheint es wohl, dass der Band kein Schritt vorwärts kommt. Verschiedene Parteien suchen Ciri schon seit Band 1 - keine Partei ist auch nur einen Schritt weitergekommen, nur Ciri befindet sich mittlerweile wo anders als in Band 1 und ist etwas besser mit dem Schwert. 90 % dieses Bandes beschäftigten sich damit, dass Geralt eine immer größer werdene Gruppe an Gefährten ansammelt, schlecht gelaunt ist und einen nach dem anderen vergrault, aber dann doch wieder zu ihnen zurück findet. Die restlichen 10 % teilen sich zwischen der neuen Zauberinnenkonklave (5 % --> der für mich schwächste Teil des Buches), Ciri (2,5 % und den bösen Nilfgaardern (2,5 %).


    Das klingt jetzt sehr negativ und ich muss zugeben, der quasi anhaltende Plot ist auch für einige Punktabzüge verantwortlich, sowie Geralts immer noch anhaltende Entwicklung weg vom Witcher hin zum unnachvollziehbar agierenden Schmollmund oder erneut des nervigen Nebenplots um die Zauberinnen. Sapkowski hat es mal wieder geschafft eine ganze Seite damit zu füllen, wie sich eine Zauberin vorstellt, das Treffen der Frauen, zu dem sie geht, sowieso nur aus nackten oppulenten Brüsten, Drogen und Orgien zwischen Nymphomaninnen und Sexsklaven besteht. Eine Seite detaillierter Beschreibung, um dann in einem Sastz zu sagen "ach nee doch nicht". Da dies einen Großteil des Vorgängerbandes gefüllt hatte habe ich hier vielleicht etwas allergischer reagiert als sonst, aber ich finde diese Repititionen von Verhaltensmustern, Sätzen, Ticks, etc. extrem nervig (spätestens seit "she was furiously tugging on her braid" Wheel of Time).


    Was hat das Buch für mich also besser gemacht als den Vorgänger? In der Tat die neuen Charaktere, die wesentlich mehr Tiefe haben als noch die 20 neuen aus dem Vorgängerband. Geralts neue Gefolgschaft ist bunt und macht Spaß zu lesen. Geralt und Dandelion kamen hier für mich sogar noch als Spaßbremsen rüber, da Geralt immer nur schmollt und Dandelion anscheinend zum hirnlosen Tunichtgut mutiert, der immer wieder den gleichen Fehler macht. Regis, Milva, Zoltan und Gefolge, Cahir,...einige interessante Charaktere, die einen schönen Lesefluss erzeugen, sodass das Buch sehr kurzweilig vorkommt. Zwischenzeitlich vergisst man sogar, dass eigentlich auf 340 Seiten gar nichts passiert. Hätte ich das Buch gestern direkt nach Beenden bewertet und nicht erst noch eine Nacht darüber geschlafen und alles nochmal durchdacht wäre es sogar besser davon gekommen, aber bei genauem Überlegen fallen dann doch die gravierenden Probleme auf.


    Von Ciri habe ich jetzt gar nicht gesprochen, einfach weil es auch hier nichts wirklich beizutragen gibt. Den Weg, den sie momentan einschlägt ist für mich gleichzusetzen mit rebellierendem Teenager ohne klare Verbindung zum Hauptplot, außer dem gewählten Namen und der Hintergrundgeschichte ihres Stammbaumes. Diese Aspekte sind nicht uninteressant, gehen aber leider in vielerlei Belanglosigkeit verloren.


    Hmm...ich bin definitiv hin und hergerissen. Der Band zuvor war definitiv weniger unterhaltsam und die Charaktere haben wesentlich weniger Spaß gemacht. Hier heben es vor allem die neuen Charaktere hoch und zu einem recht unterhaltsamen Lesevergnügen bei. Sapkowski muss jetzt aber Geralt wieder zum Witcher machen und vor allem die Hauptstory weiter vorantreiben um nicht rückwärts zu gehen.


    Gut gemeinte 6/10

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  • A Blade of Black Steel - Alex Marshall


    Es ist echt schwer etwas über den Inhalt des Buchs zu schreiben, denn im ersten Drittel sitzen die Hauptpersonen eigentlich nur rum, planen, verhandeln und streiten sich.

    Aber, der offizielle Klappentext ist irreführend, denn die Jex Toth starten nicht gleich einen Großangriff, sondern werden sehr langsam und indirekt durch Dinge wie Klimaveränderungen eingeführt.


    In dem Buch passiert wieder nicht viel, vielleicht sogar weniger als im Vorgänger und es ist eindeutig eine Überleitung zum 3. Teil.

    Das merkt man besonders am Ende, bzw. den 4 Enden, die alle ehr so wirken, als hätte man eine Zwischenstation erreicht und sind dementsprechend sehr offen.

    Es kommen aber mehr Magie, Monster und mysteriöse Figuren vor.


    Das klingt jetzt vielleicht negativ, aber es hat spaß gemacht, das Buch zu lesen und es hat mir nicht schlechter gefallen als der erste Teil, aber auch nicht besser.

  • Ah, der zweite Band... Gibt es den eigentlich auch irgendwann auf Deutsch? Geht das weiter? Hatte ich doch sehr gerne gelesen...

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • Hm, aber ich will doch nicht schon wieder umsteigen müssen... :( Schade, schade, wenn das nciht weitergeführt wird. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass es langweilig gewesen wäre im ersten Band... :nixweiss:

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  • Scarlet Tide (Die Scharlachrote Armee/ Die Waffen der Wahrheit) - David Hair


    Kurze Zeit nach dem Finale des ersten Teils brechen Alaron und Hauptmann Muhren auf um nach Cym und der Skytale zu suchen. Allerdings werden sie schnell von der Inquisition, die die Skytale zurückholen sollen, verfolgt.

    Ramita wird nach dem Tod von Meiros von Rashid gefangen gehalten, schafft es aber Meiros´ Tochter zu kontaktieren, die sie rettet und mit ihr in ein Versteck flieht, auch wenn sich die beiden Frauen immer noch nicht leiden können.

    In Javon manipuliert Guvon Gyle Cera, um seine Pläne und die des Kaiserreichs voranzutreiben, während Elena versucht, die Kontrolle über ihren Körper zurückzubekommen.

    Ramon tritt zu Dienst in der am schlechtesten angesehenen Legion an und wartet auf den Marschbefehl während er die kriminellen Pläne seines Familiosos umsetzen soll.


    Nachdem der erste Teil größtenteils die Welt und die Charaktere eingeführt hat, tritt Hair hier quasi aufs Gaspedal und steigert das Tempo und den Actionanteil ein ganzes Stück. Wobei aber immer noch die Charaktere im Vordergrund stehen und es zwischen der Action auch viele ruhigere und zwischenmenschliche Szenen gibt. Hair konzentriert sich diesmal auch auf mehr Charaktere und auch die Schilderung der kulturellen Differenzen von Leuten die zusammenarbeiten/ mit einander auskommen müssen nehmen mehr Raum ein, was Hair auch ziemlich gut hinbekommt.

    In der zweiten Hälfte nimmt er auch Teilweise Tempo raus.

    Am Ende hat jeder der Handlungsstränge ein eigenes Finale, allerdings war es hier etwas holprig, also die Finalen Szenen haben mir schon gefallen, aber im Gegensatz zum Finale des ersten Teils, wo die Kapitel abgeschlossen sind und man danach einen Ausblick bekommt, wie es weitergeht, enden hier von den 4 Kapiteln 2 mit einem Cliffhanger und ein drittes regelrecht mittendrin, ich hatte da schon befürchten, dass Hair jetzt den GRRM mach und möglichst viel bis zum nächsten Buch hängen lässt, aber er löst dann doch alles im Epilog auf, in dem er nochmal zu jedem Charakter springt, teilweise aber auch mit Zeitsprung.

    Hair´s Welt ist immer noch sehr stark an historische Vorbilder angelehnt; die Sprache der Rimonier ist zum Beispiel eindeutig italienisch und das merk sogar ich, der kein italienisch kann; aber das reißt mich nicht mehr so raus. Hair beweist auch weiterhin einen gewaltigen Detailgrad.

    Allerdings gibt es auch eine geringe Zahl an Fehlern und Widersprüchen, die ich eingeschlichen haben, aber nichts kritisches.


    Scarlet Tide hat mir ein ganzes Stück besser gefallen als noch Mage´s Blood. Aber letzteres hat vielleicht auch nur das Fundament für die restlichen 3 Teile gelegt.

  • A War in Crimpson Embers - Alex Marshall

    Zitat

    ... Maroto desided JexToth was more than Welcome to end the world after all. Mortals had to die, by definition, but if they couldn't even offer a little mercy to each other, to das nothing about dignity, the es Not just kill the lights and drop the curtain in the whole lousy production.

    Da ich die Inhaltsangabe schon beim 2. Teil weggelassen habe, dachte ich mir ich beginne bei Teil 3 mit einem schönen Zitat aus dem Buch. Das dazugehörende Kapitel war zwar einerseits cool, aber andererseits auch arg an den Haaren herbeigezogen.


    Das Buch bekommt ja sehr viel Kritik, auch von Leuten, die die Vorgänger mochten. Und diesmal mus ich mich dem teilweise anschließen.

    In den ersten 2 Teilen ist eigentlich nicht viel passiert, aber das ist mir nie störend aufgefallen. Hier ist das jetzt anders. Gerade die erste Hälfte hat viele Szenen die sich wie Kaugummi ziehen.

    Beispielsweise Zosia´s Strang, sie sitzt eigentlich nur in Diadem rum. Ihr Zusammenspiel mit Insorith fand ich gut, aber alles was mit den Rebellen zu tun hat ist einfach nur .... Ok, sie muss irgendwie die Zeit rumbringen, bis der Sullen-Nephew angekommen ist und sie in die Position kommt, Diadem vielleicht zu zerstören, aber da währen wir schon dabei wie das aufgelöst wird, und dazu komm ich gleich.

    Marshlington hat auch ein paar merkwürdige Dinge eingebaut, Charaktere, die in den Vorgängern gestorben sind werden wiederbelebt/ als nie tot erklährt und es gibt plötzlich "Du wirst uns alle retten"-Prophezeihungen, außerdem passieren einige Dinge Off Screen und es wird nur rückblickend erwähnt, was passiert ist. Obwohl er das ein oder andere später wieder in den Griff bekommt.

    Was mit den Jex Toth zu tun hat gar auch größtenteils gut, bis auf das Ende. In der zweiten Hälfte geht dann die große Schlacht los und es gibt viele, wie sagt man auf Deutsch, Charaktere die sich wiederbegegnen? (Charakter reunions) und es werden ein paar große Fragen beantwortet. Das hat mir auch so ziemlich alles gefallen.


    So zum Ende:

    Das fand ich doch ehr enttäuschend, wie die Geschichte rund um die Jex Toth aufgelöst wurde, ein paar andere große Fragen werden einfach offen gelassen und die generelle Richtung in die alles geht wirkt ehr lächerlich.

    Streng genommen ist es ein kleiner Spoiler, zu sagen, in welche Richtung das Ende geht, deshalb pack ich es in einen Spoiler-Tack, aber ich werde im ersten nichts inhaltliches verraten.


    Ok, es kann sein, dass das Ende ironisch gemeint ist, aber das macht es für mich nicht besser. Jetzt mal ehrlich



    Ich fand es vielleicht nicht ganz so schlecht wie andere, aber es ist definitiv ein Abfall gegenüber den Vorgängern und ein entäuschendes Finale. Da es aber auch seine positiven Teile hat würde ich es gerade so als ganz nett einstufen.

  • Uff, jetzt schon 3 Beiträge von mir ohne Unterbrechung.


    The Unholy War (Der Zorn des Propheten/ Der unheilige Krieg) - David Hair


    In Javon beginnen Elena und Kazim einen Guerillia-Kampf gegen Gurvon Gyle und die Dorobonen. Cera versucht unterdessen das Volk aufzuwiegeln indem sie den unterdrückten Frauen eine Stimme gibt.



    Alaron und Ramita stürzen auf dem Weg nach Lakh im Gebirge ab und finden Zuflucht in einem Zain-Kloster, in dem Ramita ihre Zwillinge zur Welt bringt und sie eine neue Art lernen, mit ihrer Gnosis umzugehen. Die Seelentrinker und Inquisitoren versuchen unterdessen, ihre Spur wiederzufinden.


    Ramon und die Überlebenden der großen Schlacht fliehen durch die Wüste, werden aber bald von einer Übermacht an feindlichen Soldaten und einem Kontingent Seelentrinker verfolgt.


    Beim Vorgänger hatte ich noch überlegt, ob ich statt "zwischen der Action auch viele ruhigere und zwischenmenschliche Szenen gibt" besser "zwischen den ruhigen Szenen viel Action gibt" hätte schreiben sollen. Ich bin jetzt aber doch froh, denn der Satz passt zu diesem Buch besser. Hair geht die Sache hier langsamer an und gibt den Charakteren und ihren Beziehungen untereinander noch mehr Raum. Das Buch war dabei aber nicht weniger spannend und es gibt ein oder zwei der besten Actionszenen bisher. Der ein oder andere Charakter hat auch eine sehr tragische Geschichte.


    Es gibt auch ein paar überaschende Wendungen.


    Was Hair vielleicht etwas inflationär nutzt ist, aus Charakteren "Liebespaare" zu machen, auch wenn diese Beziehungen sehr unterschiedlich ablaufen, deshalb auch die Anführungszeichen. An einer Stelle hab ich mich aber gefragt, ob Hair versucht GRRM in sachen Perversion zu übertreffen. Aber das ganze läuft hier sehr viel nachvollziebarer ab und ist kürzer.


    In den anderen beiden Büchern wurde immer zum Beginn eines neuen Kapitels der Handlungsort gewechselt. Hier passiert es jetzt mehrmals in der Geschichte und im Finale mehere Kapitel hintereinander, die am selben Ort mit den selben Charakteren spielen. Ich hab mich gefragt, wieso Hair aus diesen Stellen nicht einzelne Kapitel gemacht hat, aber vermutlich, weil die dann monströs lang währen.


    Das Finale ist teilweise sehr dramatisch d ich bin gespannt, wie das ganze in 4. Teil ausgehen wird. Ein eindeutiges Happy End kann es eigentlich nicht geben, denn David Hair schreibt ja schon am Sunsurge Quartet, das nur 5 Jahre später spielt und um für Frieden zu sorgen müsste man mindestens die beiden kriegstreibensten Religionen abschaffen und das wird bestimmt nicht passieren.


    In der deutschen Version sollte man aber aufpassen, denn die Klappentexte spoilern kräftig.

  • Na, wenn du ne Unterbrechung brauchst: Mark T. Barnes "Kampf der großen Häuser"

    Hab es endlich gschafft den 2. und 3. Band zu lesen. Ja, doch, gefällt mir. Gut sogar.

    Ist jetzt sicher nicht das absolute Novum, eher ein Fall von klassischer, gut gearbeiteter Fantasy, die doch mit der einen oder anderen schönen Idee und Wendung. Das Magiesystem gefällt mir auch, allerdings hatte ich das Gefühl, dasss das Ende extra etwas offen gehalten wird, damit es da vielelicht noch weitergehen könnte nach "Die Säulen aus Sand".

    Sonst bin ich sehr überrascht, wie wenig Längen es in den drei Büchern gab. Nichts unnötiges oder "Lückenfüller" sondern schön angenehm zu lesen.


    Sorry, bin etwas wortkarg, aber das ändert nichts an meiner Freude beim Lesen. ;)

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    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • Ich erinnere mich, dass mir damals irgendwas an Echoes of Empire gefehlt hat. Die Charaktere waren sehr stark gut und böse glaube ich und wenig plastisch für mich. Nicht wirklich tiefe und zu sehr gut und böse. Charakterentwicklung ist mir damals nicht wirklich aufgefallen.


    Schreiben konnte Barnes, aber wo der erste Band für mich noch gut war aber irgendwie auch nicht in Erinnerung geblieben ist, ist der Rest der Reihe für mich immer schwächer geworden. Mir hat es damals sehr an signifikanter, äußerer Handlung gefehlt, bzw. immer wenn etwas hätte passieren können wurde es irgendwie ausgebremst - aber das mag auch an falschen Erwartungen gelegen haben; ich glaube die Trillogie ist sehr politisch angehaucht und war evtl nicht das, was ich damals zu der Zeit erwartet oder gebraucht habe...


    Es hatte sich eine interessante Welt angedeutet, die für mich aber nie zur vollen Entfaltung kam. Glaube aber ich war damals auch einer der wenigen, dem die Reihe nicht wirklich zugesagt hatte :)

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  • Dass die Figuren im ersten Teil etwas zu kurz kommen ist richtig und dem kann ich zustimmen.

    Ich finde aber, dass gerade Corajidin und Indris durchaus noch vertieft werden - und beide sehr gut nachvollziehbar werden.

    Was mir gefällt ist eben genau das Thema "politisch". Es werden interessante Dinge angesprochen und angerissen ohne zu plakativ zu sein.

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  • und ein weiterer Post: Neil Gaiman - The ocean at the end of the lane

    Aww, ja! Dankeschön für dieses Buch! Gaiman ist ja doch immer ein guter Autor gewesen, der mich mit American Gods und Anansi Boys vielfach zum Schmunzeln gebracht hatte und auch beim Sternenwanderer für so viel Freude gesorgt hatte, dass er immer eine weitere Chance bekommen wird.

    Aber diese wirklich kurze Geschichte (keine 240 Seiten) ist momentan definitiv mein Highlight von Gaiman! Dass ich mich so in einem Buch verliere und dann nicht rechtzeitig ins Bett komme ist mir schon lange nicht mehr passiert!

    Diese Sicht der kindlichen Unschuld, die Geschehnisse des 7jährigen Jungen, die unfassbare Kunst mit nur wenigsten Kniffen den Leser einzufangen - Wahnsinn! Ich bin wirklich restlos begeistert von dem Buch, weil es stellenweise sehr düstere Anklänge hat, auf der anderen Seite aber auch sehr naiv aus der Sicht des Kindes erzählt wird, der irgendwie die Geschehnisse nicht so ganz fassen kann und versteht. Und Lettie ist einfach super gelungen.

    Mir fällt auf Anhieb eigentlich nur ein einziges Buch ein, dass von der Stimmung her an diesen Gaiman heranreicht bzw. vielleicht minimal vergleichbar wäre: "the slow regard of silent things" von Rothfuss.

    Ihr merkt, ich bin beim Lesen ein Stimmungsmensch - und das hier ist so dicht und so toll gemacht, dass ich - glaube ich - sogar eines meiner Lieblingsbücher gestern Nacht ausgelesen habe. :dog:

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  • The Priory of the Orange Tree - Samantha Shannon


    The Nameless One, ein besonders großer und bösartiger Drache, und seine feuerspeienden Wyrms haben schon zweimal versucht die Welt zu erobern. Seitdem sind die Menschen gespalten, denn der Osten, der seine eigenen Drachen hat und verehrt, hat seine Häfen aus Angst vor einer wyrmübertragenen Krankheit geschlossen und der Westen betet den Ritter an, der den Nameless One angeblich vertrieben hat und dessen Nachfahren ihn forthalten, hassen alle Ketzer und machen auch keinen Unterschied zwischen Drachen und Wyrms.

    Allerdings tauchen immer mehr Wyrms auf und beginnen ihr unwesen zu treiben.

    Das Buch erzählt die Geschichte von verschiedenen Personen die, mal mehr mal weniger freiwillig in den Konflikt hineingezogen werden.


    Ich hab das Buch vor erscheinen zufällig auf Amazon entdeckt, mal vorgemerkt und dann erst später gemerkt, dass es schon seit Monaten einen gewaltigen Hype gab. Ich bin mir auch nicht sicher wo der herkommt, denn die Autorin hat vorher nur eine Jugendbuchreihe geschrieben, die auch sehr anders sein sollen, nach dem was ich gehört hab. Ok, vielleicht weil es um Drachen und Drachenreiter geht.


    Ms Shannon lässt sich erstmal viel Zeit (bis ca. 38-39% des Buchs) um die Welt und die Charaktere und Handlungsstränge einzuführen. Es gibt einiges an Worldbilding, wobei das aber nicht nur Beiwerk ist sondern vieles auch Einfluss auf die Handlung hat. Die 4 Handlungsstränge sind aber nicht gleichmäßig gewichtet, wobei etwas das Gefühl aufkommt, dass ein- oder zwei etwas zu kurz kommen.


    Danach zieht das Buch dann aber an und es geht geradezu Schlag auf Schlag bis zum Finale durch. Vielleicht ein bisschen zu schnell, denn manche Dinge gehen dann doch ein bisschen zu schnell. Dazu gehört auch das Finale, das ehr so nach der Marke "Ach, das wars schon?" kommt.


    Die Charaktere kommen größtenteils gut rüber, wenn sie genug Raum bekommen. Das "Igitt Heiden", "Igitt Ausländer" und das hochnäsige Getue bei Hof sind mir am Anfang schon etwas auf den Zeiger gegangen, aber das wird mit der Zeit verständlicher und weniger.


    Die Sachen, die ich kritisiert hab fallen jetzt aber nicht so sehr ins Gewicht und das Buch hat mir sehr Gut gefallen, aber der gewaltige Wurf war es für mich dann doch nicht ganz.

  • Das klingt aber doch mal ganz nett...

    Ich hab's mir mal notiert, das könnte mir gefallen, doch! Danke!

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  • Das klingt aber doch mal ganz nett...

    Ich hab's mir mal notiert, das könnte mir gefallen, doch! Danke!

    Habe ich auch gedacht. Allerdings muss ich mich erst durch "Black Leopard, Red Wolf" von Marlon James arbeiten, auch so ein dicker Brocken. Sprachlich großartige Fantasy vor afrikanisch beeinflussten Hintergrund, sehr brutal, nach 100 Seiten kann ich noch nicht sagen, wohin die Reise geht.

  • @ Dassem:


    Auch von mir ein Dankeschön, das Buch steht schon länger auf meiner Liste - nicht zuletzt, weil es ein mMn wirklich tolles Cover hat (ich mag diesen "Comicstil", aber wen wundert's, ich mag ja auch Comics :biggrin2:) -, musste und muss sich aber hinten anstellen, weil mich noch viele andere Sachen reizen, ich mir aber aus Zeit-, Platz- und Budgetgründen eine Einkaufsbeschränkung auferlegt habe. Aber nach deinen Buchgedanken bleibt's auf alle Fälle erst mal auf der Liste drauf.


    @ Pogo:


    Was habe ich gesagt? :biggrin2:

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.