Beiträge von Adeaphon

    Steven Erikson - Toll the Hounds


    Na toll - die Post nimmt inzwischen auch eine "Auslagenpauschale" für die Zollabfertigung von Auslandssendungen (aus Nicht-EU-Ländern). :eek5:

    Das erste Mal nach 8(?) Jahren musste ich nicht zum Zollamt dackeln sondern durfte es an DHL bezahlen!

    Zeiten gibts, da sind mir die 5€ Aufpreis die Zeitersparnis alle Male wert

    Danke gero.

    In der Tat mache ich mich hier recht rar. Wie immer würde man wahrscheinlich sagen, dass es am Leben und der Zeit liegt, die einfach zu schnell vergeht, was recht trivial klingt, aber wohl wirklich so ist.


    Ich bin zwar noch immer in Lübeck ansässig, habe aber nun auch eine Wohnung in Oslo. Privat geht es mir bestens. Seit August letzten Jahres habe ich mich für das Spießerleben entschieden und bin in ein Reihenhaus mit Vorgarten und Tiefgarage gezogen. Neben dem Job habe ich meinen Master abgeschlossen und bin seit Anfang des Jahres zum Jetsetter für Anfänger geworden und pendle zwischen Oslo und Lübeck hin und her. In Oslo habe ich auch eine Wohnung und arbeite für eine Tochtergesellschaft meines Hauptarbeitgebers.


    Zum 30. bin ich dann doch etwas melancholisch geworden und musste feststellen: jünger wird man nicht. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Nachdem ich im vergangenem Jahr auch meinen ersten Ironman abgeliefert habe, bin ich auch im sportlichen Bereich zufrieden.


    Neben Fachliteratur bleibt kaum noch Zeit zum lesen, aber immerhin schaffe ich es deine Malazan Übersetzungen noch zu lesen. In der ganzen Hektik hatte ich sogar verpasst meine Subterranean Press Ausgabe zu bestellen :eek:

    Aber eine Mail an Subterran konnte diesen Fauxpas noch korrigieren und ich konnte meine Ausgabe ordern. Wäre ja doch schade nach all den Jahren auf der Zielgeraden abzubrechen.

    Ich zitiere einfach mal einen Freund

    Zitat

    »Wenn das Genre der Phantastik gesund bleiben will, muss es alle Arten von Geschichten zulassen – nicht nur Mega-Romane,« findet Damien Walter – und schiebt die Schuld dafür, dass Autoren von mehrbüchrigen Epen wie »Game of Thrones« oder »Faithful and the Fallen« aktuell die Nase vorn haben, den Verlagen zu. Rein wirtschaftlich betrachtet hat das für Verlage ja auch Sinn: Wenn eine große Geschichte in 3-14 Büchern erzählt wird, kann man 3-14x Hard- und Softcover-Preise von den Fans einziehen.
    Aber konzipieren und schreiben kann das nicht jeder. Wie Walter korrekt erwähnt, hatte Martin sein Rüstzeugs unter anderem in Hollywood erarbeitet und fing trotzdem erst 20 Jahre nach seinem ersten Bestseller mit GoT an. Natürlich braucht man fürs Schreiben Talent, und natürlich auch für »Mega-Novels« – aber das Erzählen einer Geschichte ist immer auch Handwerk, und fürs Erzählen einer richtig, richtig langen Geschichte muss man seine Werkzeuge aus dem ff kennen. Und das tun viele Autoren und Autorinnen eben nicht – nur, weil man gute Romane schreibt, oder gute Serien-Romane (gleiche Protas in jedem Buch, aber keine »große« komplexe Story über x Bücher verteilt), heißt das noch lange nicht, dass man eine Mega-Novel durchziehen kann.
    (Ich selbst scheitere schon am Roman-Format. Ich bin mehr so der Novellen- und Short-Story-Typ. ;))
    Autoren, Fans und vor allem Verlage verweisen dann gerne auf Tolkiens »Herr der Ringe« – die Idee, eine lange Geschichte in mehreren Büchern zu veröffentlichen sei ja nicht neu. Aber: Lord of the Rings erschien nur deshalb in drei Bänden, weil nachm Krieg das Papier knapp war und so die Verkaufspreise tief gehalten werden konnten: Die Leute mussten nicht gleich für ein 1200-Seiten-Buch bezahlen, sondern konnten es sich so zu sagen in Stückchen leisten. LotR besteht auch nicht aus drei Büchern, sondern sechs – einfach in drei Bänden gesammelt. Wäre es Tolkien und dem Verlag um dasselbe Prinzip gegangen, wie es Walter für die »moderne« Phantastik beschreibt, wäre LotR in sechs Einzelbüchern erschienen, jedes Jahr ein Buch.
    Kurz: Lesenswert. Und ich gehe mit Walter einig – Mega-Novels schön und gut, aber erstens sind weniger Autoren dafür geeignet, als gerade von Verlagen dafür gehype-t werden, und zweitens besteht die Gefahr, dass das Genre als gesamtes ärmer wird.


    Link zum Guardian

    Hier in Lübeck war entgegen aller Vorhersagen keine Wolke am Himmel und ich konnte es beobachten wie mir die Nase stand.


    Spektakulär war es nicht, aber durchaus interessant. Ähnlich wie Nala kann ich auch berichten, dass es beim Laufen auf einmal sehr viel kälter wurde. Die Sonne blendete nicht mehr, gefühlt war die Umgebung wie durch eine Sonnenbrille zu beobachten. Nur leider stellte jemand den Dimmer wieder auf Hell :D

    Die Entdeckung der Unendlichkeit


    https://www.youtube.com/watch?v=575tESPdUbM



    Es gab schon viele Filme und Dokumentationen über Stephen Hawking. Nachdem ich vergangenes Jahr "Hawking - Die Suche nach dem Anfang der Zeit" sah, dachte ich es geht nicht besser.
    Gerade wurde ich eines besseren belehrt.
    Die Entdeckung der Unendlichkeit erzählt das Leben Prof. Hawkings in seinen Höhen und Tiefen. Es vergisst nicht wissenschaftliche Hintergründe zu seinem Leben und Schaffen darzustellen, stellt aber in erster Linie etwas gänzlich anderes dar.
    Eine Hommage an das Leben und die Liebe. Eine Krankheit kann verbinden, kann trennen. Aber der Mensch kann alles überwinden.


    Schon seit dem Anbeginn der Zivilisation müht sich der Mensch die der Welt zugrunde liegenden Ordnung zu verstehen.
    Auch das menschliche Streben sollte keine Grenzen kennen. Wir sind alle verschieden, wie schlimm das Leben auch sein mag man kann immer etwas tun und etwas erreichen.
    Wo Leben ist, da ist auch Hoffnung.

    SF/Fantasy-Autorin Kameron Hurley hat ihre Finanzen offengelegt:
    http://www.kameronhurley.com/?p=14582
    Ihr Fazit: Nein, auch wenn sie 2014 100.000 Dollar verdient hat wird sie ihren »Day Job« nicht aufgeben. Ihre Zahlen zeigen auf, was viele Nicht-Autoren vergessen: Nur, weil eines oder mehrere Bücher in einem Jahr erschienen sind und in einem Jahr dick Kohle abwarfen heißt das nicht, dass das Geld in diesem Jahr ERARBEITET wurde.
    Als Autor geht man eine Vorleistung ein, manchmal mit einem Vorschuss des Verlags abgegolten. Aber diese Vorschüsse sind über die Jahre geschrumpft, manche Autoren bekommen gar keine mehr. Außerdem werden sie mit den Tantiemen gegengerechnet – wenn sie einen Vorschuss von 20.000 Dollar bekommt, muss sie mindestens um die 150.000 Bücher verkaufen oder Glück mit Fremdsprachen-Lizenzen haben, damit sie übers Jahr zusätzlich Tantiemen ausbezahlt bekommt.
    Ihre drei 2014er-Bücher entstanden in einem Zeitraum von vier Jahren. Für 4 Jahre Arbeit klingen die zusammengerechnet 54.000 Dollar Vorschüsse jetzt doch nicht nach sooo viel, ne? In ihren eigenen Worten: fast ¾ ihres realen Einkommens erwirtschaftet sie auch heute noch mit ihrem »Day Job«, nicht mit dem Schreiben.
    … und das mit einem Hugo-Award im Gepäck, immerhin dem wichtigsten SF/Fantasy-Preis, den man überhaupt gewinnen kann. Auch dazu liefert sie eine Zahl: $ 13.000. Um so viel ist der Vorschuss des Nachfolgeromans gewachsen, als sie den Preis gewonnen hatte.
    Hartes Pflaster, die »Populär-Literatur«. Wirklich reich wird man nur dann, wenn’s verfilmt wird. Davon leben geht einfacher, aber auch das schaffen die allerwenigsten Autoren und Autorinnen.

    Und das ist ein Unding! Man sollte meinen, dass Verlage dann wenigstens auf Anfrage Exemplare bzw. eine gewisse Auflagenzahl nachdrucken, denn so ein Verramschen von Titeln ist sämtlichen Beteiligten gegenüber eine Sauerei - und rechnet sich denn das eher?


    Ohne damit eine andere "Bombe" anzünden zu wollen, aber aus einem Blickwinkel des ausschließlich Lesenden: Ist es hier verwunderlich, dass man Ideen und Konzepte von Amazon nachvollziehen kann bei denen es darum geht vergriffene Bücher selbst im eigenen Print-on-Demand Verlag bei Bestellungen eines Kunden zu drucken?

    Sometimes it is the people who no one imagines anything of who do the things that no one can imagine.


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    Heute feiert "The Imitation Game" seine Deutschlandpremiere. Wie kann man anderes tun als direkt zur Premiere zu gehen.
    Ich würde gern sagen, dass mich der Film enttäuscht hat. Das er den, oder meinen, Erwartungen nicht entsprochen hat. Aber leider kann ich dies nicht sagen. Auf dem Heimweg vom Kino überlegte ich, wie der Film es geschafft hat mich so einzuvernehmen. Nach "A Beautiful Mind" dachte ich nie wird eine Biographie besser wiedergegeben werden können, noch wird unsere Generation mit einem Ersatz für Russell Crowe gesegnet werden.
    Mit "The Imitation Game" und Benedict Cumberbatch wurde ich eines besseren belehrt.
    Mit keinem Akt der Wiedergutmachung wird man die Verbrechen an Alan Turing ungeschehen machen können. Ohne diesen Menschen wäre der Ausgang des 2. Weltkrieges ungewiss gewesen. Ohne ihn wären Millionen weitere Menschen in einem sinnlosen Krieg gefallen.
    Die Wissenschaft gedenkt ihm zum Glück schon viel länger, aber mit diesem Film wird der breiten Öffentlichkeit hoffentlich auch ein Zugang zum Menschen Alan Turing gegeben und sein Leben mehr gewürdigt.
    Der Film ist für 8 Oscars nominiert. Ich hoffe wirklich, dass er mindestens 4 davon bekommen wird. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und Bestes Adaptiertes Drehbuch.
    Ich kann nur jedem empfehlen sich diesen Film anzuschauen. Er würdigt jemandem, den jede Würdigung zu Lebzeiten verweigert wurde, obwohl er die höchsten Würdigungen verdient hätte.
    Manchmal sind es die unscheinbaren Menschen, die Dinge ermöglichen die bisher unmöglich schienen.

    Ich hätte fast wieder die Lust an D3 verloren, aaaaber:


    Nach 417 Paragonlevel, 363h mit dem Zauberer, 401.000 getöteten Monstern und 22.500 Elitegegner ist mir doch heute glatt ein Schmelzofen vor die Füße gefallen.


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    Nun muss ich nur noch austesten, ob er besser passt als der uralte Verheerer und die uralte Feuervogelquelle.

    Zuerst einmal danke an eure beiden zügigen Antworten :)
    Was ich gleich als erstes schreiben wollte: Mir geht es nicht um die Qualität einer Übersetzung, denn ich will mir aus meinem laienhaften Standpunkt heraus gar nicht anmaßen darüber ein Urteil zu fällen, ob eine Übersetzung gut oder schlecht ist. In der Regel kann ich das schon überhaupt nicht, da ich selten Bücher in zwei Sprachen lese. Mir ging es eher darum, dass ich durchaus "erahne" / "merke" das ich gerade eine Übersetzung lese. Wahrscheinlich hat das wirklich mit der von timpi angesprochenen Links- und Rechtsbündigkeit zu tun.


    Ich verstehe - weil du von den Penguin-Büchern sprichst - nicht ganz, wo du das wahrnimmt. In deiner Muttersprache oder in einer Fremdsprache?


    Ich hatte die Penguin-Bücher angesprochen, weil es hier nun das erste Mal vorkommen wird, dass ich ein Buch in englisch lesen werde, welche ursprünglich auf deutsch geschrieben wurde. Der Hesse-Roman.



    Aber allgemein gesagt würde ich tippen, es hat was mit fehlender Bandbreite im Stil und Vokabular zu tun (und in deutlicheren Fällen mit Nachbau fremdsprachlicher Sprachmuster). Der Original-Autor nutzt halt die Möglichkeiten seiner Sprache, die in der Zielsprache der Übersetzung womöglich schlicht nicht existieren. Und das Original engt die Bandbreite sozusagen ein, weil bestimmte Dinge dadurch festgelegt sind.


    Ohne weit abdriften zu wollen:
    Hier bin ich mir oftmals nicht so sicher, ob ein Autor wirklich 50 Synonyme für z.B. Himmel nutzt, damit seine Protagonisten eben nicht ständig nur in den Himmel starrt, sondern auch in Äther, All, Kosmos, Himmelsdach, Himmelsdom, Himmelsgewölbe, Himmelskuppel, Himmelszelt, Sternengewölbe oder Sternenzelt, oder aber der Übersetzer den Text von sich aus bei der Übersetzung auflockert indem er Wiederholte Wörter durch Synonyme ersetzt. [Wie gesagt, möchte ich keine Wertung an die Übersetzertätigkeit abgeben]



    Das Problem sollte aber mit steigender Qualität der Übersetzung kleiner werden (wenn die Übersetzung dann eben auch weiter vom Original weggeht und die fehlenden Elemente durch andere passende "aufstockt"), und ich denke schon, dass es Texte gibt, denen man es nicht anmerkt. Der Fall, dass man es doch merkt, ist aber nicht unbedingt selten, da stimme ich dir zu. ;)


    Vielleicht hat es auch etwas mit der Einstellung zu tun, mit derer man an ein Buch herantritt. Hier muss ich einmal genauer darüber nachdenken, ob ich gedanklich anders an ein ins deutsch übersetzte Buch herangehe als an ein Buch welches in deutsch geschrieben wurde.



    Ich weiß nicht, ob du dich auch auf andere Sprachen beziehst außer auf Englisch und Deutsch, Adea.


    Nein, weil ich nur halbwegs des deutschen und noch weniger des englischen mächtig bin :(



    Aber gerade bei Englisch und Deutsch ist es ja so, dass die eine linksbündig und die andere rechtsbündig ist (wobei ich jetzt nicht mehr weiß, welche was ist und Googeln spuckt mir dazu auf die Schnelle auch nichts Brauchbares aus). Aber die Benamsung ist ja auch egal, worum es geht, ist, dass im Deutschen das Wichtigste zum Schluss eines Satzes kommt und im Englischen zuerst. Das wirkt sich natürlich auch auf die Anschlusssätze aus, auf Relativsätze und so weiter, und damit ist dann automatisch die Atmosphäre des Textes irgendwie anders.


    Wie oben schon geschrieben, nehme ich an, dass es wohl sehr mit der Bündigkeit zu tun hat. Das war mir so nicht bewusst, stimmt aber natürlich. :)




    Es ist nicht schlimm, dass du abgedriftet bist. Schlimm sind hingegen eure Arbeitsbedingungen. Es stimmt mich immer wieder traurig wie stark durch diesen Umgang mit der Bezahlung euer Beruf in meinen Augen aus vermeintlich betriebswirtschaftlichen Gründen abgewertet wird, denn ohne eure Arbeit hätte ich viele Bücher und Geschichten nie kennengelernt. Die Welt wäre ohne euch doch ein Stück grauer.