Beiträge von Nuramon

    Hallo! Ich habe jetzt auch angefangen, bin aber noch im ersten Abschnitt.


    Was mich sofort beeindruckt, ist das ungeheuer effektive World Building auf engstem Raum. Direkt auf der ersten Seite. Personen und Personengruppen werden genannt – mit ihrem Beruf, einer Andeutung, die sie räumlich einordnen und eine Qualität oder Handlung. In diesem Absatz fange ich sofort an, im Kopf alle möglichen Verknüpfungen zu ziehen. Ich liebe das.


    Auch wie der Erzähler das Tempo variiert, finde ich toll. Am Anfang geht er schnell voran, später dann verharren wir eine habe Seite lang bei Fafhrds Lachen. Ich vermisse diese Flexibilität heute ein bisschen. Es wird heute so viel in Szenen aufgelöst, und das Verhältnis zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit variiert kaum.


    Laut lachen musste ich an der Stelle, an der Fafhrd den Mouser der „pig-trickery“ verdächtigt und der dann sagt: „And even if I should choose sorcerously to discommode your lechery, […] I do not think it would be the woman that I would metamorphose.“:ltot:

    Außerdem werden sie mit den Tantiemen gegengerechnet – wenn sie einen Vorschuss von 20.000 Dollar bekommt, muss sie mindestens um die 150.000 Bücher verkaufen oder Glück mit Fremdsprachen-Lizenzen haben, damit sie übers Jahr zusätzlich Tantiemen ausbezahlt bekommt.


    An der Rechnung stimmt was nicht. Wenn sie wirklich 150.000 Bücher verkaufen muss, um den Vorschuss reinzuholen, hat sie aber einen ganz miesen Vertrag. Das kann unmöglich so sein. Oder spielen da noch andere Vorschüsse mit, die sich angehäuft haben?
    Ansonsten ist der Einblick natürlich sehr interessant.


    Grüße,


    Jamie.

    Für mich ist dieses Mal u.a. Folgendes dabei:


    Jo Walton: My Real Children
    R.A. Lafferty: Collected Stories Volume II
    Jonathan Strahan (Hg.): Reach for Infinity
    Jonathan Strahan (Hg.): The Best SF & F of the Year


    Der Lafferty-Band ist zwar teuer, aber ich denke, er ist es wert.


    Nachtrag:
    Ich sehe gerade, dass bei dem Lafferty-Band ein wenig Verwirrung herrscht. Das Cover passt überhaupt nicht zum Titel (und ist auch in sich nicht stimmig), und der Erscheinungstermin scheint sich verschoben zu haben. Na ja, dann warte ich eben.

    Interessante Fragen, Pogo. Also …


    1. Lest ihr auf Deutsch, Englisch oder beides?


    Beides, aber sehr viel mehr auf Englisch. Dinge, die ich auf Englisch gelesen und gemocht habe, lese ich gerne auch noch mal auf Deutsch. Das ist sozusagen eine Ausrede, ein tolles Buch noch einmal in die Hand zu nehmen. Außerdem verschenke ich gerne Bücher. Dann bei Gelegenheit auch eine Übersetzung.


    2. Lest ihr in Deutschland abgebrochene Serien/Reihen auf Englisch weiter?


    Dazu müsste ich die Reihen erst einmal auf Deutsch angefangen haben. In den frühen 90ern habe ich das noch gemacht. Aber seit englischsprachige Bücher so leicht verfügbar sind, warte ich nicht, bis ein Verlag sich dazu durchringt, eine Lizenz zu kaufen. Auch die Wartezeit und die Ungewissheit, ob eine Reihe durchgehalten wird, würde mich heute abschrecken. (Natürlich gibt es in meinem Fall auch keine Zurückhaltung, was das Englische angeht.)


    Lest ihr nicht übersetzte aber interessante Titel auf Englisch?


    Ja. Wenn ich (wie so viele) einmal im Monat auf die Liste von SF Signal schaue, weiß ich, dass viele interessante Titel nie nach Deutschland kommen werden. Wenn ich mir bei Autoren wie Guy Gavriel Kay oder Charles de Lint nicht sicher sein kann, dass sie übersetzt werden, sehe ich keinen Sinn darin, zu hoffen und zu warten.


    3. Wenn ja, lest Ihr trotzdem auch noch deutsche Titel bzw. Übersetzungen?


    Ja, Originalausgaben und auch Übersetzungen. (Siehe oben)


    6. Wie seht ihr die aktuelle Lage auf dem Fantasybuchmarkt?


    Was den englischsprachigen Raum angeht, bin ich zufrieden. Der Markt ist so groß, dass ich eigentlich immer irgendetwas finde. Beim deutschsprachigen Markt sehe ich das alles – teilweise auch aus eigener Erfahrung – eher pessimistisch. Bei den Übersetzungen mag das Abbrechen einer Reihe vielleicht einen Verlust vermeiden, aber der Schaden ist groß. Denn wer den Rest einer Reihe auf Englisch gelesen hat, wird vielleicht bei der nächsten, die erscheint, direkt zum Original greifen. Die Gefahr besteht einfach, denn mit jedem Buch, das diese Leser (am Anfang noch notgedrungen) auf Englisch rezipieren, wächst ihre Sprachkompetenz.
    Bei den deutschsprachigen Originalausgaben habe ich den Eindruck, dass es abseits gewisser Inhalte und auch Formen zu wenig Variation gibt – oder aber zu wenig Nischen, weil der Markt viel kleiner ist als der englischsprachige. Als Autor kann ich natürlich machen, was ich will. Ich muss ja nicht alles, was ich schreibe, veröffentlichen. Als Leser wünschte ich mir, die Verlage würden öfter ein Wagnis eingehen. Aber das ist natürlich schwierig in einem Markt, der offenbar schrumpft.


    Viele Grüße,


    Jamie.

    In der Sonderausgabe des Papiergeflüster-Podcasts geht es um E-Books. Ich finde den Podcast auch grundsätzlich interessant und liebenswürdig. Für eine Verbindung zu unserem Genre sorgt (in den normalen Folgen) übrigens Oliver Plaschka. Besonders die Folge 6 (Thema: E-Book-Kauf aus Kundensicht) war sehr aufschlussreich.


    Papiergeflüster-Podcast

    Das klingt sehr spannend, Mailman. Dass die Geschichte in deinem Kopf einfach weiterarbeitet, sollte dir Mut machen. Und die gelegentlichen Zweifel gehören einfach dazu. Eine Frage habe ich in dem Zusammenhang: Könnte es sein, dass du gar nicht so sehr fürchtest, dass es schiefgehen könnte, sondern vielmehr, dass es klappt und du keine Ahnung hast, was dann sein wird?


    Jedenfalls wünsche ich dir viel Glück und viel Erfolg!

    Vielen Dank, ihr Lieben! :wink:


    Als mich meine Frau vor einer Weile gefragt hat, was ich mir zum Geburtstag wünsche, sagte ich, dass ich in den letzten Monaten viele Bücher signiert habe und es doch zur Abwechslung nett wäre, wenn mir jemand ein Buch signierte. Also habe ich heute tatsächlich Notizbücher mit Widmung geschenkt bekommen. :boing: Da ich im Augenblick wieder viel handschriftlich arbeite, kommen mir diese Bücher gerade recht. Aber das Schöne ist, dass jedes Buch etwas ganz Besonderes ist.


    Viele Grüße und nochmals danke für die Glückwünsche,


    Jamie.