P. Rothfuss: The Name of the Wind /Spoilergefahr

  • So, nachdem ich das Buch jetzt durchhabe, kann ich den Thread eröffnen :D
    Ein Post in den Buchgedanken schenke ich mir, was sollte ich den Rezis vom Käferl und Booster noch hinzufügen - selten so lange und ausführliche Rezis in der BP gesehen, denen ich einfach nichts Neues hinzufügen könnte.
    Um einen Diskussionsthread anzuschieben braucht man ein paar provokante Aussagen/ Meinungen, sonst wird es ein Fanboy Thread und FFE [SIZE=7](Freide Freude Eierkuchen)[/SIZE]. Was ich sagen will ist, dass ich wohl ein wenig extrem formuliere, das Buch aber wirklich genossen habe. Ich habe z.B. selten jemanden über Musik so schreiben sehen, wie PR.


    Kommen wir zu den Punkten die mir nicht so 100%-ig gefallen haben und über die man bestimmt diskutieren kann:


    Den Teil in den "Slums" als Straßenjunge fand ich nicht wirklich so gelungen. Drei Jahre als Einzelgänger auf diesen Straßen zu überleben ist für mich nicht realistisch. Okay, er hat die Zuflucht bei Trapis, aber ist das ausreichend? Zusätzlich dazu finde ich die Beschreibung viel zu lang und bis jetzt für das Kommende so nicht notwendig.


    Ärgerlich finde ich, dass die Rahmenhandlung in weiten Teilen nicht vorankommt und mir manchmal als nervige Unterbrechung der wahnsinnig schönen Episoden auf den Keks ging. Gegen Ende baut PR aber über die Informationen die er streut einen Spannungsbogen auf, der einen heute schon nach der Fortsetzung lechzen lässt. - Und das Erscheinungsdatum wurde gerade verschoben *stöhn*


    Irrsinnig schön sind die Beschreibungen seiner Musik und was sie für ihn bedeutet. Kann man all das (warmes Gras, trinkende Vögel etc.) wirklich spielen? Ich hab es ihm ohne nachzudenken geglaubt! Huch, das war ja gar keine Kritik, macht nichts, ich fand es einfach beeindruckend.


    Soweit erst einmal von mir.


    Grüße,
    morty

  • Zitat

    Original von morty
    Irrsinnig schön sind die Beschreibungen seiner Musik und was sie für ihn bedeutet. Kann man all das (warmes Gras, trinkende Vögel etc.) wirklich spielen? Ich hab es ihm ohne nachzudenken geglaubt! Huch, das war ja gar keine Kritik, macht nichts, ich fand es einfach beeindruckend.



    Ich warte ja noch auf die deutsche Übersetzung, aber hat Pat evtl. MacAvoy gelesen? Solche Vergleiche bei Musik sind mir gerade beim querlesen wieder ins Auge gesprungen, gerade wenn Raphael auf der Laute spielt:


    Zitat

    Langsam begann Raphael, die Melodie "Ce fut en mai" zu spielen, ein einfaches Lied, das er Damiano drei Jahre zuvor gelehrt hatte. Er spielte sie mehrmals durch, ohne Triller, ohne Schnörkel, ohne zu kontrapunktieren. Er spielte sie jedoch jedesmal auf andere Weise. Die erste Wiedergabe klang heiter,; die zweite traurig. Beim drittenmal hüpfte die Melodie, als ritte sie auf einem übermütigen Pferd, und beim viertenmal wurde dieses Pferd in den Kampf geritten. Die fünfte Wiederholung machte daraus ein Klagelied, und als alles vorbei schien - wie die Stationen eines ereignisreichen Lebens -, spielte er die Melodie noch einmal als Tanz, die sie eigentlich war.


    und


    Zitat

    Raphael streifte die Saiten leicht, wie mit sanftem Flügelschlag, und seine linke Hand bebte über dem glänzenden schwarzen Holz des Lautenhalses. Das keine Musik mehr - es sei denn, das Spiel des Wassers wäre Musik oder das Streichen des Windes über Grashalme.

  • Zitat

    Original von morty
    Den Teil in den "Slums" als Straßenjunge fand ich nicht wirklich so gelungen. Drei Jahre als Einzelgänger auf diesen Straßen zu überleben ist für mich nicht realistisch. Okay, er hat die Zuflucht bei Trapis, aber ist das ausreichend? Zusätzlich dazu finde ich die Beschreibung viel zu lang und bis jetzt für das Kommende so nicht notwendig.


    Hm, der Teil hatte mir eigentlich gefallen..dafür fand ich diese Harry-Potter-Episode in der Magierakademie ziemlich nervig, besonders da mir dort Kvothe einfach zu perfekt vorkam :nixweiss:


    Wobei das Hauptmanko des Buches (hatte ich auch schon mal irgendwo geschrieben *grübel*) für mich halt war, dass die Story in meinen Augen zu sehr aus anderen Büchern/Geschichten zusammengeklaut war, da wäre es mir lieber gewesen, wenn Rothfuss auch ein paar eigene Ideen eingebracht hätte

    Sometimes it seems like there isn't enough time in the day to not do all the things that need not doing
    Garfield (19.07.10)

  • Zitat

    Original von morty
    Drei Jahre als Einzelgänger auf diesen Straßen zu überleben ist für mich nicht realistisch. Okay, er hat die Zuflucht bei Trapis, aber ist das ausreichend?


    Keine Ahnung, ich habe das nie ausprobiert. ;)


    Nein, aber ernsthaft: Ich habe alle Aussagen in der Binnenerzählung, die mir in einer "ungereahmten" Erzählung fragwürdig vorgekommen wären, unter zwei Perspektiven gelesen:
    Erstens: Kvothe scheint nun einmal in mehrerlei Hinsicht hochbegabt zu sein und überwindet daher bestimmte Härten vielleicht besser als ein gewöhnlicher Mensch.
    Zweitens (und das ist vielleicht entscheidender): Kvothe erzählt seine Geschichte ja selbst, und das durchaus als sehr bewusst gestaltender Erzähler. An einer Stelle fordert er ja Chronicler sogar explizit auf, etwas, das er schon gesagt hat, zu streichen, damit er es anders (und zwar ziemlich anders!) neu formulieren kann. Wer sagt uns also, ob er uns die ganze Wahrheit erzählt und nicht manches auch schönt/abwandelt/erfindet? Noch haben wir keine äußere Bestätigung oder Entkräftung vieler seiner Angaben, da ja auch Bast anscheinend erst später zu ihm gestoßen ist. :nixweiss:


    Das, was dich gestört hat - die Unterbrechungen durch die Rahmenhandlung - fand ich eigentlich gerade klasse, aber ich bin auch jemand, der gern Erzählsituationen in Geschichten mag.


    Vielleicht hat mich auch deshalb die Arbeit mit Versatzstücken, die maschine hervorhebt, nicht so gestört - gut, ich habe auch gedacht "hier ist ein bisschen Gondolin... Da ist ein bisschen Wasweißichwas", aber ich fand es nicht so extrem wie z.B. in Marzis "Lycidas" und fand außerdem, dass es in einer Geschichte über das Geschichtenerzählen (und über jemanden, der Schauspielkünste und Geschichtenkenntnis vielfach bewusst einsetzt) durchaus nicht ganz unpassend war.


    Teile der Universitätshandlung waren nun inhaltlich auch nicht unbedingt 100% mein Ding, aber da ich Schul-, Internats- und Universitätsgeschichten häufig ohnehin nicht mit so großer Begeisterung lese, ist das eher Geschmackssache als ein echter Kritikpunkt. ;)

  • Das wird spannend. Jeden stört etwas anderes. Ich könnte jetzt seitenweise Kritikpunkte anfügen, unterlasse das aber und komme immer nur mit kleineren Einzelpunkten, weil sich sonst der Eindruck aufdrängen könnte, an diesem Buch wäre aber auch nichts gut oder richtig. Dabei gab es kein Buch in der letzten Zeit, dass mich mehr beeindruckt hat. Die Stärken sind so gewaltig, dass sie die Schwächen mehr als nur aufwiegen.


    Wenn ich meine Lebensgeschichte erzähle, dann tue ich das zu einem Zweck (Beichte, Rechtfertigung, Unterrichtung etc.) Das franzt aus.
    Neben den Stärken im Schulbereich (man mag das mögen oder nicht), wo der Autor aber seinen eigenen Stil findet und eine authentisch wirkende Welt erfindet, sind die Episoden als Straßenjunge und noch schlimmer die mit dem Blaulichtdrachen gleich aus mehreren Gründen erheblich schwächer.
    Der Unterschied zwischen Unter- und Oberstadt hat mich viel zu viel an die heutige Realität erinnert und hat manchmal diese authentische Athmosphäre verlassen, die der Autor sonst so meisterhaft einfangen konnte.
    Desgleichen die Drogenszene in der Drachenbekämpfung. Auch das hat nicht die Tiefe der starken Kapitel. Es beruhigt mich, wenn der Autors agt, dass das nachgeflickt wurde. So wirkt es auch.


    Wenn nicht klar ist, was ich mit Authentizität in der Stimmung und Athmosphäre meine, der braucht nur den Anfang mit dem dreifachen Schweigen (oder war es Stille?) noch einmal zu lesen.


    Booster (immer noch fasziniert)

  • Zitat

    Wulfila
    Das, was dich gestört hat - die Unterbrechungen durch die Rahmenhandlung - fand ich eigentlich gerade klasse, aber ich bin auch jemand, der gern Erzählsituationen in Geschichten mag.


    Gestört hat hier weniger die Tatsache, dass eine Rahmenhandlung vorhanden war, als vielmehr, dass diese nicht vorangekommen ist. Okay, okay, was soll sie auch großartig in 24 Stunden fortschreiten in denen hauptsächlich jemand sein Leben erzählt, aber warum dann überhaupt für eine halbe Seite nichts zurückspringen? Um den Leser bewusst zu machen, dass es noch ein Rahmenhandlung gibt? Um einen Spannungsbogen noch ein wenig in die Länge zu ziehen? Oder vielleicht um einen Themenwechsel zu ermöglichen? Ginge auch alles ohne "Bruch".


    Zitat

    boosterpacks
    Desgleichen die Drogenszene in der Drachenbekämpfung. Auch das hat nicht die Tiefe der starken Kapitel. Es beruhigt mich, wenn der Autors agt, dass das nachgeflickt wurde. So wirkt es auch.


    In letzter Zeit kommt das Thema Drogen im Fantasyumfeld häufiger vor. Nicht das gute alte Met und der Wein als "klassische" Drogen, sondern äquivalente zu unseren modernen abhängig machenden Drogen mit all den häßlichen Nebeneffekten. Stören tut mich hier, dass sie einfach nur existieren, ohne, dass sie eine wirkliche Rolle spielen. Auch PR beschreibt sie als Fakt, mit all seinen negativen Facetten, doch warum? Damit er einen "Drachen" auf Turkey in seine Geschichte einbauen kann? Hmm ein bisschen wenig :nixweiss: [SIZE=7]Interessant, dass ein Drache mit einem vom menschlichen Metabolismus stark abweichenden Stoffwechsel (lagert Eisen in seinem Körper/ Schuppen an) auch auf diese Droge reagiert.[/SIZE]


    Zitat

    Wulfila
    Teile der Universitätshandlung waren nun inhaltlich auch nicht unbedingt 100% mein Ding, aber da ich Schul-, Internats- und Universitätsgeschichten häufig ohnehin nicht mit so großer Begeisterung lese, ist das eher Geschmackssache als ein echter Kritikpunkt. ;)


    Zitat

    maschine
    Hm, der Teil hatte mir eigentlich gefallen..dafür fand ich diese Harry-Potter-Episode in der Magierakademie ziemlich nervig, besonders da mir dort Kvothe einfach zu perfekt vorkam


    Naja, maschine, so HP like war es doch gar nicht ;) Und seine eigene Unterrichtsstunde fand ich doch schon köstlich :D Die Passagen finde ich deswegen so gut, weil hier PR sein Magiesystem entwickelt. Alles beginnt wie Physik (Energie kann nicht aus dem Nichts geschaffen oder vernichtet werden) versetzt mit ein wenig mentalen Übungen, schon gibt es erste Erfolge [SIZE=7](ich hänge noch ein wenig an der Sache mit dem Alar, als noch keine Erfolge vorzuweisen *bfg*)[/SIZE]. Dazu noch all die anderen Fächer mit denen sich auch heutige Studenten plagen können (Mathe, Geschichte...*gähn*) Doch dann kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu, der lange sehr vage leibt - Elodin, Master Namer. An der Stelle spielt PR vollendet mit dem Leser. Die Episoden mit Elodin sind für den Leser, weil auch für den Erzähler, verwirrend und bringen wenig Licht in die Magie. Außer Ahnungen, die nicht bestätigt werden, hängt man ganz schön in der Luft. Und doch spürt mann, dass hier der wahre Kern der Magie liegt. Mal schauen wie es weitergeht...


    Mal was anderes, wer glaubt eigentlich, dass es am Ende wirklich nur drei Teile sein werden? Wenn ich richtig gezählt habe, dann sind im ersten Band so 6 maximal 7 Jahre erzählt worden. Kvothes Alter ist äußerlich mitte 40-50, aber wie er selber sagt ist er viel älter! Am Ende des ersten Bandes hat er noch nicht gelernt richtige Magie anzuwenden, ganz zu schweigen davon ein Schwert zu führen. Beides wohl Voraussetzungen für all die Taten, für die er so berühmt ist. Ob PR das alles in nur noch zwei Teilen unterbringen kann :nixweiss:?


    So, jetzt muss ich mich um den Haushalt kümmer, sonst gibt es Mecker mit dem Chef ;)


    Grüße,
    morty

  • Zitat

    Original von morty


    Gestört hat hier weniger die Tatsache, dass eine Rahmenhandlung vorhanden war, als vielmehr, dass diese nicht vorangekommen ist. Okay, okay, was soll sie auch großartig in 24 Stunden fortschreiten in denen hauptsächlich jemand sein Leben erzählt, aber warum dann überhaupt für eine halbe Seite nichts zurückspringen? Um den Leser bewusst zu machen, dass es noch ein Rahmenhandlung gibt? Um einen Spannungsbogen noch ein wenig in die Länge zu ziehen? Oder vielleicht um einen Themenwechsel zu ermöglichen?


    Nein, eher um den Leser daran zu erinnern, wer der Erzähler ist, wie er erzählt und dass es auch innerhalb der Geschichte ein "Publikum" gibt (ganz deutlich etwa an der Stelle mit dem Drachen) - man würde sonst dazu neigen, die Geschichte des Ich-Erzählers als die "Realität" des Buchs zu lesen, dabei aber leicht vergessen, dass sie nur die Erzählung einer (tatsächlich glaubwürdigen...?) Figur innerhalb der Romanrealität ist. Ganz nützlich sind in diesem Zusammenhang auch die Erzählungen der Wirtshausbesucher über den legendären Kvothe im Gegensatz zu dem, was er selbst sagt - ich fand das alles schon ziemlich gut gemacht und habe mich eigentlich über jede "Unterbrechung" besonders gefreut.


    Und abgesehen davon schreitet die Rahmenhandlung doch durchaus voran - nicht so actionreich wie die innere Erzählung, vielleicht, aber es passiert dafür, dass nur solch eine kurze Zeit vergeht, schon einiges (z.B. werden Bast und Chronicler meiner Ansicht nach ziemlich gut entwickelt und die unheimlichen Geschehnisse weiten sich Stück für Stück aus, ohne freilich schon aufgeklärt zu werden).


    Insofern... Kein Manko in meinen Augen. :nixweiss:

  • Auch mir hat das Zurückspringen in die normale und doch fiktive Welt der Ramenhandlung gefallen, weil es einen interessanten Wechsel der Gefühlswelten (auch beim Leser) bedeutet.
    Bei der Rahmenhandlung hat mich nur der hochgepuschte Start gestört, dessen Erwartungen dann nicht erfüllt werden konnten.


    Booster


    Edit: Mich und mir verwechsle ich nicht, das kommt bei mich nicht vor. Das mich so im Ohr.

  • Zitat

    Wulfila
    Nein, eher um den Leser daran zu erinnern, wer der Erzähler ist, wie er erzählt und dass es auch innerhalb der Geschichte ein "Publikum" gibt (ganz deutlich etwa an der Stelle mit dem Drachen) - man würde sonst dazu neigen, die Geschichte des Ich-Erzählers als die "Realität" des Buchs zu lesen, dabei aber leicht vergessen, dass sie nur die Erzählung einer (tatsächlich glaubwürdigen...?) Figur innerhalb der Romanrealität ist.


    Hmm, guter Punkt. Hab ich noch nicht so gesehen, gibt aber durchaus einigen Sinn :)


    Zitat

    Wulfila
    Ganz nützlich sind in diesem Zusammenhang auch die Erzählungen der Wirtshausbesucher über den legendären Kvothe im Gegensatz zu dem, was er selbst sagt - ich fand das alles schon ziemlich gut gemacht und habe mich eigentlich über jede "Unterbrechung" besonders gefreut.


    Bisher war doch das was Kvothe über die Geschehen erzählt hat eher zu glauben und nachzuvollziehen als die Geschichten der anderen. :nixweiss: Egal, diese neue Sichtweise auf die Interludes hat mir gut gefallen, wenn ich das Buch nochmal lese (vielleicht bevor Band 2 dran ist), werde ich den Aspekt mal stärker berücksichtigen.


    Was sagst du als Frau eigentlich zu seiner "Beziehung" zu Denna. Als Mann tendiere ich ja dazu, Kvothe die gleichen Ratschläge geben zu wollen wie seine beiden Freunde, andererseits, ja andererseits ist er, wie er selber nicht müde wird zu betonen, erst 15 gewesen. Tja und die Warnungen des Wirtes Deoch, sind ja recht deutlich, was einen Kvothe allerdings nicht zurückschreckt ;)


    @Teich: Sorry hab vergessen auf deinen Post zu antworten. Keine Ahnung ob PR MacAvoy kennt. Nach deinen Zitaten zu urteilen könnte es schon sein, wenn auch PR Beschreibungen eine andere Richtung nehmen. Er verarbeitet seine "Situation" [SIZE=7](mehr sach ich mal nich)[/SIZE] mit seiner Musik, so dass viel in Richtung Gefühle geht.


    Grüße,
    morty

  • Zitat

    Original von morty
    Was sagst du als Frau eigentlich zu seiner "Beziehung" zu Denna.


    Ich als Frau? :D Wenn Denna ein Kerl wäre, würde ich so einen nicht wollen. :D 
    Ich als Leser? ;) Unter rein literarischer Perspektive finde ich es schon ganz witzig, was hier aus dem Motiv der unerreichbaren Geliebten gemacht wird (ein bisschen so wie mit dem drogensüchtigen Drachen - ein Zusammenwerfen und eine Subversion gängiger Elemente), und da Kvothe von seiner Persönlichkeit und seinen Erfahrungen her trotz seiner süßen 15 selbst nicht ganz ohne ist, weiß ich auch ehrlich gesagt nicht, ob eine normalere Beziehung für ihn zu diesem Zeitpunkt funktionieren würde.


    Also - im Kontext der Geschichte durchaus sinnvoll und passend; wenn es hingegen Realität wäre, dann der reine Horror. ;)

  • Ich glaube, dass der Autor Denna mit einem Geheimnis versehen hat, das erst in einem Folgeband aufgedeckt wird, und deshalb im Augenblick noch nichts passieren darf.
    Warten wir es ab. sind ja nur noch zwei Jahre.


    Booster

  • Zitat

    boosterpacks
    Ich glaube, dass der Autor Denna mit einem Geheimnis versehen hat, das erst in einem Folgeband aufgedeckt wird, und deshalb im Augenblick noch nichts passieren darf.


    Du meinst, sonst würden nicht selbst die Dorfbewohner von dieser Frau sprechen, wenn da nicht mehr hinter stecken würde? Kann gut sein. Vielleicht ist es aber auch das, was sie mit/aus Kvothe oder Kvothe mit/aus ihr macht, was sie so berühmt werden lässt.:nixweiss: Wie dem auch sei, sie wird wohl noch ein Rolle im zweiten Band spielen [SIZE=7](vielleicht auch im dritten??)[/SIZE]


    Grüße,
    morty

  • Zitat

    Original von morty
    Ein Post in den Buchgedanken schenke ich mir, was sollte ich den Rezis vom Käferl und Booster noch hinzufügen - selten so lange und ausführliche Rezis in der BP gesehen, denen ich einfach nichts Neues hinzufügen könnte.


    Das kann ich so unterschreiben. Aber ein paar fragmentarische Gedanken will ich auch noch äußern.


    Ich habe den Windsnamen gestern beendet und bin immer noch ganz hibbelig. Eines der seltenen Bücher, dessen letzte Seite ich umblättere und gleich wieder bei der ersten beginnen könnte.
    Dabei war es auch für mich eher die Erzählkraft des Autors, die mich faszinierte und nicht der Plot. Hier kann ich den Kritiken durchaus zustimmen. Vieles kam mir bekannt vor, von der Ermordung der Familie des Helden, der sich daraufhin allein durchschlägt, über das Universitätssetting (inklusive verbittertem Lehrer und Todfeind unter den Schülern) bis hin zur geheimnissvollen Frau.
    Aber gestört hat mich das kaum, denn an keiner Stelle habe ich entnervt gedacht "wie langweilig, wie einfallslos", sondern habe mich immer amüsiert oder berührt gefühlt. Gerade auch wegen den kleinen Szenen zwischendurch, die Beschreibungen von Kvothes Haltung zur Musik, seine sehr menschlich dargestellte Trauer und Freude, all das machte das Buch zu einem wirklichen Schatz.
     
    Die "Interlude"-Szenen fand ich ebenso wie Wulfila auch spannend und aufschlussreich. Und ich weiss jetzt auch, warum sie ganz gern das Ende zuerst liest. ;) Die ganze Zeit befiel mich nämlich eine große Spannung; ich wollte (und will immer noch!) wissen, wie Kvothe zu dem geworden ist, zu dieser großen Legende, wie er Bast kennengelernt hat, warum er auf den Tod wartet, etc.
    Das PR bzw. Kvothe in seiner Erzählung den Leser ständig spoilert, fördert diesen Effekt noch und hat mich oft genug ans Buch gefesselt.


    Allerdings fand ich die Szene mit dem Drachen auch entsetzlich lang und schlecht gelöst, eine der wenigen Stellen, wo mir nicht einmal die wundervolle Sprache große Freude bereitet hat. Auch der Teil in den Slums hätte kürzer gehalten werden können - wobei ich das erst im Nachhinein finde, beim Lesen direkt hatte es mich kaum gestört. Vielleicht, weil ich da noch nicht wusste, wie sehr sich Rothfuss noch steigern würde.


    Übrigens muss ich auch sagen, dass ich einen Faible für Master Elodin entwickelt habe. :D Bei seinen Szenen (oder denen, in denen über ihn gesprochen wird) musste ich eigentlich ständig schmunzeln. Man denke nur daran, wie er fröhlich "Jackass, Jackass" geträllert hat ... Ich bin gespannt, was es mit ihm auf sich hat. Er wird ja vermutlich im 2. Teil eine größere Rolle spielen, solange Kvothe noch auf der Universität ist.


    Nunja, genug dazu. Jetzt warte ich erstmal.. und spekuliere.. und warte weiter.

    Gegner bedürfen einander oft mehr als Freunde, denn ohne Wind gehen keine Mühlen.


    Hermann Hesse

  • Ich traue mich gar nicht darüber nachzudenken, was Rothfuss hier für ein unfassbares Debut hingelegt hätte, wenn Plot und Storytelling stimmen würden. Letztlich wird das Buch nur von der Erzählkraft getragen, das dafür auf einem ganz tollen literarischen Niveau. Ich freue mich auf den 2. Teil.


  • In den Punkten stimme ich dir zu.


    Zitat

    Aber gestört hat mich das kaum, denn an keiner Stelle habe ich entnervt gedacht "wie langweilig, wie einfallslos", sondern habe mich immer amüsiert oder berührt gefühlt.


    Die gab es für mich leider. Irgendwie ist mir der Kerl zu eingebildet und egozentrisch. Besonders während seiner Schulzeit. Da war das schon extremund nicht so stimmig. Mal sehen, wie das ganze weitergeht.


    Ich hab mal eine andere Frage, die ich mir schon vor dem Lesen des Buches gestellt habe. Wie würde man Kvothes Namen aussprechen? irgendwie muss ich immer an das englische Wort "Quote" also Zitat denken. Das wäre passend. Aber vermutlich wird es eher Quoth (englisches th) ie oder so ausgesprochen, was mir irgendwie zu weiblich klingt. :nixweiss: