Buchgedanken...

  • Was die "unnatürliche" Verlängerung einer Geschichte angeht, bin ich ganz bei dir. Allerdings stellt sich auch hier die Frage: Was ist unnatürlich? ;)

    Unnatürlich wird es für mich, wenn man einen Twist des Twist willens einbaut, bspw. im Sinne eines neuen Bösewichtes von dem man bis auf die letzte Seite der Geschichte noch nichts gehört hat, nur um die Geschichte weiter zu melken (ist jetzt ein Extrembeispiel - die Einführung etwas neuem, hauptsache mehr Bände kann da vorher schon anfangen). Das hängt bei mir oft mir einem Gefühl zusammen, wo ich für mich dann sage: ja, das fügt sich irgendwie auch rückwirkend logisch ein, bzw. das zusätzliche Element fleischt die aktuelle Welt/Geschichte nur aus ohne dass das der eigentlichen Erzählung schadet (würde sich wohl mit deinem Kate Elliot Beispiel decken), aber nicht dass plötzlich was aus dem blauen herauskommt, obwohl die Geschichte zu Ende sein könnte.

    Reicht es nicht, dass es 3 Fraktionen gibt, die in der Geschichte voneinander abhängen oder muss in Band 3 dann noch Gruppe 4, 5 und 6 eingefügt werden, die die Geschichte dann immens aufblähen und noch 2 weitere Bände füllen, die es eigentlich für einen guten Abschluss nicht gebraucht hätte - das wirkt für mich oftmals (nicht immer) eher als "die Geschichte lief, aber der Autor weicht jetzt von seinem Plan ab, weil er noch 4 tolle Ideen hatte, die er jetzt versucht passend zu machen". Natürlich kann sowas schon von Anfang an geplant sein, aber ich denke davon hätte man evtl. früher schon was gemerkt, im generellen Worldbuilding. Andeutungen, Vermutungen, Nebensätze...Möglichkeiten gibt es ja viele.


    Da bedarf es dann eines einigermaßen gut durchdachten Konzepts und eines disziplinierten Autors (bzw. einer ... Autorin), um das Ganze so ausführlich wie nötig und so stringent wie möglich (oder andersrum ;) ) durchzuziehen

    Und ich glaube da hakt es, denn diese Disziplin ist verdammt schwer - manchmal sich selbst einzubremsen und doch irgendwas nicht einbauen, nur weil es im Moment super cool klingt (daran bin ich auch schon oft gescheitert).


    Komm ja auch drauf an, was für eine Autorin man ist. Gibt ja auch jene, die einfach (oder zumindest halbwegs) drauflosschreiben und schauen, wie sich die Geschichte entwickelt, ohne vorher schon alles durchgeplotted zu haben. Die also praktisch selbst auf Abenteuerreise gehen, mit dem Schreiben. Was auch dazu führen kann, dass man als Leserin häufiger überrascht wird.

    Bei manchen klappt das besser, bei anderen weniger. Oftmals führt das aber auch zu Handlungssträngen oder Nebenplots, die irgendwann in Vergessenheit geraten oder keine zufriedenstellende Auflösung erhalten - ist ja im TV-Serien-Bereich genau das Gleiche.


    Ich versuch mich ja auch immer mal wieder am Schreiben (auch wenn ich mittlerweile aus Zeitgründen einfach nie weit komme bevor die Idee dann erstmal beiseite gelegt wird) und hab auch in der Vergangenheit mit einem Kumpel mal eine Geschichte geschrieben. Wir hatten hierbei so weit wie möglich die wichtigsten Eckpfeiler und Wege dahin geplant, aber das dazwischen war offen. Anfangs den gesamten Plot für alle jedes Staffelende und Staffelbeginn geplant, die relevantesten Abschnitte und teilweise auch Anfang und Endpunkt im Kapitel, aber das hat sich zum Teil so verselbständigt, dass das zweite "Buch" 3 mal so lange war als Band 1 und das Finale des 2. Buches schon 100 Seiten hatte, was gut die Hälfte von Band 1 war. Ein Abenteuer war es in der Tat - wir sind demnach in dieser Disziplin aber auch gescheitert und könnten rückwirkend schon das ein oder andere kürzen ^^

    "See ya in anotha life brotha!"
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    I can see your soul in the edges of your eyes. It's corrosive. Like acid.

  • Komm ja auch drauf an, was für eine Autorin man ist. Gibt ja auch jene, die einfach (oder zumindest halbwegs) drauflosschreiben und schauen, wie sich die Geschichte entwickelt, ohne vorher schon alles durchgeplotted zu haben. Die also praktisch selbst auf Abenteuerreise gehen, mit dem Schreiben. Was auch dazu führen kann, dass man als Leserin häufiger überrascht wird.

    Hm, einfach drauflosschreiben und vorher alles durchgeplotted haben, sind ja jetzt auch die beiden extremsten Herangehensweisen; das sind quasi die Enden des Hufeisens, und dazwischen ist jede Menge Platz. ;)


    Ich habe überhaupt nichts dagegen, einfach draufloszuschreiben, aber irgendwann wird man sich Gedanken über z.B. das Setting machen müssen. (Natürlich kann man die Hauptfigur auch erst einem graubärtigen Magier oder einer Elfe begegnen lassen, dann einem Zombie, dann einem Roboter - und schließlich noch Frau Meyer von schräg gegenüber. Aber selbst dann müsste man sich Gedanken machen, wie das passieren kann.)


    Deshalb habe ich ja auch von einer klaren Vorstellung dessen, was man erzählen will, gesprochen; wenn man beim Schreiben auf Abenteuerreise gehen möchte und immer so weitermachen möchte, kann man das machen, klar. Ob einem dann später die Leser und Leserinnen folgen ... wird man sehen. Und an einen Verlag wird man so ein Konzept nur dann verkaufen können, wenn man schon seeeehr berühmt ist.


    Es geht mir hier auch gar nicht darum, die eine oder andere Methode auf- oder abzuwerten. Jede/r sollte so schreiben, wie er oder sie will. Aber wir hatten uns über mehrbändige Zyklen unterhalten, und bei denen wird man mMn nicht drumrum kommen, sich irgendwann zu überlegen, was man erzählen will und wie man es erzählen will. Ein entsprechend weitgefasster Rahmen oder das Wissen um Ausgangs- und Endpunkt der Reise lässt immer noch genug Möglichkeiten offen, die Figuren ein Eigenleben entwickeln zu lassen. Und wenn man dann merkt, dass dieses Eigenleben die Geschichte in eine andere Richtung drängt (und sich das gut oder sinnvoll anfühlt) - tja, dann muss man eben den Rahmen oder den Endpunkt der Reise entsprechend anpassen. Aber ohne Planung - egal, ob von Anfang an, oder irgendwann mittendrin - kann man mMn keine langen, sich über mehrere Bände erstreckenden Geschichten schreiben. (Oder, vielleicht genauer: ein begnadetes erzählerisches Talent kann das vielleicht sogar, aber vermutlich nur im Selfpublishing-Bereich. Und dort sind mir bislang eher wenig begnadete Erzähler oder Erzählerinnen aufgefallen. :nixweiss: )

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • N.K. Jemisin - Zerrissene Erde

    Zunächst mal: tolle Geschichte, interessante Ausführung der "Magie", die eigentlich darin besteht, dass bestimmte Menschen eine weitere Fähigkeit haben, mit der sie die Erdplatten bewegen können und damit für Erdbeben/Vulkane sorgen können bzw. diese verhindern.

    Es wird aus der Sicht mehrerer Frauen in verschiedenem Alter und verschiedener Zeiten geschrieben, für mich persönlich hat die Syenit-Story am besten funktioniert.

    Das Buch ist gut, keine Frage, und ich kann auch verstehen, weshalb es den Hugo(?)-Award dafür gab. Aber ich muss auch sagen, dass ich mit den Essun-Kapiteln, die alle in der Du-Anspracheform verfasst sind, nicht ganz klar gekommen bin.

    Was soll das bedeuten? Hier ein Beispiel: "Du gehst vor die Tür und siehst nach. Ein Junge steht dort. Er sieht dich an und sagt..." Du + Gegenwart... Hart, für mich jedenfalls.

    Außerdem - und ich bin wirklich nicht zart besaitet - stören mich die zu expliziten Sexszenen. :nixweiss: das war schon bei ihrer Inheritance-Trilogie ein Kritikpunkt, der von Buch zu Buch schlimmer wurde. Derartiges befürchte ich hier - leider - auch. Sie sind allerdings nicht so häufig, dass es das Leseerlebnis beeinträchtigen würde.

    Ich will niemandem das Buch madig machen, aber so ganz und gar überzeugt bin ich nicht. Allerdings werde ich wohl dem zweiten Teil sicher eine Chance geben (und wohl dem dritten auch, weil ich dann natürlich wissen will, wie es ausgehen wird!), weiß aber noch nicht, ob für mich danach Frau Jemisin vom Radar fallen wird oder ob sie sich in meinen Augen rehabilitiert... Könnte in beide Richtungen gehen... Das Ende hat so viel Potential, dass es sich gut für sie entwickeln könnte. ;)


    Puh, ich bin schlecht im Meinung äußern bei diesem Buch, das merkt man. Und ich will auch niemanden spoilern - auch wenn das eine oder andere relativ schnell klar wird - also ist das ganze etwas kryptisch gehalten.

    Nicht zu vergessen an dieser Stelle: Timpi zeichnet sich für die mMn gelungene Übersetzung verantwortlich.

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    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • Puh, ich bin schlecht im Meinung äußern bei diesem Buch, das merkt man. Und ich will auch niemanden spoilern - auch wenn das eine oder andere relativ schnell klar wird - also ist das ganze etwas kryptisch gehalten.


    Das finde ich jetzt gar nicht - ich glaube jedenfalls, verstanden, zu haben, was du meinst. -:)


    Als diejenige, die das übersetzen durfte, bin ich ja irgendwie prädestiniert dazu, was dazu zu sagen, also tue ich das mal - aber auch etwas kryptisch, um nicht zu spoilern.


    Und damit komme ich schon zum Kernpunkt. Einer deiner Kritikpunkte, die Du-Präsens-Perspektive - wird sich sehr sinnvoll auflösen, das verspreche ich dir. Ob du das dann magst oder nicht, weiß ich natürlich nicht, aber ich finde es klasse, wie Jemisin das macht. Um den wirklich ganzen Genuss zu erhalten, muss man aber dann leider bis inklusive letztem Band durchhalten. Das ist vielleicht etwas viel verlangt von Lesern, die ja gerne Reihen abbrechen, und daher auch als Autorin gewagt. Aber der Schluss - und ich meine jetzt wirklich die letzte Szene und die letzten Sätze im letzten Band - machen das Ganze tatsächlich außerordentlich rund. Also ich kann nur jedem empfehlen, nicht aus Versehen den Schluss anzulesen (ich mache das manchmal selbst, muss ich zugeben, aber hier wäre es wirklich schade und hier habe ich es auch nicht gemacht.)


    Das heißt jetzt allerdings nicht, dass man vorher keinen Genuss hat - zum Teil wird sich die Sache ja schon im nächsten Band erklären, und noch mehr im Laufe des dritten. Wobei Genuss ja sowieso ein komischer Begriff ist, weil es mitunter sehr düster zugeht. Aber auch deshalb ist der absolute Schluss so ... erhebend.


    Was die Sexszenen angeht - hm, ich bin da ja grundsätzlich etwas vorbehalten, aufgrund meiner Erfahrungen mit der Welt. Ich glaube auch, ich verstehe, was du meinst. Das kann ich jetzt hier nicht ansprechen, ohne zu viel zu erklären und damit auch zu verraten. Mit denen von Jemisin hatte ich jetzt kein Problem. Sie verliert sich nicht in Detailbeschreibungen (sowas ist ja meistens furchtbar), sondern bringt sie in einen emotionalen und dramaturgischen Zusammenhang bzw. zur Ausformung der Figuren, und das ist bei der ersten Konstellation natürlich was anderes als bei der zweiten. Insgesamt finde ich gerade die in der letzteren Konstellation sehr schön - auch weil sie etwas Licht in die dunkle Welt bringen. Nicht wegen der Sexualität an sich, sondern wegen der Emotionen, die dabei vorhanden sind. Boah, besser kriege ich den Spagat zwischen kryptisch bleiben und konkret sein jetzt nicht hin, ich hoffe, du verstehst, was ich meine ...

    Übrigens gibt es im zweiten Band weniger davon ... und im letzten Band noch weniger ... Andersherum könnte es sein, dass du beim Lesen die Erfahrung machst, wieso sie im ersten Band nicht "umsonst" waren ...


    Ich bin übrigens jetzt dabei, den letzten Band zu übersetzen. Und ich freue mich schon darauf, wenn wir hier offen über die ganze Trilogie reden können.


    Vielleicht finden wir ja auf dem Forumstreffen mal ein paar Minuten ...

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    Einmal editiert, zuletzt von Timpimpiri () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • The Shadow of What Was Lost - James Islington


    Vor 2000 Jahren haben die Augurs Aarkein Devaed davon abgehalten das Land zu zerstören und die Boundary errichtet, um Devaed und seine Kreaturen in Schach zu halten. Danach haben sie Andarra zusammen mit den ebenfalls magisch begabten Gifted regiert, bis eines Tages ihre, als unfehlbar geltende, Gabe, in die Zukunft sehen zu können, versagt hat, was zu immer größeren Fehlentscheidungen geführt hat, welche, zusammen mit dem Auftauchen von Waffen, die magische Kräfte blockieren, zu einer Rebellion der Normalsterblichen geführt haben, bei der alle Augurs getötet wurden und die überlebenden Gifted mit Hilfe von "magischen" Regeln zum Dienen gezwungen und von allen gehasst werden.

    20 Jahre nach der Rebellion ist der junge Davian in einer Schule für Gifted und lebt in Angst vor den kurz bevorstehenden Prüfungen, da er es immer noch nicht geschafft hat, Essence zu nutzen und ein versagen gewaltige negative Konsequenzen für ihn hätte. Allerdings kommt Nachts einer der Männer, die die Prüfungen abnehmen sollen, in ein Zimmer und erzählt ihm, er wisse, dass Davian ein Augur ist und schickt ihn mit einem mysteriösem Gegenstand auf den Weg zu einem Ort, an dem angeblich im geheimen Augurs versammelt werden, um die immer schwächer werdende Boundary zu reparieren. Also bricht Davian mit seinem Freund Wirr auf ins ungewisse und finden einen jungen Mann, Caeden, der große Kräfte besitzt, sein Gedächtnis verloren hat und angeblich ein Massenmörder ist.

    Gleichzeitig muss Asha, Davian´s und Wirr´s Freundin, feststellen, dass in der Nacht, in der die beiden verschwunden sind, die gesamte Schule abgeschlachtet wurde und verschiedene Fraktionen versuchen sie aus verschiedenen Gründen zu benutzen.


    Als ich das erste Mal von dem Buch gehört habe, wollte ich es nicht lesen, weil es nicht so toll klang, relativ klassische Geschichte, jugendliche Protagonisten, …, aber das Buch hat sich in meinem Hinterkopf festgesetzt und wollte nicht mehr von dort verschwinden, ähnlich wie Malice von John Gwynne. Und genau wie Malice ist es ein Beweis, dass ich mehr auf meinen Hinterkopf hören sollte.

    Eigentlich wollte ich noch auf den abschließenden Band warten, der im Dezember erscheint, und die Reihe am Stück lesen, aber seit ich Anfang Juni David Hair´s Moontide Quartet beendet habe, befinde ich mich in einem "Lesetief" in dem ich entweder schnell die Lust an einem Buch verliere oder mich garnicht aufraffen kann (kennt das wer?). Also hab ich mir gedacht, probier ich´s einfach und es hat mich so gefesselt, dass ich es ohne Unterbrechungen und in Rekordgeschwindigkeit durch hatte. Das ist jetzt auch schon wider 5 Wochen her.


    Islington verschwendet keine Zeit und treibt die Geschichte mit jedem Kapitel voran, während er gleichzeitig Charaktere, Welt, Hintergrundgeschichte und Magie einführt.

    Was mir besonders aufgefallen ist, ist, wie sympathisch die Hauptpersonen sind, besonders dafür, dass sie Jugendliche sind (eigentlich hasse ich Jugendliche). Islington scheint aber auch der Meinung zu sein, dass Jugendliche sich nicht permanent wie Idioten verhalten müssen und lässt seine Charaktere häufig sogar überdurchschnittlich Intelligent handeln. ok, das heißt jetzt nicht, dass sie unfehlbar währen oder nicht doch mal was weniger schlaues tun, aber dafür gibt es dann meistens Gründe und nicht ein kompletter geistiger Totalausfall, weil der Autor das grade will.

    Caeden würd ich aber vorerst rauslassen, da er als Fantasy Version von Jason Bourne ja selbst nicht weis, wer er ist und ob seine Vergangenheit etwas an seinem Verhalten ändert. Ist jetzt schwer ohne Spoiler zu beschreiben, aber das letzte Kapitel, wenn er erfährt wer er ist, hat mich an eine Wendung aus einem Film erinnert. Erst vor kurzem ist mir aufgefallen, dass ich genau die selbe Wendung schon mal gesehen hab.


    Es gibt eine ganze Reihe von Twists, von denen ein paar Vorhersehbar waren, aber den Großteil hab ich nicht kommen sehen. Außerdem lässt einen das Buch mit einigen offenen Fragen zurück.


    Auf Islington´s Website steht, er hat beschlossen zu schreiben, nachdem er Mistborn und The Name of the Wind gelesen hat. Im Internet sagen auch immer wieder Leute, wie sehr die Magie in seinen Büchern der aus Mistborn ähnelt. Aber ich persönlich seh da keine Ähnlichkeiten, hier trinkt ja niemand was.


    Was ich etwas negativ fand ist das Ende der finalen Schlacht. Ich meine, ich denke ich weiß wieso die Schlacht so endet, denn das ist bestimmt ein Teaser für spätere Ereignisse, aber es ist schon sehr Deus ex machina-mäßig. Außerdem sind die feindlichen Soldaten sehr overpowered.

    Außerdem führt Islington in der Mitte des Buchs ein Element ein, das ich einerseits cool finde, aber das auch zu einem sehr blöden Ende führen könnte, je nach dem was er daraus macht.


    Eigentlich würde ich jetzt gern den 2. Teil lesen, aber damit warte ich besser noch bis kurz bevor der dritte rauskommt.

  • @Timpi: ja, ich glaub schon, dass ich das weiterlesen möchte. Die Idee an sich hat mich gefesselt, das gebe ich gerne zu! Ich habe durchaus Lust auf mehr, ich weiß allerdings nicht, was ich von den Ideen halten soll und wie sie weitergehen sollen.

    Mit Freuden lasse ich mich von den folgenden Bänden überraschen - das Thema mit den Sexszenen waren für mich nur eine schlechte Erinnerung an ihre erste Trilogie...

    Schön ist auch zu lesen, dass es die beiden Folgebände auch auf deutsch geben wird! :D

    Und drüber reden können wir sehr gerne, ich freu mich schon! ;)

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  • Schön ist auch zu lesen, dass es die beiden Folgebände auch auf deutsch geben wird! :D

    Wusstest du das nicht? Der zweite Band erscheint laut Knaur-Webseite am 2.12.19. Der nächste dann ... irgendwann später. -:)

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  • @ Elric: Ich glaube auch, dass du weiterlesen willst ... ja, doch, du willst weiterlesen, du willst weiterlesen ... :magicf:


    Nee, im Ernst, du verpasst was, wenn du nicht weiterliest, denn Jemisins Broken-Earth-Trilogie ist schon eine verdammt gut durchkonstruierte Geschichte mit interessanten Figuren, die nicht nur äußere, sondern auch glaubwürdige innere Konflikte haben, und mit einem Setting, das wirklich originell ist (und dadurch natürlich auch sehr "anders" und gewöhnungsbedürftig). Aber mMn lohnt es sich, sich darauf einzulassen. Was die Du-Perspektive angeht, war mir am Ende des ersten Bandes klar, wer da zu Essun spricht - nur, warum diese Figur das macht, das erfährt man erst viel später. Und wie Timpi schon gesagt hat, das "Du" macht in diesem Fall wirklich Sinn, das ist nicht nur ein stilistisches Gimmick, wie manche Rezensenten meinen.


    Was die Sexszenen angeht, nehmen die tatsächlich von Band zu Band ab. Ich war nach Jemisins Inheritance-Trilogie da auch ein gebranntes Kind, aber das lässt sich mMn nicht vergleichen, denn schon die Szenen in The Fifth Season / Zerrissene Erde fand ich recht gelungen (im Gegensatz zu denen in ihrer ersten Trilogie). By the way: Lies bitte niemals Best Served Cold / Racheklingen von Abercrombie, denn da hat's (zumindest für mich) deutlich zu viele unnötige, problematische und peinliche Sexszenen (mit denen Joe natürlich beweisen will, wie waaaahnsinnig cool und edgy er doch ist).



    @ Dassem: Schöner Text zu Islingtons erstem Licanius-Band!


    Ich habe den Roman vor zwei oder drei Jahren mal begutachtet (nicht für den Verlag, bei dem die deutsche Ausgabe dann erschienen ist), und würde das, was du geschrieben hast, so ziemlich alles unterschreiben. Sowohl das Positive (die ausnahmsweise mal nicht nervenden jugendlichen Protagonisten, die zwar ziemlich klassische, aber durchaus spannend erzählte Geschichte, das Setting, die Erzählweise etc.pp.) als auch das ... äh ... weniger Positive (das Element, das Islington in der Mitte des Buches einführt, das mMn tatsächlich problematisch werden kann, das Deus-Ex-Machina-Ende der Schlacht, die übermächtigen feindlichen Soldaten). Unterm Strich bleibt für mich ein Roman, den ich damals gerne gelesen habe, und eine Trilogie, die ich eigentlich weiterlesen wollte (was ich vermutlich irgendwann auch mal tun werde). Schön, dass dich das Buch aus deinem Lesetief geholt hat!


    So ein Lesetief kennen wir glaube ich alle. Bei mir hilft es meistens, wenn ich das Genre wechsle bzw. ein Sachbuch einschiebe. Und wenn das auch nicht klappt, flüchte ich zu meinen Comics - das funktioniert (fast) immer. ;)

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  • Zitat

    By the way: Lies bitte niemals Best Served Cold / Racheklingen von Abercrombie, denn da hat's (zumindest für mich) deutlich zu viele unnötige, problematische und peinliche Sexszenen (mit denen Joe natürlich beweisen will, wie waaaahnsinnig cool und edgy er doch ist).

    Oh ja, das kann ich 100% so untetschreiben. Das ist wohl der Hauptgrund meiner Erinnerung nach, warum Racheklingen mit wesentlich weniger gefallen hat als die First Law Trillogie. Witzigerweise hab ich eigentlich so gut wie keine Erinnerung mehr an das Buch, außer einer ganz bestimmten Sexszene, bei der ich damals schon gewaltig mit den Augen gerollt habe

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  • Das mit dem Erinnern schaffen wir sicher! ;)

    Ja, ich les auf jeden Fall weiter.


    Was den Joe angeht: je nun, ich hab zimindest schon 2 Bände von ihm zu Hause. Mal sehen...

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    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Brandon Sanderson - Held aller Zeiten

  • gero


    Aus dem Tief geholt hat mich das Buch solange bis ich es durchhatte. Danach lief es wieder sehr schwankend und ich musste mich wahnsinnig zusammenreißen, um nicht alle paar Tage ein anderes Buch anzufangen und dann wieder wegzulegen.

    An einen Genrewechsel hatte ich schon nachgedacht, oder andere Bücher vorzuziehen, die ich lesen will, aber noch auf Fortsetzungen warten wollte, so wie ich´s mit Islington gemacht hab.

  • Ich habe nach Miles Cameron auch mal eine kurze Fantasypause eingeschoben. Bin zwar selbst nicht im Tief, aber manchmal tut es ganz gut.


    Habe aktuell einen ganzen Leseblock (ja, ich baue meinen Leseplan blockweise auf :D) aus Einzelbänden und eher nicht Fantasy. 2 Stranger Things Büchern, zwei unabhängige Horrorbücher von Robert Jackson Bennett und Dan Browns Origin, bevor Glen Cooks Port of Shadows den nächsten Fantasy Mehrteiler-Block mit Belgariad und Gods of Blood and Powder einleitet..


    Ich finde das hilft ganz gut ab und zu mal ein bisschen Abstand von einem Genre zu nehmen..

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