Von Büchern, Menschen und Verlagen - Mark VI

  • Zitat

    Original von gero
    ... und die sich dann als nächstes selber featuren will ...


    Wir werden nicht. Wir lassen uns wohl außen vor, verweisen allenfalls darauf, dass wir als Auch-Gewinner dies zum Anlass genommen haben.


    Zitat

    Oder, mal anders gefragt: Wie lange gibt es den DPP schon? Hätte man da nicht eigentlich schon längst mal Macher und Hintergründe vorstellen können bzw. müssen?


    Hätte man können - ja. Hat jemand gemacht? Nein. Hätten die Macher sich selbst irgendwo vorgestellt und die Hintergründe publiziert ... den Rest erspare ich mir.
    Wie gesagt, wir nahmen unseren Gewinn als Anlass für die Serie - verzichten aber wohl darauf uns selbst zu "featuren". Oder die Macher hinter unserer Seite vorzustellen. Etwas über unsere Arbeit zu erzählen.

  • Zitat

    Original von HMP


    Wir werden nicht. Wir lassen uns wohl außen vor, verweisen allenfalls darauf, dass wir als Auch-Gewinner dies zum Anlass genommen haben.



    Hätte man können - ja. Hat jemand gemacht? Nein. Hätten die Macher sich selbst irgendwo vorgestellt und die Hintergründe publiziert ... den Rest erspare ich mir.
    Wie gesagt, wir nahmen unseren Gewinn als Anlass für die Serie - verzichten aber wohl darauf uns selbst zu "featuren". Oder die Macher hinter unserer Seite vorzustellen. Etwas über unsere Arbeit zu erzählen.


    Eigentlich gibt es doch genügend umtriebige Blogger, die mal auf die Idee kommen könnten, die Macher des DPP vorzustellen/zu interviewen. Falls das noch niemand getan hat, dann das wäre wohl auch mal eine Überlegung wert, oder? Wenn das niemand tut, sondern nur die negativen Seiten herauskitzelt, dann wird es immer Unstimmigkeiten, Uneinigkeit und Polemik geben. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen, dass da anscheinend so viel gemeckert wird (und das wo ich eigentlich eine Meckertante bin). Aber das nur so am Rande, von jemand, der nur sehr sehr wenig Einblick in die ganze Szene hat. Verstehen kann ich das aber nicht.

  • Zitat

    Original von Wurling
    Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen, dass da anscheinend so viel gemeckert wird (und das wo ich eigentlich eine Meckertante bin). Aber das nur so am Rande, von jemand, der nur sehr sehr wenig Einblick in die ganze Szene hat. Verstehen kann ich das aber nicht.


    Gemeckert wird immer ... und kolumniert hin und wieder auch ;)

  • Zitat

    Original von HMP


    Wir werden nicht. Wir lassen uns wohl außen vor, verweisen allenfalls darauf, dass wir als Auch-Gewinner dies zum Anlass genommen haben.


    Wenn überhaupt, so werden wir am Ende der Serie kurz etwas über uns schreiben. Was aber eher unwahrscheinlich geworden ist.


    Allerdings wurde mir mit dem Stichwort "Ethik" wahrscheinlich das Thema für meine nächste Kolumne gegeben. Vielen Dank!

  • Ich kann ja als einer der DPP-Macher mich mal kurz hier einschalten:


    Ganz leichtes Bauchgrummeln kan ich ja verstehen, wenn eine DPP-Gewinner Seite im Jahr des Gewinns den DPP-Machern dann einen Artikel widmet, aber nun auch nicht so viel Grummeln, dass man das nicht hätte machen dürfen. Hier gleich ethische Verbote bzw. unethisches Verhalten ins Feld zu führen, finde ich etwas unverhältnismäßig. Ja, man kann das so oder so sehen. Die Beobachtung ist andererseits aber übrigens auch richtig, dass wir nicht gerade mit solchen Anfragen überrannt werden.


    Bei 1.800 Stimmen würde ich nicht von "nur" sprechen, auch nicht in Anführungszeichen. Nochmal: Selbst beim OSCAR stimmen nur ca. doppelt so viele ab, und viele US-Genre-Literaturpreise haben nicht so viele Abstimmende bzw. Stimmen.


    Mit Kritik können wir eigentlich sehr gut leben, zumal in den letzten Jahren auch immer mal wieder durchaus konstruktive Kritik kam, die dann auch prompt in den Jahren darauf in den Abstimmungsmodus eingeflossen ist.


    Wenn Fantasyblogger aber moniert, dass wir in dem Interview nicht darauf eingegangen wären, wie Mehrfachabstimmungen verhindert werden, offenbart diese Frage wenig Praxistauglichkeit. Eigentlich sollte jedem aufgehen, dass wir kaum öffentlich die Kreativität von Cheatern beflügeln, geschweige denn, ihnen Bastelanleitungen an die Hand geben möchten. Nur mal fürs Protokoll: Selbstverständlich haben wir (sogar mehrere) Instrumente und Prozeduren für Fake-Votes, bzw. dagegen. Die werden wir aber doch nicht öffentlich machen. Und auch nicht öffentlich darüber reden.


    Noch was fürs Protokoll: Wir verschließen uns keinesfalls kritischen Fragen. Immer her damit, sofern Sie konstruktiv sind.

  • Da ich ja das Wort "Ehtik" in die Diskussion gebracht habe, möchte ich begründen, wie ich dazu gekommen bin.
    Für mich stellt sich die Lage so dar: Viele von uns, die sich mit der Phantastik beschäftigen und auseinander setzen, sind enttäuscht, wenn sich die Medien nicht oder nur wenig damit befassen. Also machen wir es selbst. Wenn man dann eine Art Journalismus betreibt (eine Redaktion bildet, Interviews führt, Kolumnen oder Kommentare schreibt), sollte man sich auch an den journalistischen Berufsethos halten.


    Das ist wahrscheinlich zu viel verlangt und zu idealistisch gedacht, zumal wenn sich Journalisten selbst oft nicht daran halten und man in das Hobby auch nur begrenzt viel Zeit stecken kann. Aber ich finde es wichtig, sich solchen Fragen zu stellen und darüber zu diskutieren.


    Wenn du, Oliver, hier schreibst, dass ihr Instrumente gegen Mehrfachabstimmungen habt, dann hätte ich mir genau so eine Aussage im Interview gewünscht, wenn denn so eine Frage gekommen wäre. Dazu hätte eine Bewertung kommen können, ob Fans oft versucht haben, gegen die Regeln zu verstoßen. Dass man nicht die Sicherheitsmaßnahmen genau beschreibt ist klar.


    Hat irgendjemand behauptet, ihr würdet euch kritischen Fragen verschließen? Den Eindruck, dass ihr das machen würdet, habt ihr auf mich nie gemacht.

  • Zitat

    Original von Fantasyblogger
    Da ich ja das Wort "Ehtik" in die Diskussion gebracht habe, möchte ich begründen, wie ich dazu gekommen bin.
    Für mich stellt sich die Lage so dar: Viele von uns, die sich mit der Phantastik beschäftigen und auseinander setzen, sind enttäuscht, wenn sich die Medien nicht oder nur wenig damit befassen. Also machen wir es selbst. Wenn man dann eine Art Journalismus betreibt (eine Redaktion bildet, Interviews führt, Kolumnen oder Kommentare schreibt), sollte man sich auch an den journalistischen Berufsethos halten.


    Nur für mich zum (weiteren) Verständnis: Bedeutet diese Aussage, dass wir uns in Deinen Augen nicht an den "journalistischen Berufsethos" gehalten haben?

  • Der britische Science-Fiction- und Fantasy-Autor Robert Holdstock ist heute im Alter von 61 Jahren gestorben. Die Reihen "Mythenwald" und "Berserker" stammten von ihm, er schrieb aber auch Einzelromane. Zusammen mit Angus Wells schrieb er unter dem Pseudonym Richard Kirk die "Raven"-Romane.


    Quelle: ansible

  • Beim sf magazin sieht man Steam Punk als die nächsten Vampire.
    (Naja, zumindest im englischen Raum...)


    Zitat

    ier Einzelromane und eine Serie seien hier herausgegriffen, die in den letzten Monaten auf englisch erschienen - Robert Charles Wilson 's „Julian Comstock: A Story of 22nd-Century America“ auch schon auf deutsch -, von denen einige innerhalb des ersten Monats nach Erscheinen bis zu siebzig Kundenkommentare auf amazon.com provozierten. Allerdings muss man sehen, dass in den angelsächsischen Ländern Science Fiction-Literatur nicht in dem Ausmaß verhehlen muss, dass sie solche ist, wie hierzulande. Sie steht dort wesentlich gleichberechtigter neben der Mainstream-Literatur.



    [url=http://www.sf-magazin.de/essay--jugendbuch-alternative-steam-punk-literatur,234.html]Steam Punk-Welle angelsächsischer Autoren gibt Vampir-Romanen den Gnadenbiss[/url]

  • Nach dem Steampunk schreit man in Deutschland schon seit Jahren, bisher ist da alles im Sande verlaufen. Warum sollte das jetzt anders sein?


    Aktuell warte ich jetzt erstmal drauf was mit den ganzen himmlischen und höllischen Flattermännern bzw. mit meinen Lieblingsuntoten passiert , da wurde mir nämlich gerade zugetragen, dass sich in USA die Lage deutlich zuspitzt.


    Beste Grüße, Ole

  • Zum ZDF-Beitrag - ich fand den ganz in Ordnung. Dass man keine Insider-Diskussion über Fantasy führt, ist bei so einem Format eigentlich klar. Und selbst über anerkannte "Literatur" dürfen die Herren und Damen Intellektuelle und Kritiker ja nur vergleichsweise selten ausführlich und fundiert palavern.
    Fantasy ist nun mal in den letzten Jahren mit einem Bereich in die Öffentlichkeit geraten, den viele alte Fantasyhasen nicht unbedingt als aussagekräftig ansehen. Die Zielgruppe dieser Sendung waren eben all die Leser(innen) von Vampirromanzen und jugendlicher Abenteuerfantasy à la Heitz und Heitmann. Amüsant doch immerhin die Lesetipps der drei am Ende ;-).
    Was natürlich ein wenig schade war, ist, dass die Frage nach dem "Wie wird man Autor" nicht endlich mal ein bisschen realistischer beantwortet wurde.


    Zu Steam-Punk. Der müsste wohl erst genauso romantisch werden wie die Vampire, um hier in den Mainstream Eingang finden zu können. Erste Versuche gibt es aber glaub ich schon dafür in den USA.

  • Zitat

    Original von Firesong
    Zu Steam-Punk. Der müsste wohl erst genauso romantisch werden wie die Vampire, um hier in den Mainstream Eingang finden zu können. Erste Versuche gibt es aber glaub ich schon dafür in den USA.


    Das wiederum glaube ich gar nicht, die Paranormal Romance ist ein wichtiges, erfolgreiches Moment auf dem aktuellen amerikanischen Markt, aber sie ist sicher nicht das Einzige.


    Der aktuelle Aufstieg der Fantasy in den Mainstream fußt ja nicht nur auf Frau Meyer sondern vor allem auch auf einer gewissen Dame aus England und einem Herren aus Neuseeland.


    Die hier beschriebene Steampunkt geht ja deutlich in Richtung Jugendbuch (den Begriff "All-Age" vermeide ich mal absichtlich), denn darüber kann man diesseits wie jenseits des großen Teiches massenhaft Bücher absetzen - und erste Testballons in dieser Richtung gibt es ja auch schon in Deutschland beispielsweise von Thiemeyer oder Lode. Ob das aber der große Durchbruch sein wird, weiss ich nicht (und glaube ich auch ganz ehrlich gesagt nicht).


    Beste Grüße, Ole

  • Wie es nun immer kommen mag mit dem Steampunk, romantisch oder nicht, das Genre ist dermaßen erklärungsbedürftig in der Öffentlichkeit, dass es sich zumindest nicht für einen echten Hype anbietet.


    Das mit den Trends ist ja so eine Sache. Alle, die einen Trend gut verkaufen, hoffen ja darauf, dasss der nächste, den sie hoffentlich rechtzeitig erkennen, wieder vom gleichen Kaliber sein wird. Dabei ist es ja keineswegs gegeben, eher unwahrscheinlich, dass einem großen Hype ein ähnlich großer folgen wird. Da kommen dann vielleicht ein paar kleinere parallel. Das sind die, die man beobachten und drauf reagierenkann.
    Die Knaller wie Potter oder Twilight, die kann eh keiner voraussagen. Diese "Trends" erwischen alle kalt von hinten. Wäre natürlich lustig, wenn so ein Buch käme und zufälllig Steampunk wäre.

  • Zitat

    Original von TeichDragon
    Beim sf magazin sieht man Steam Punk als die nächsten Vampire.
    (Naja, zumindest im englischen Raum...)




    [url=http://www.sf-magazin.de/essay--jugendbuch-alternative-steam-punk-literatur,234.html]Steam Punk-Welle angelsächsischer Autoren gibt Vampir-Romanen den Gnadenbiss[/url]


    Ach du meine Güte ... "Julian Comstock" als Steampunk? Karl Schroeders "Virga"-Serie als Steampunk? Je, nu ... Das Schöne an der Problematik, Genres und Subgenres zu definieren, ist ja, dass sich jeder seine eigene Definition zusammenbasteln kann ... :nixweiss:


    Schade allerdings, dass man anscheinend vergisst, dass zu guten Artikeln und Essays auch ein bisschen Recherche gehört. Wobei es eigentlich nicht so wahnsinnig schwierig gewesen wäre, rauszukriegen, dass Schroeders erster Virga-Roman unter dem Titel Planet der Sonnen nächstes Frühjahr bei Heyne auf Deutsch erscheint. Wahrscheinlich, weil das Heyne-Lektorat die neue Steampunk-Welle erahnt hat ... :naughty:

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

  • Zitat

    Original von Freebird
    Der britische Science-Fiction- und Fantasy-Autor Robert Holdstock ist heute im Alter von 61 Jahren gestorben. Die Reihen "Mythenwald" und "Berserker" stammten von ihm, er schrieb aber auch Einzelromane. Zusammen mit Angus Wells schrieb er unter dem Pseudonym Richard Kirk die "Raven"-Romane.


    Quelle: ansible


    Sehr schade. Seit Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts seine frühen SF-Romane auf Deutsch erschienen sind, gehörte Holdstock für mich in die Kategorie ungewöhnlicher, aber interessanter Autor. Und seine Ryhope-Wood-Reihe (von der die ersten beiden Bände als "Mythenwald" und "Tallis im Mythenwald" auch in Deutschland veröffentlich wurden) ist ein beeindruckender Beweis dafür, was Fantasy alles sein kann (und ein Beleg für meine These, dass die 80er eigentlich ein goldenes Fantasyjahrzehnt waren).


    Die Sachen, die Holdstock unter Pseudonym veröffentlicht hat, kann man so ziemlich vergessen (über "Raven" hat sich moya ja kürzlich ausgelassen ;), und die "Berserker-Saga" - von der es nur zwei der drei Bände zu uns geschafft haben - ist auch nicht der Bringer) - mit Ausnahme der "Night Hunter" Horrorserie, deren erste Bände mich damals (in den 80ern) ziemlich beeindruckt haben, denn Holdstock ist es gelungen, eine düstere, bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, ohne großartig zu splattern ...


    R.I.P., Mr. Holdstock ...

    She struggled ever closer, her breath sleeting out in crackling plumes that sank down in sparkling ice crystals. It reminded her of her youth, the nights out on the tundra, when the first snows came, when clouds shivered and shed their diamond skins and the world grew so still, so breathless and perfect, that she felt that time itself was but moments from freezing solid – to hold her for ever in that place, hold her youth, hold tight her dreams and ambitions, her memories of the faces she loved – her mother, her father, her kin, her lovers. No one would grow old, no one would die and fall away from the path, and the path itself, why, it would never end.

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  • Zitat

    Original von Firesong
    Zu Steam-Punk. Der müsste wohl erst genauso romantisch werden wie die Vampire, um hier in den Mainstream Eingang finden zu können. Erste Versuche gibt es aber glaub ich schon dafür in den USA.


    Jepp, das hier:


    [IMG:http://ecx.images-amazon.com/images/I/51nyUWrIh8L._SS500_.jpg]


    Aber dass das jetzt der neue Trend wird, mag ich trotzdem nicht recht glauben, eher wohl ein Versuch, sich ein wenig von der Masse der Vampirautorinnen abzuheben. Sollte es das Werk nach Deutschland schaffen, werd ich vielleicht trotzdem mal ein Auge riskieren, wenn es nix ist, freut sich halt meine Freundin... ;)

  • Steampunk hat sich bisher vor alllem durch einfallsreiche und spannende Romane ausgezeichnet. Ich hoffe sehr, dass es nicht so einen Trend gibt, der eines der letzten Refugien der Originalität, von Zombieautoren ohne Gehirn, mit solchem Romancedreck überschwemmen lässt. ;)
    Vielleicht sind Zombies nicht die neuen Vampire, aber die Zombies haben sich bereits fest auf dem Buchmarkt etabliert - hinter der Schreibmaschine.