Beiträge von Myriel

    Wulfila & Kaeferl:


    Sorry für die verspätete Antwort. Ich will versuchen, meine Kritikpunkte anhand einiger Zitate aus unserer damaligen Leserunde festzumachen. VORSICHT, eventuelle SPOILER!!!


    Zitat

    Puh, das hört sich so an, als hätte ich ein anderes Buch gelesen. :gruebel:
    Vor allem einen Informations-Berg am Anfang kann ich überhaupt nicht nachvollziehen - ich habe es genossen, eine etwas vom Standard abweichende und trotzdem sehr viel Fantasy-Flair vermittelnde Welt kennenzulernen. Und ich fand auch den Spannungsbogen mit den Andeutungen recht gelungen. Das Einzige, was ich vielleicht nicht ganz so gebraucht hätte, war Arekhs gar so widerstrebende Heldenrolle, die ist mir manchmal ein wenig gewollt erschienen.
    Nach dem Ende, in dem in der Tat ordentlich Entwicklung und Tempo steckt, ist das für mich definitiv was zum Weiterlesen, da bin ich eher bei der von Teich verlinkten Rezi.

    Der Informationsberg am Anfang fing schon mit der Schlacht an:
    "Gleich zu Beginn war ich reichlich verwirrt angesichts der ganzen politischen Situation: Emir Abilez, kyranyische Schiffe, wer kämpft hier gegen wen und zu welcher Partei gehört das gesunkene Boot mit Arekh an Bord? Auch im Nachhinein kann ich mir noch keinen Reim darauf machen und zumindest was Arekhs Zugehörigkeit zu einer der kämpfenden Parteien (und sei es nur als Galeerensklave) würde mich sehr interessieren."
    So viele erwähnte Reiche, Emirate etc., von denen im weiteren Verlauf des Buches nur ein einziges wieder eine Rolle spielte. Wozu dann so viele Namen in den Raum werfen? Damit die Welt auf Teufel komm raus plastischer wird? Das hätte mMn auch auf eine Art gelöst werden können, die den Leser nicht gleich erschlägt.


    "Die Götterwelt an sich macht einen vielversprechenden ersten Eindruck. Das 6er-Gespann, dass in dem einen Sternbild um den Türkisstern gruppiert ist, steht wohl für die "neuen" Götter, die jetzt angebetet werden und die das Türkisvolk zur Sklaverei verdammt haben. Doch früher gab es anscheinend noch andere Götter. Der oberste Gott wurde gestürzt (?) und manch andere Gott einfach umfunktioniert. So wie es bisher klingt, spielen die Götter wohl noch eine große Rolle, wenn Marikani und ihre gesamte Familie direkt von einem Gott abstammen sollen und daher auch ihr dunkles Blut stammt. Ob die Götter vielleicht sogar persönlich in Erscheinung treten werden?"
    Die Götter werden zwar erwähnt, aber leider kommt die restlichen 300 Seiten nichts mehr von ihnen. Man erfährt nichts weiter über das 6er Gespann und was mit den früheren Göttern passiert ist. Ist ja nicht schlimm, wenn im ersten Band einer Trilogie nicht gleich alles aufgelöst wird (dann bräuchte man ja die beiden anderen Bände nicht mehr), aber ich hätte es mir gewünscht, dass die Autoren hin und wieder ein paar neue Informationen eingestreut hätten, damit man wenigstens einige Puzzlestücke zusammenfügen kann. So aber habe ich mich gefühlt, als hätte ich ein Puzzleteil aus der linken oberen Ecke und eins aus der linken unteren Ecke und keine Ahnung, welches Motiv auf dem Puzzle überhaupt abgebildet ist.


    Zitat

    Myriel : Den Eindruck, dass Arekh, Marikani und Lionor nicht als stimmige Charaktere geschildert werden, kann ich so beim besten Willen nicht nachvollziehen. Gut, Arekh ist ein ziemlicher Antiheld, ob man gern aus der Perspektive einer solchen Gestalt eine Geschichte liest oder nicht ist sicher auch Geschmackssache, aber an der Figurenentwicklung war für mich technisch nichts auszusetzen.

    Was die widersprüchlichen Charaktere angeht, so bezieht sich das vor allem auf Lionor und teilweise auf Arekh. Marikani empfand ich hingegen als gelungen, nur gegen Ende hat sie sich reichlich unvernünftig verhalten. Aber gegen Lionor ist das noch lange nichts, wie beispielsweise ihr Verhalten im unterirdischen Bergwerk:
    "Doch woher stammt der Hass gegen Arekh? In den Tunneln nach der Flucht durch den unterirdischen Fluss hat sie Arekh einfach im Wasser liegen lassen, obwohl er ihre beste Aussicht war, lebend zurück nach Harabec zu kommen - ihr Hass ist also so stark, dass er selbst ihren Überlebenswillen außer Kraft setzt. Warum?"
    Lionors innigstes Anliegen ist Marikanis Sicherheit und in den Tunnel mit dem verletzten Minn im Schlepptau war Arekh nunmal der einzige Kämpfer, der Marikani mit einer gewissen Erfolgsaussicht hätte verteidigen können. Doch anstatt Arekhs Gegenwart wenigstens bis zu dem Zeitpunkt hinzunehmen, bis sie nicht mehr in unmittelbarer Gefahr sind, setzt Lionor sein Leben aufs Spiel und damit indirekt auch Marikanis, was sie doch eigentlich um jeden Preis schützen will. Das ist für mich nicht stimmig. Genauso später die Szene bei den Verbannten, als sie angegriffen werden und Lionors erster Reflex darin besteht, Arekh zu ertränken. Geht's noch??? Sollte sie nicht lieber Marikani beschützen??


    Arekh selbst ist nicht wesentlich besser. Er kennt sich auf dem politischen Parkett gut genug aus, aber was ist seine erste Handlung in Harabec? Er haut dem momentanen Thronfolger vor dem versammelten Hofstaat eine runter. Sonst ist er immer so berechnend und auf seinen eigenen Vorteil bedacht und dann so etwas, was ihn eigentlich schnurrstracks ins Gefängnis hätte bringen müssen. Auch seine Reaktion auf die Enthüllungen von Marikanis Identität am Ende:
    "Seine Reaktion ist einfach total übertrieben. Anstatt logisch zu handeln, wie er er bisher auch getan hat, schaltet sein Verstand vollkommen aus und er ist Marikanis Argumenten überhaupt nicht zugänglich. Unbegreiflich ist für mich auch, dass er, der so viel herum gekommen ist und so vieles erlebt hat, so blauäugig an die Existenz von Göttern glaubt. Das passt einfach nicht zusammen."


    Was den Kritikpunkt mit den Appetithäppchen angeht, so ist mir besonders das Geschichten-Erzählen bei den Verbannten in Erinnerung geblieben:
    "Zitat von: nanu?! am 05. Mai 2010, 13:59:54

    Zitat

    Das Arekh gerade in Lionors Geschichte einschläft, die offenbar wichtig war, weil sie etwas über Lionors Vergangenheit preisgibt, war ja wieder typisch. Bloss nicht zuviel verraten, es sind ja erst 200 Seiten vergangen, der schier unerträgliche Spannungsbogen muss um jeden Preis aufrechterhalten werden. [IMG:http://www.literaturschock.de/literaturforum/Smileys/default/schnarch.gif]

    An der Stelle habe ich mich aufgeregt. Arekh will etwas über Lionors Vergangenheit herausfinden, aber gerade bei ihrer Geschichte schläft er ein. Die paar Stellen, die er noch mitbekommt, fühlen sich zu sehr nach Appetithäppchen an, die den Leser bei der Stange halten sollen, aber dafür ist das viel zu wenig. Das Buch ist schon zur Hälfte vorbei und man ist fast kein bisschen schlauer als am Anfang. [IMG:http://www.literaturschock.de/literaturforum/Smileys/default/motz.gif]"


    Dass der missglückte Klappentext nicht dem Roman zur Last gelegt werden kann, ist mir klar. Hätte ich auch nicht als Kritikpunkt erwähnt, wenn das Buch gut gewesen wäre. So aber war es das Tüpfelchen auf dem i. :nixweiss:


    Sorry, falls manches etwas wage geblieben ist, aber ich hab das Buch schon im Frühjahr gelesen und viel ist nicht mehr präsent. Ich hoffe aber, dass ihr damit meine Kritik besser verstehen könnt.


    LG Myriel -:)

    Zitat

    Original von Quintessenz
    Kann jemand von euch was zur Kushiel-Trilogie sagen oder weiß jemand, wo im Forum darüber was zu finden ist? Rezension auf der Hauptseite hab ich mir schon durchgelesen.
    Such dringend neuen Lesestoff (der Rothfuss läßt sich ja feiern mit seiner Fortsetzung) und dachte, das könnte evtl. was für mich sein...hätte gerne ein paar Meinungen dazu. Ist wohl eher ein Buch fürs weibliche Geschlecht??


    Wie mistkaeferl schon geschrieben hat, dauert es recht lange, bis die Geschichte in Fahrt kommt, aber danach hab ich mich gut unterhalten gefühlt. Hier hab ich mich mal etwas ausführlicher ausgelassen.

    Wer hat nicht schon von Tristan und Isolde gehört, einem der tragischsten Liebespaare der Weltliteratur? Ruth Nestvold nimmt sich in diesem Buch der Sage an und bearbeitet sie entsprechend ihren Vorstellungen.


    Yseult die Schöne, Tochter von Yseult der Weisen, erlebt während ihrer Jugend die Machtkämpfe zwischen dem ehemaligen Hochkönig Irlands und den Fürsten des Südens, die wegen den Plänen Lóegaires, sich mit den Briten zu verbünden, ihre Treue aufgekündigt hatten. Yseult und ihre Mutter, die Königsmacherin, leben relativ sicher bei Murchad, Yseults Onkel. Doch als dieser während eines Geiselaustauschs mit Marcus von Dumnonia getötet wird, bricht für Yseult eine Welt zusammen.


    Drustanus von Dumnonia, genannt Drystan, ist der Sohn von Marcus und verantwortlich für den Tod Murchads. Bei ihrem Duell hat er sich jedoch eine Wunde am Bein zugezogen, die sich entzündet und ihm den Tod bringen wird. Lediglich Yseult die Weise, eine große Heilerin, kann ihn noch retten. So begibt er sich denn auf den Weg zu denjenigen, die sich seinen Tod wünschen, um sich von ihnen heilen zu lassen. Als Tandrys der Barde erobert er zudem das Herz von Yseult der Schönen. Jedoch schwebt ständig die Gefahr über ihm, dass er enttarnt wird.


    Der Roman ist in insgesamt 4 Bücher unterteilt, deren Titel die jeweilige Situation sehr knapp und präzise in Worte fassen: Zwei Frauen / Ein Mann und eine Frau / Zwei Männer und eine Frau / Zwei Frauen und ein Mann. Die einzelnen Kapitel werden von kurzen Zitaten aus anderen Bearbeitungen der Legende von Tristan und Isolde eingeleitet, deren es zahlreiche gibt.


    Die unbestreitbaren Hauptpersonen sind Drystan und Yseult, mit denen ich sehr gut mitfühlen konnte. Es ist berührend mitzuerleben, wie sie sich langsam ineinander verlieben, jedoch konnte ich das nicht uneingeschränkt genießen, denn ständig wartete ich nur darauf, dass Drystans Identität aufgedeckt wird und die Idylle ein Ende findet. Genau diese quälende Ungewissheit und das Warten auf das scheinbar Unvermeidliche verleihen der Situation ihre bittere Süße, die in wunderbaren Worten eingefangen wurde.


    Auch in späteren Situationen kann ich sowohl Drystans und Yseults Verhalten voll und ganz nachvollziehen, auch wenn sie oft alles andere als vernünftige Entscheidungen treffen. Alle anderen Personen treten gegenüber diesen beiden zurück, was mich allerdings nicht weiter gestört hat, wollte ich doch unbedingt wissen, wie es mit der tragischen Liebe von Drystan und Yseult weitergeht.


    Neben der Sage von Tristan und Isolde hat die Autorin auch noch Teile der Artus-Legende verarbeitet. Arthur, erfolgreicher britannischer Feldherr, ist hier jedoch noch lange nicht der mythische Hochkönig Britanniens, sondern hat als unehelicher Sohn von Uther mit Anfeindungen seitens anderer Fürsten Britanniens und mit den Einfällen von Sachsen und Raubzügen der Erinn Irlands zu kämpfen. Die Kämpfe, an denen sowohl Arthur als auch Drystan teilnehmen, werden jedoch nicht in sämtlichen Einzelheiten beschrieben, sondern das Ergebnis der Schlachten und die damit veränderte Situation in Britannien steht im Vordergrund.


    Die Verbindung der beiden großen Sagenkomplexe ist Frau Nestvold gut gelungen. Während jedoch die Erzählung um Drystan und Yseult mit „Flamme und Harfe“ abgeschlossen ist, wird Arthurs weiterer Weg laut Aussage der Autorin auf der Leipziger Buchmesse 2009 Gegenstand eines zweiten Buches.


    Was mir an „Flamme und Harfe“ besonders gut gefällt, ist dass der Titel sogar zum Inhalt passt: die Flamme steht für die heidnischen Feuer der Erinn und der Tuatha Dé Danann, des Volks der beiden Yseults, während die Harfe für Drystans musikalisches Talent steht, dem er es verdankt, dass er sich überhaupt erst als Barde ausgeben konnte. Ebenfalls gelungen ist die Ausstattung des Buches mit einem passenden blauen Lesebändchen, einem Anhang mit Personen- und Begriffsverzeichnis und einer Karte von Irland, Großbritannien und der Nordküste Frankreichs.


    Da ich mich mit dem Buch hervorragend unterhalten gefühlt habe und mich nur schwer von der tragischen Liebe zwischen Drystan und Yseult losreißen konnte, gibt es von mir volle 5 von 5 Torgues.

    Buchmessenausbeute:


    William Goldman - Die Brautprinzessin
    Terry Deary - The Fire Thief (vom "Wühltisch")
    Truman Capote - Frühstück bei Tiffany (wurde verschenkt)
    Wolfgang Stürner - Friedrich II. (Begrüßungsgeschenk der WBG)

    Vielleicht sollte man zu "Der dunkle Wächter" noch dazu sagen, dass es eins von Záfons Frühwerken ist und als Jugendbuch konzipiert wurde. Zudem handelt es sich um den 3. Teil der "Nebel-Trilogie". Der erste Teil wurde schonmal als "Fürst des Nebels" in Deutschland veröffentlich, kommt aber nächstes Jahr als Neuauflage im Fischer Verlag.


    (siehe auch im Wiki-Artikel)

    Zitat

    Original von Thio-äther
    Ulrich Drees - Das Spiel der Asen


    Auerochsen wüten in Niedersachsens Wäldern. Geheimbünde lehren alte Magie. Ein Privatdetektiv zieht für eine Schweizer Freimaurerloge gegen Schwarzkünstler zu Felde. Katholibans wollen durch umgemodelte heidnische Rituale die Erzengel herbei rufen. Dann mischt noch das Komando-Paranormale-Kräfte (KPK) der Bundeswehr mit. Und auch in diesem Buch ist fraglich wer der Drahtzieher ist. Wer Niemalsland oder Heldenherz mochte wird auch das Spiel der Asen mögen. Wegen einer kleinen Unstimmigkeit in der verschachtelten Chronologie oder eher ein nicht kenntlich machen des Zeitpunkts einer Einzelhandlung "nur" 8.5/10 Rapieren


    Das Buch lese ich gerade in einer [URL=http://www.leserunden.de/index.php/board,203.0.html]autorenbegleiteten Leserunde[/URL]. Wenn Du magst, schau ruhig mal rein. Einige Kommentare von Ulrich wirken ganz erhellend auf die Geschichte.



    Obwohl es keine richtige Fantasy ist sondern mehr ein Mysterythriller, möchte ich euch "Äon" von Andreas Brandhorst vorstellen:


    Der Reporter Sebastian, welcher nach der Trennung von seiner Frau Anna dem Alkohol etwas mehr zuspricht, als gut für ihn ist, wird in Hamburg Zeuge eines merkwürdigen Selbstmords, bei dem der Täter offenbar nicht bei klarem Verstand war. Er findet heraus, dass dies kein Einzelfall war und wittert eine große Story. Sein Chefredakteur und Freund entsendet ihn jedoch nach Italien, wo er sich mit dem Wunderheiler Raffaele näher beschäftigen soll. Nebenbei ist das die Gelegenheit, sich mit seiner Frau wieder zu versöhnen, welche in der Nähe von Raffaeles Heimatort Drisiano lebt. Zwar beugt sich der atheistische Sebastian dem Willen seines Chefs, doch ahnt keiner von beiden, in welche Geschehnisse er hineingerät, denn die gehäuft auftretenden Selbstmorde von Wahnsinnigen scheinen mit Raffaele in Verbindung zu stehen.


    Mit diesem Mysterythriller legt der Autor einen spannenden Roman vor, der zum Spekulieren und Miträtseln einlädt. Mit jedem neuen Kapitel wechselt der Blickwinkel und man verfolgt die Geschehnisse u.a. aus der Sicht von Sebastian, seinem Freund und Chefredakteur Kessler, dem Kommissar Torensen und dem BND-Agenten Singerer. Dadurch wird die Spannung hoch gehalten und es ist möglich, verschiedene Seiten der Geschehnisse zu betrachten, wodurch zumeist mehr Fragen aufgeworfen werden als Antworten geliefert werden. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr verknüpfen sich die verschiedenen Handlungsstränge miteinander, bis es schließlich zum großen Showdown kommt. Doch selbst 20 Seiten vor Schluss war ich mir nicht sicher, wie das Buch enden würde. Bereits zuvor hat der Autor bewiesen, dass er keine Scheu hat, seine Charaktere sterben zu lassen, so dass ich absolut im Dunkeln tappte. Der Schluss ist jedoch gelungen und beantwortet einen Großteil der Fragen, allerdings nicht alle. Das jedoch hat mich nicht gestört, denn es muss nicht haarklein alles aufgeklärt und erläutert werden.


    Die Charaktere, die der Autor uns hier präsentiert, sind ein weiterer Pluspunkt des Romans. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und nachvollziehen, warum sie so handeln. Zudem ist niemand durchweg nur Böse, auch wenn die Motivationen Mancher erst später verständlich werden. Einige Klischees können allerdings nicht vermieden werden, insbesondere Sebastians Frau Anna erscheint fast zu gutmütig und geduldsam. Das mindert jedoch nicht den Lesegenuss.


    Wer jedoch Schilderungen von Gewalt nicht lesen möchte und sich davon abgeschreckt fühlt, wird dieses Buch vermutlich nicht ganz so sehr genießen. Schon zu Beginn des Buches wird deutlich, dass den Leser hier einige drastische Szenen erwarten und auch bei fortschreitender Seitenzahl kommen hin und wieder blutige Szenen vor, die jedoch innerhalb der Handlung eine Funktion erfüllen.


    Fazit: 4,5 von 5 Medaillons

    Herzlichen Glückwunsch, Maili. :daumen:


    Meine Eltern und auch Freunde wären ja schon froh, wenn ich endlich einen Freund hätte. Ständig diese Nachfrage ala "Und, haste denn mittlerweile jemanden gefunden?" gehen mir so auf den Senkel ... Ist es denn verboten Single zu sein? :motz:

    Schade, dass der neue Dahlquist nicht in der selben Ausstattung daherkommt wie die Glasbücher. Sieht im Regal nebeneinander bestimmt nicht so doll aus. :rolleyes:


    Edit: Und das Cover des neuen Buchs von Karen Miller sieht ja so gar nicht aus wie das von "Königsmacher". Wie einfallsreich die Verlage heutzutage sind ... :rolleyes:

    Zitat

    Original von Drizzt
    Ich weiß jetzt nicht ob hier schon etwas zu Bernhard Hennen's Elfenlied rumgeistert, deshalb schreib ich einfach mal kurz, was mir dazu einfällt.
    [...]
    Obwohl man denken könnte, dass Elfenlied einen alleinstehenden "Roman" (Hervorhebung von Myriel) darstellen soll, so ist es mMn unumgänglich die Elfen-Romane (Die Elfen, Elfenwinter undElfenlicht) vorher gelesen zu haben, da Hennen oft Bezug darauf nimmt, wenn auch nicht an Schlüsselstellen der Geschichte.
    [...]


    Obwohl ich es selbst noch nicht gelesen habe, kann ich dir sagen, dass du mit ganz falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bist, Drizzt. Hennen hat es nämlich auf gar keinen Fall als Roman geschrieben, sondern als Ergänzung zu seinem Elfen-Zyklus. In diesem Rahmen müssen auch die Gedichte und die Erzählung der Lutin gesehen werden. Auch die Fotos und Bilder sollen laut seiner Aussage keine Seitenfüller sein, sondern die Welt der Elfen-Bücher vertiefen und dem Leser mehr Infos an die Hand geben, ebenso wie die Karte und die Zeitleiste.


    Auf einer Lesung im Rahmen der Buchmesse hat Hennen auch ganz klar gesagt, dass es ein Experiment war (gilt wohl vor allem für die Gedichte) und dass man natürlich nur enttäuscht sein kann, wenn man erwartet, eine Fortsetzung von "Die Elfen" zu lesen. Man muss sich halt darauf einlassen, etwas ganz anderes vorgesetzt bekommen oder man sollte die Finger davon lassen.


    Nur mal so als Erwähnung, um die Dinge in ein besseres Licht zu rücken.

    Gute Besserung, Boheme. Und hoffentlich heilt es wirklich wieder folgenlos ab. :trost:


    DWi momentan nicht so rosa, wie ich sie gern hätte. Statt voller Vorfreude auf den Umzug zu blicken, war ich vorhin in meiner neuen Wohnung und beschaue mir die Farbkleckse an den Wänden, die ich zu Testzwecken fabriziert habe. Und irgendwie wollen sie mir alle nicht so recht gefallen. Also gehts wieder zurück in den Baumarkt zum Farbenregal in der Hoffnung, dass ich die ganz tollen Farben bisher einfach nur übersehen habe. :seufz3:


    Übrigens versinkt die Welt hier mal wieder im Regen. Wenn es nur wenigstens Schnee wäre, der sieht immerhin schöner aus, wenn man aus dem Fenster schaut, aber so ... :heul:

    Morgen. Bisher ist es sogar ein guter Morgen mit blauem Himmel (und hoffentlich bald Sonnenschein). :tschaka:


    Wenn ich der Wettervorhersage allerdings glauben darf, dann hat es sich mit diesem Schönwettereinbruch spätestens heute Abend wieder erledigt. :egal:

    Nachdem ich mich zur Zeit in eher nicht-phantastischen Gefilden bewege, hier mal etwas zu einem mMn phantastischen Klassiker:


    Jules Verne – 20 000 Meilen unter den Meeren


    Meldungen von einem riesigen Meeresphänomen, welches rund um den Globus gesichtet wurde, bestimmen die Schlagzeilen der großen Zeitungen. Die Meinungen über dessen Existenz und was sich gegebenenfalls hinter den Sichtungen verbirgt, gehen stark auseinander. Nachdem durch einen Zusammenstoß mit einem Postschiff im Atlantik eindeutig bewiesen wurde, dass etwas bisher Unbekanntes in den Meeren lebt, entbrennt nun eine erbitterte Debatte, ob es sich um einen riesigen Wal (oder etwas Ähnliches) oder gar um eine Art unterseeisches Schiff handelt.


    Professor Arronax, welcher sich gerade in New York aufhält und seine Heimreise nach Paris vorbereitet, erhält das unwiderstehliche Angebot, auf der Abraham Lincoln mitzufahren, die aufbricht, um das Phantom zu stellen und die Schifffahrtsrouten wieder sicher zu machen. Ohne zu zögern sagt er zu und geht mit seinem treuen Diener Conseil an Bord des modernen Schiffes. Dort lernen sie den Harpunier Ned Land und Arronax beginnt sich während der mehrwöchigen Fahrt mit ihm anzufreunden.


    Als die Abraham Lincoln endlich nach langer Suche und kurz vor der Aufgabe der Mission das Phänomen im nördlichen Pazifik aufstöbert, beginnt erst eine mehrstündige Verfolgungsjagd durch die Nacht, während der sich das Wesen als hoffnungslos überlegen herausstellt und mit dem Schiff zu spielen scheint, bevor es zum Angriff übergeht. Von einer Wasserhose über Bord gespült müssen Prof. Arronax und Conseil mit ansehen, wie ihr Schiff steuerunfähig davon treibt. Doch sie haben Glück im Unglück, denn der Harpunier Ned Land, welcher ebenfalls über Bord ging, hat auf einer künstlichen Insel Halt gefunden und hilft ihnen ebenfalls auf das, was sich als die Oberseite eines Unterwasserbootes herausstellt.


    Von der Mannschaft des Gefährts gefangen genommen gelangen sie ins Innere, wo sich ihnen Kapitän Nemo vorstellt und ihnen eröffnet, dass er es nicht riskieren kann, sie mit ihrem Wissen um sein Schiff wieder freizulassen. Sie sollen sich daher mit dem Gedanken abfinden, ihr restliches Leben auf der Nautilus zu verbringen. Während dies Ned Land als einem Mann der Tat recht schwer fällt, ist Prof. Arronax von den Möglichkeiten des technischen Wunderwerks begeistert, die Untermeeresflora und –fauna studieren zu können. Conseil, als treuer Diener seines Herrn steht entschlossen hinter ihm und ergibt sich in die Entscheidung, die Arronax somit für sie beide trifft.


    Im Folgenden werden zahlreiche Etappen aus der Weltumrundung geschildert wie beispielsweise der Spaziergang in einem Unterwasserwald, die Fahrt durch einen Tunnel unter der Landenge zwischen Ägypten und dem Sinai sowie ein Abstecher unter dem Eis der Antarktis durch bis zum Südpol. Man merkt hier dem Buch deutlich sein Alter an, denn vieles, was zur Erstveröffentlichung 1870 als gesicherte Erkenntnis galt, ist heute überholt – wie man bereits dem Titel entnehmen kann. Dennoch war die Mischung aus Wissenschaft (Unterwasservulkane, Fahrt durch die Inselwelt Südostasiens) und Fiktion (besagter Unterwassertunnel unter dem Suez-Kanal, der versunkene Kontinent Atlantis) sehr gut zu lesen, was wohl auch an der flüssigen Schreibweise lag. Die teilweise seitenlangen Aneinanderreihung von Tierarten, welche Prof. Arronax auf seiner Reise beobachten konnte, waren zwar nicht gerade spannungsfördernd, aber auf ihre Art und Weise trugen sie zur Charakterisierung von Arronax und seinem Conseil bei und konnten mir auch einen Teil der Faszination begreiflich machen, welche die Unterwasserwelt auf die beiden ausübt.


    Die einzige Person, die mir zwischen all den Sightseeingtouren und Abenteuern zu kurz kam, war Kapitän Nemo. Seine Auftritte sind relativ rar gesäht und geben auch nur wenig über sein Wesen preis. So erfährt man nichts über seine Vergangenheit und was ihn dazu bewegt hat, sich von der Welt zurück zu ziehen. Schade eigentlich, denn dieser Charakter bot sehr ambivalente Ansätze, die insbesondere am Schluss schön herausgearbeitet sind.


    Von mir gibt es alles in allem 3,5 von 5 Narwalen.