Beiträge von Winston S.

    Timpimpiri .


    Würde gerne den Filter in meinem Kopf entdecken oder reflektieren, ob ich tatsächlich nur glaube, was ich glauben will (ich hoffe doch nicht, schließlich ist das für einen Teilnehmer an einem Diskussionsforum ein vergleichsweise vernichtender Tatbestand) . Da du aber leider nicht die Stellen zitierst, an denen du glaubst zu erkennen, dass das alles bei mir der Fall ist, werde ich in der Hinsicht nicht weiterkommen und muss spekulieren.


    Dass ich für meine Interpretation des Verlaufs keinen allgemeingültigen unverrückbaren Wahrheitsanspruch postuliere, der sich gegen jede andere Sichtweise sperrt, könnte man aber an Begriffen wie „implizit“, „ob es nun so ist oder nicht“ oder „in meinen Augen“ und der Formulierung einer Vermutung als Frage erkennen. Die Frage, WER das Heckmeck veranstaltet, habe ich sogar ausgeklammert (daher das „in unterschiedlicher Art und Weise“), da man da für beide Ansichten Argumente finden kann (möglicherweise betreibe sogar ich gerade Heckmeck, wer weiß..).


    Wenn das alles nicht reicht, um zu signalisieren, dass ich mich um eine dem Thema angemessene möglichst objektive Herangehensweise bemühe, tut es mir leid, dann bin ich wohl an meine Grenzen gestoßen, innerhalb derer ich in der Lage bin, Meinung zu äußern.

    Timpimpiri  


    Na ja, ganz so strange ist es auch wieder nicht.


    Wenn man mal kurz den Thread-Verlauf rekapituliert:


    Naegar eröffnet, daraufhin kommen zwei posts in denen Mistkeferl und moyashi ankündigen sich (zu diesem Zeitpunkt) nicht zu beteiligen.
    Dann folgt Naegar, der erklärt, warum er den Thread eröffent hat. Lapismont bringt dann schließlich einen ernstgemeinten, neutralen und völlig unproblematischen Beitrag.


    Dann folgt deine Beitrag, aus dem man herauslesen kann, dass du kein Interesse daran hast dich bei diesem Thema zu beteiligen, implizit sagst du noch, dass die Diskussion ziemlich einseitig verlaufen würde ohne Frauen (heißt das, dass alle Männer in Bezug auf diese Thematik gleich ticken?), stellst die Vermutung an, dass er das Problem nicht begriffen hat und schickst noch drei Kopfschüttelsmileys hinterher.


    Lapismont schickt daraufhin einen erklärenden Beitrag ohne Schärfe. Ich vermute andere Forumisten hätten etwas spitzer reagiert (Männlein und Weiblein....)


    Daraufhin kommen Molo und Ivy wieder zum Thema, ehe du als Antwort auf lapismont postest, und dann zusätzlich erneut bekräftigst, dass du an dem Thema nicht teilnehmen willst und im anderen Strang auch nicht teilgenommen hättest.


    Daraufhin kommt Ivys sinngemäßes „man sollte alle Meinungen zulassen“. Und ich kann sie verstehen. 4 von 10 Beiträgen in diesem Strang drehten sich bis dato darum, warum man ich nicht beteiligen will. Ob es nun so ist oder nicht, für einen Mitleser drängt sich der Eindruck auf, dass man damit indirekt dazu auffordern will, dass man das auch so halten sollte.


    Daher in meinen Augen auch ihr späteres „Das gilt sogar für alle“.
    Das war aber dann schon ein Teil von dem, was in unterschiedlicher Art und Weise als Heckmeck (aka Wortklauberei) gesehen wird.


    Langer Rede kurzer Sinn: Zum Zeitpunkt als Thargor dich angesprochen hat, hattest du 4 Beiträge, moyashi und mistkaeferl nur einen und Thargor bezieht sich eben nicht auf deinen Ausgangspost, sondern auf dein Nichlockerlassen. Insofern finde ich das nicht strange, sondern nachvollziehbar.


    Nichts für ungut.






    Zum Thema: so richtig hat mich ehrlich gesagt noch nie ein Sexszene gepackt. Zu oft wirkt das einfach auch ziemlich unbeholfen in der Ausführung (des Textes, nicht der Sex), wobei das durchaus ungerecht ist von mir, da ich keine große Ahnung habe, wie das besser zu lösen sei. Das alles nur anzudeuten, ist natürlich eine Option, aber irgendwie bin ich dagegen vor Sex die weiße Flagge zu hissen und zwei Seiten später dann Folterszenen und blutigste Schlachtengemälde in alle Ausführlichkeit zu schildern. Das ist so....... amerikanisch und klingt für mich nach Kapitulation. Aber wie gesagt, wenn man gegen solche Szenen ist, weil sie literarisch nicht taugen: meinetwegen


    Aber: warum ist es bei der Beurteilung der Sexszenen für viele darüber hinaus eigentlich ein K.O.-Grund für das Recht ihres Vorhandenseins, wenn sie „die Handlung nicht weiterbringen“? Ich mag dieses Argument zum einen nicht, weil es gerne damit verbunden wird, daraus dann die Schlussfolgerung zu ziehen, dass der Autor hier dann wohl nur seine (pubertären? Altherren?)Phantasien auslebe. Zum anderen, weil „die Handlung nicht weiterbringen“ ein sehr vager Begriff ist und sich auf sehr viele Szenen in sehr vielen Büchern, bei denen keiner im Traum darauf käme, sie zu beanstanden anwenden ließe. Natürlich wird durch die ART UND WEISE, wie die Personen Sex haben, in aller Regel die Handlung nicht beeinflusst oder gar aufgelöst, sondern nur durch den Umstand, DASS sie Sex haben (Ausnahme hier dürfte natürlich eine Vergewaltigung sein, wobei man hier streiten könnte, ob das nicht eher die Art und Weise eines Verbrechens ist. Mit dem begriff Sex möchte ich das eigentlich nicht adeln…..).


    Man könnte also die meisten Szenen mit dem Satz „Sie schliefen miteinander“ zusammenfassen. So wie man eine Folterung mit „dann folterte er ihn/sie“ und einen Überfall mit „Sie wurden überfallen, schlugen die Banditen in die Flucht, verloren dabei aber drei Wachen und erlitten kleinere Verletzungen. Sonst passierte nichts.“ inhaltlich korrekt wiedergegeben hätte. Auch endlose Beschreibungen von Saufgelagen, Lagerfeuergesängen, Zweikämpfen u.Ä. bringen die Handlung in diesem Sinn nicht weiter. Und zumindest bei der Darstellung von Gewalt kann man als Autor genauso schnell in fragwürdiges (gewaltverherrlichendes) Schreiben abdriften, wie beim Entwurf einer Sexszene (Rollenklischees etc.). Wozu sie allerdings geeignet sind, ist die Vertiefung der Charakterisierung (sei es bei den Figuren, der Gesellschaft oder gleich des ganzen Weltenentwurfs). Hier ist die Art und Weise, wie sich jemand genau verhält von Bedeutung und haucht der Geschichte Leben ein.


    Interessanterweise wird das Bedienen der fragwürdigen Seite dieser Aspekte (in Deutschland) den Autoren, die sich in der sogenannten E-Literatur bewegen, weit weniger zum Vorwurf gemacht. Wenn hier fiese Männerfiguren Frauen als Sex-Objekt sehen und diese Objekte das dann auch noch forcieren, liest man in der Besprechung wie sehr sich „der Autor/die Autorin bemüht, die Rollenklischees, die immer noch Bestand haben, aufzuzeigen und anhand der Figuren zu dekonstruieren“ („dekonstruieren“ muss sein, sonst wird es nicht gedruckt). Wenn so etwas im Fantasy-Genre passiert, wo die Autoren sowieso präziser auf die Kohärenz in „ihrer Welt“ achten und eine solche Darstellung diese Kohärenz (vielleicht auch nur in ihren Augen) eventuell sogar verstärkt, steht der Autor merkwürdigerweise gleich im Verdacht hier den Lesern seine rückständigen Phantasien unterjubeln zu wollen – der Autor wird quasi mit seinem Erzähler oder einer Figur darin gleichgesetzt. Ich lasse mir diese Einordnung sogar gefallen, wenn der Autor ein Geschlecht sterotyp abwertet (z.B. Frau als dem Mann höriges Betthäschen oder der Mann als notgeiler frauenverachtender Dummbatz) und dabei das andere Geschlecht idealisiert. Wo aber bei beiden Geschlechtern (negative) Klischees bedient werden, kann man zwar darüber streiten, ob das jetzt toll zu lesen ist, den Autor aber gleich übles, einseitg sexistisches Gedankengut zu unterstellen, geht mir hier aber dann doch zu weit.

    Richard Schwarz: Die Götterkriege 3- Das blutige Land




    Das Geheimnis von Askir/Die Götterkriege ist bei mir immer so ein kleiner Happen für zwischendurch. Man ist schnell wieder in der Geschichte drin, die Hauptfigur ist trotz ihrer „Superkräfte“ sympathisch und man möchte dann doch irgendwie auch wissen, wie es weitergeht. So ne Art Fast Food für zwischendurch (in dieser Analogie wäre dann MBotF die experimentelle Feinschmeckerküche und ASoIaF die sehr gut gemachte gutbürgerliche Küche).


    Insgesamt finde ich die Handlung bisher etwas schwächer als in den vorherigen Bänden, die sowieso nie mehr so ganz an Band 1 heranreichten, was im vorliegenden Fall wohl daran liegt, dass die Hauptfigur als Ich-Erzähler ständig den Schauplatz wechseln muss, damit der Leser auch alles mitbekommt. So wirkt die ganze Story etwas zerfasert. Was mir aber wirklich aufstößt ist eine punktuelle Spracharmut des Autors. 
    Ich bin kein Purist, aber wenn ich noch ein einziges Mal lesen muss, dass jemand etwas RAU flüsterte, RAU sagte, RAU antwortete oder mit RAUER Stimme von sich gibt, werde ich wohl zum Tier…….Dieses Wort kommt gefühlt auf JEDER Seite und - nicht gefühlt, sondern tatsächlich - bei JEDER wichtigen Figur vor.


    Es muss doch möglich sein, hier etwas weniger lustlos zu Werke zu gehen. Und wenn es schon der Autor nicht merkt, sollte doch mal jemand im Lektorat einen Hinweis auf den exzessiven Gebrauch des Wortes geben.

    Seit dem Erscheinen von ADWD, habe ich das Lesen dieses Threads weitestgehend vermieden, da sich erfahrungsgemäß selbst bei bestem Willen der Schreibenden der eine oder andere Spoiler nicht vermeiden lässt. Zudem habe ich - gleich nachdem beide Bände auf Deutsch vorlagen - nochmals die gesamte Reihe am Stück durchgelesen und kann jetzt endlich MEINEN Senf auch dazugeben.


    Für das Lesen des gesamten Threads hat es im Nachhinein jetzt nicht gereicht, aber Querlesen hat mir den Eindruck verschafft, dass folgende Diskussionspunkte im Mittelpunkt standen:


    - Inhalt: „Nicht mehr so gut wie früher“ und zu viel grim, zu viel gritty 
    - Neuübersetzung? Neuübersetzung! 
    - Neues Cover igitt – neues Cover na endlich!


    Nun also meine 5 cents (in Kleingeld, daher wird’s etwas länger)


    Der Inhalt Ich kann mich erinnern, dass ich, als ich die Bände 7+8 erstmalig las, tatsächlich der Meinung war, dass Martin hier jetzt sprunghaft (und deutlich zu viel) an der Gewalt- und Ekelschraube gedreht habe – im Vergleich zu den ersten Bänden. Nachdem ich nun alles am Stück gelesen habe muss ich diese Meinung revidieren. Zwar finde ich auch jetzt noch, dass diese Aspekte zunehmen, jedoch eher „linear“ und in dem Maße wie der gesamte Kontinent nach einer längeren Friedensphase wieder in Krieg und Elend versinkt, mit all seinen trostlosen Begleiterscheinungen. Insofern finde ich die Darstellung mittlerweile durchaus wieder konsequent und angemessen und von Einzelszenen abgesehen durchaus zu rechtfertigen. Vielleicht nehme ich die Gewalt der ersten sechs Bände jetzt auch intensiver wahr, es ist dann doch ein Unterschied, ob man sowas mit Anfang 20 oder Mitte 30 liest…..


    Was sich nicht geändert hat ist, dass in meinen Augen AFoC doch stark abfällt. Und das hängt nicht nur damit zusammen, dass der Höhepunkt des Krieges vorbei ist und eben die sehr trostlose Zeit der Krähen angebrochen ist, sondern dass einige der erzählten Geschichten schlicht langweilig sind und problemlos hätten gekürzt oder gänzlich als Mauerschau hätten dargeboten werden können (Sam, Arya, Sansa, Brienne). Andere lassen einen schlicht kalt (Zickenkrieg der Königinnen, Eisenmänner).


    ADWD hingegen finde ich wieder deutlich gelungener. Dass der Greifensohn hier den Deus ex machina spielt, finde ich sogar richtig gut, schließlich wird der Leser hier genauso kalt erwischt wie das bei den Protagonisten in Westeros der Fall sein dürfte. Zudem wird jetzt auch klar, warum die Unterstützung für Viserys und Daenerys von Seiten ihrer „Gönner“ als bestenfalls lauwarm zu bezeichnen ist: sie waren lediglich der Plan B, der auch noch die Blicke der Krone auf sich lenken durfte.


    Auch die vielfach kritisierte Geschichte um den Prinz von Dorne ist in meinen Augen vor diesem Hintergrund sinnvoll. Daenerys dürfte aufgrund der Aktion des Herren durchaus einen dicken Hals auf die Dornischen haben, was noch interessante Konstellationen zwischen ihr, Sunspear und dem Greifensohn nach sich ziehen dürfte.


    Insgesamt hat mich ADWD gut unterhalten und dass es so lange gedauert hat, bis das Buch erschienen ist (was auch bei mir einer gewissen „Ich-will-das-jetzt-auch-nicht-mehr-gut-finden-und-das-kann-auch-nicht-mehr-so-gut-werden“-Haltung durchaus Vorschub leistete) möchte ich jetzt doch lieber dem Autor als dem Werk aufs Brot schmieren.


    Trotz des von mir angedeuteten Kürzungspotenzials bei AFoC war die Zweiteilung vermutlich dennoch sinnvoll. Die ART der Teilung ist für mich im Nachhinein aber ein Fehler. Lineares und paralleles Erzählen wäre mir hier deutlich lieber gewesen, zumal Martins Hauptargument, er wolle seinen Lesern am Ende eines Bandes nicht zu viele lose Fäden und Cliffhanger zumuten wohl doch eher eine Schutzbehauptung zu sein scheint, wenn man bedenkt, wie manche Storylinien in ADWD enden.






    Die Neuübersetzung. Ich mag sie nicht unbedingt, da muss ich erst noch mit warm werden. Und ja, ich kenne die Argumente, die für den neuen Ansatz sprechen. Ich konnte nicht den ganzen Thread lesen, aber doch einen Teil. Wie den einen oder anderen stört mich jetzt die Inkonsequenz. Ich hatte auch nie Problem mit englischen Begriffen (Eigennamen!) in deutschen Romanen (besser: Übersetzungen). Im Gegenteil, die ganzen englischen Begriffe haben den Familien in Westeros in meinen Augen eine gewisse....kulturelle... Gemeinsamkeit gegeben. Insofern hätte ich es besser akzeptierten können, wenn man alle englischen Begriffe entfernt hätte oder für die verschiedenen Gegenden des Reiches (Norden z.B.) ähnliche Veränderungen vorgenommen hätte (Übersetzung, Eindeutschung, englischer Begriff), um hier die gewachsenen Traditionen anzuzeigen. Vielleicht bin ich zu anspruchslos oder aber ich bedauere es, weil diese Namen eben 16 Jahre lang zu meinem „Eis-und-Feuer-Gefühl“ gehört hatten. Für echte Übersetzer mag diese Argumentation zu dünn sein, aber ich sehe es halt so.......






    Die neuen Cover. DAS hingegen ist eine wirklich gelungenes Erneuerung! Zum einen weil die Cover ausdrücklich und AUSSCHLIEßLICH Bezug zu dieser Reihe haben, zum anderen, weil ich die Wappen wirklich schön und passend umgesetzt finde.


    Prinzipiell finde ich es etwas nervig, wenn mitten in der Reihe das Design geändert wird und damit der Bezug der Reihe zueinander im Bücherschrank unterbrochen wird (nennt mich spießig), auch wenn ich mir bis dato nie eine neue stringente Auflage zugelegt hätte (ja, ja ich habe sogar die Spiel der Götter-Zwerge noch.....). Das könnte sich jetzt allerdings ändern. Ich überlege ernsthaft die neuen Ausgaben zu kaufen, lediglich die Angst, dass beim nächsten Band wieder alles über den Haufen geworfen wird, lässt mich noch zögern.


    Dass die Reihe im Bücherregal für Puristen aber sowieso bis dato schon eine Zumutung war, erleichtert die Entscheidung vielleicht aber doch. (Band 1+2 mit lila Rücken und einem Titel, der in der Größe den Namen des Autors dominiert; Band 3-6 mit grauem Rücken, neuer Ausrichtung der Schrift und neuer Größe des Autorennamens; Band 7+8 mit erneuter neuen Ausrichtung der Schrift, neuem Schrifttypus und einem geringfügig geänderten Format). Lediglich die Bilder auf dem Cover waren durchgängig konsequent bescheiden, in den Abstufungen „gruselig“ bis „ganz gruselig“.

    Dem kann ich leider nur zustimmen. Die Welt ist brutal und ungerecht, und man macht es auch nicht besser, in dem man den Kopf in den Sand steckt und die Augen davor verschließt. Wenn man andere daran hindern will Schlimmes zu tun, wie z.B. in Lybien einen Völkermord verhindern, dann muss man sich die Hände schmutzig machen, ansonsten kann man nur tatenlos zu sehen, buh rufen und sich hinter seiner Moral verstecken. (Wobei ich den inkonsequenten Einsatz, der aufgrund seiner Art selbst zu zivilen Opfern führt, sehr kritisch sehe).


    Ich denke nicht, dass man die Nothilfe zur Verhinderung eines Massenmordes mit der gezielten Tötung eines Mörders vergleichen kann (wobei ich den Satz in Klammern auch nur unterstreichen kann). Es wurde ja schon hinlänglich dargelegt, dass die Verhinderung von Verbrechen durch diese Tat kaum gewährleistet wird, sondern es sich um Rache handelt.




    Insgesamt tut man in der ganzen Angelegenheit bin Laden und seinen Spießgesellen zu viel der Ehre an. Es handelt sich bei diesen Menschen schlichtweg um Mörder. Massenmörder zwar und damit haben sie mehr verbrochen, als der übliche Mörder, aber was die Anzahl der Opfer angeht immer noch deutlich unterhalb eines durchschnittlichen Diktators des 20./21. Jahhunderts. ich finde es daher sehr verwunderlich, dass man damit argumentiert, dass sich diese Terroristen außerhalb des Völkerrechts gestellt haben. Sie gaben nicht aus Gier, Eifersucht, Mordlust, Ideolgie (wie z.B. die RAF) gemordet (zumindest nicht in erster Linie), sondern weil sie einer katastrophalen Auslegung der eigenen Religion anhingen/anhängen. Sie jetzt mit einer derartigen Bedeutung aufzuladen heißt in meinen Augen ihnene und ihrem Sendungsbewusstsein auf den Leim zu gehen. Und dazu gehört auch, für ihre Ergreifung Maßnahmen zu tolerieren, die man für "normale" Mörder nicht akzeptieren könnte.


    @ gero: In diesem Sinne (diese Gruppierung nicht zu überhöhen) , bin ich auch nicht der Meinung, dass man gegen einen solchen Gegner nicht gewinnen kann, wenn man der moralisch Überlegene bleibt. Die Frage ist lediglich, was man als Gewinnen bezeichnet. Ob man hier den Maßstab des Zeitgenossen anlegt oder den historischen. Abu Ghraib, Guantanamo oder Blackwater-Opfer haben dem Westen eine größere Niederlage zugefügt als es ein Dutzend 9/11 jemals könnten, weil sie die Ideale verraten haben, die wir eigentlich vertreten sollen. Langfristig ist das in aller Brutalität gesagt schlimmer als die vielen Opfer, denn es poaunt in alle Welt hinaus, dass wir nicht daran glauben dass sich diese Idee aufgrund ihrer Substanz durchsetzen wird. Und was mit Ideen passiert, die von ihren Anhängern selbst ad absudum geführt werden hat man den pseudokommunistischen Versuchen des 20. Jahrhunderts gesehen: Sie landen auf dem Müllhaufen der Geschichte.


    Mir ist auch klar, dass sich das naiv anhört und vielleicht sogar etwas zynisch und dass man als Angehöriger eines Opfers anders denkt und dass auch mir das so ginge. Aber das ist eben meine kühle Sicht der Dinge als Außenstehender, der sich wünschen würde, dass Demokratie und Menschenrechte langfristig siegen und nicht zu einem regionalen Label verkommen, die sich selbst diskreditieren.

    Ich bin mich immer noch am fremdschämen für dieses politische Aushänge-Schild unserer Bildungswelt in Deutschland.


    :krank:


    Dem kann ich mich nur anschließen. Allerdings schäme ich mich genauso für die 70 % "Staatsbürger" die in ihm fast schon ein Opfer sehen. Und für die Uni Bayreuth, die doch arg offensichtlich keine Lust hat, ihn offiziell der Täuschung zu bezichtigen. Und für unsere Kanzlerin, die ebenso offensichtlich ein weiteres Mal alles dem Machterhalt (wofür eigentlich, wenn man die gar nicht nutzen will) unterordnet.


    Wenn man sich den ganzen Ablauf mal anschaut:


    1. durch Täuschung etwas stehlen


    2. das Gestohlene benutzen


    3. etappt werden und rundheraus abstreiten


    4. aufgrund weiterer Beweise ein bisschen was zugeben und auf die Tränendrüse drücken


    5. aufgrund erdrückende Beweise das Diebesgut "zurückgeben", obwohl es sochon so gut wie beschlagnahmt ist


    6. glauben, dass damit alles wieder gut ist (man hat ja das, was man eigentlich nie hätte besitzen dürfen nicht mehr, das ist ja wohl Strafe genug)


    könnte man zu dem Schluss kommen, dass sich der Herr Minister mit diesem Verhalten, was seine Geisteshaltung betrifft, auf der Ebene eines halbstarken pubertiernden Ladendiebs mit Potenzial zum Wiederholungstäter bewegt. Das "Volk" entspräche dann wohl einer etwas jüngeren Zahnspangenträgerin mit Groupieträumen.......




    Womit mal wieder die alte (von mir hier glaube ich schon mal ziierte) Weiheit bestätigt wäre: Jedes demokratisch regierte Volk hat genau die Regierung, die es verdient.


    Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich........

    Kah-thurak


    Besten Dank für die Mühe! Die Sache mit dem Pfad der Hände hatte ich tatsächlich vergessen.....


    Das mit Clip mag so sein, überzeugt mich immer noch nicht so recht. Der Aufbau von RG lässt doch eine gewisse Parallelität der erzählten Ereignisse vermuten und dafür wäre Clip einfach verdammt flott wieder auf der Insel, nachdem die Gruppe zuvor eine Bergtour an den A... der Welt gemacht hatte, bis sie endlich mal in KG angekommen sind (nach meinem Empfinden). Und ich habe einfach Probleme damit, dass Silchas Ruin und Clip, die ja zwei recht hervorgehobene Tiste Andii sind, eine solche Mühe haben, nach KG zu wechseln. Aber wenn es so ist, ist das halt so.....


    KoK und TRotCG habe ich in der Tat nicht gelesen und werde ich auch nicht lesen, solange es nur auf Englisch erhältlich ist, da würde bei mir zuviel hinten runter fallen, als dass es Spaß machen würde (aber dazu habe ich meinen Senf schon im Englisch/Deutsch-Thread abgegeben). Wenn da die angesprochenen Probleme so beleuchtet werden, dass man es besser versteht, muss ich das halt so hinnehmen. Insgesamt finde ich es aber schon schade, dass man eine solch riesige Geschichte präsentiert, die zehn Bücher füllt, offensichtlich aber Dinge, die wichtig für das absolute Verständnis sind, in zwei Novellen (?) auslagert (wobei ich jetzt natürlich nicht weiß, ob den Autoren klar war, dass diese Geschichten nur Lesern zur Verfügung gestellt werden, die auf Englisch lesen - wohl eher nicht).

    Hilf mir mal auf die Sprünge. Wer benutzt wann ein Gewirr aus welchen Gründen nicht, nur, um es dann später - aus sozusagen dramaturgisch passenden Gründen - doch zu benutzen? Hast du da gerade ein konkretes Beispiel?


    Ich packe mal alles in Spoiler, da alles mögliche angerissen wird


    Auf deine Frage nach dem "warum nicht mit MT beginnen?", würde ich mal antworten, dass man auf jeden Fall DG als kleine Einführung für Tavore und die Knochenjäger braucht. HoC ist für den Teil der Erzählung um Karsa ganz nett. MoI zeigt für mich, wozu viele der Handelnden überhaupt fähig sind und um die Tiste Andii

    GotM wäre für die weitere Handlung nicht unbedungt nötig, aber es ist ein wundervoller Einstieg.

    Sorry, kapiere ich nicht. In Midnight Tides (MT) kommen weder Tavore, noch die Knochenjäger noch Karsa oder auch eine Figur aus MoI vor................

    So, "Im Sturm des Verderbens" ist durch.


    Auch meine Meinung zu Malazan ist gespalten. Auf der einen Seite würde ich mir den jeweils neuen Teil niemals entgehen lassen, da die Welt, die Figuren und auch die Geschcihte, die SE entwirft ungemein beeindruckend ist und ich jedes Mal, wenn ich einen neuen Teil beginne nicht ruhen kann, bevor ich ihn durchhabe, aber es gibt auch Punkte, die mich nicht so sehr glücklich machen:


    1) Eine Landkarte der Gesamtwelt wäre ungemein hilfreich. Ich finde es etwas befremdlich, eine Geschichte mit solchen Dimensionen zu erzählen (was ich, wie gesagt, großartig finde), aber dann immer nur Häppchenweise Karten zu liefern. Seit ich dank des Forums hier eine Kate im Netz gefunden habe, kann ich der Handlung weitaus besser folgen.


    2) Zu beginn der Reihe hat SE noch Jahreszahlen geliefert, was ich bei einer Handlung, die sich über Jahre erstreckt auch sehr sinnvoll finde. Mittlerweile fehlen sie und das ist umso ärgerlicher als die Reihe sowoeso schon nicht in der chronologischen Reihe erzählt wird (1/3 von HoC und MT sprengen hier den chronologischen Rahmen). Ebenso wie bei der fehlenden Karte enthält SE dem Leser hier eine wichtige Bezugsebene und die Vermittlung der abgelaufenen Zeit gelingt meines Erachtens auch nicht immer. So habe ich beispielsweise nicht den Eindruck, dass die Flucht von Seren, Silchas Ruin und Co wirklich Jahre dauert. Da sie aber erst nach der Rückkehr der Flotten endet, die wohl Jahre unterwegs waren, muss das wohl so sein. Auch in den Teilen, in denen noch Jahreszahlen angegeben werden, habe ich das Gefühl, dass da Dinge chronologisch schlichtweg nicht möglich sind - und das ist etwas, was mich immer ärgert, egal bei welchem Autor (ok. irgendwo in RG wird ein merkwürdiges Gespräch über die Zeit geführt - ich hoffe nicht, dass das Zeitproblem, das ich habe, darauf hinausläuft.....).


    Diese Auflösung der Reihenfolge und Nebligkeit bezüglich der Frage, welche Handlungen parallel laufen (schon klar, bei einigen ist das schon eineutig), schadet vor allem bei der Bewertung des CG, des Haupwidersachers. Bei dem habe ich echte Problem für mich aufzudröseln, was er wann gemacht hat.




    Hierzu auch eine Frage von mit an all diejenigen, die die Reihe auch gelesen haben: Was hätte (außer dem Titel der Gesamtreihe) eigentlich dagegen gesprochen, die Reihe mit MT zu beginnen?


    3) Gerade die Punkte die ich unter 2) aufgeführt habe forcieren ein Problem, dass auch geübte Leser betreffen dürfte: Wenn man in den Büchern auf schwer verständliche Stellen stößt oder mal wieder mysteriöse Andeutungen gemacht werden, weiß man nicht, ob man das jetzt eigentlich verstehen müsste oder ob es egal ist, es nicht zu verstehen, weil man es noch gar nicht verstehen kann.


    4) In MBotF wird das berüchtigte "Mentorenschweigen" geradezu potenziert. Es wird vielfach nicht nur von Mentoren, sondern von den meisten Figuren nur in Andeutungen gesprochen. Besonders beim Reread, als ich wirklich mal meherer Teile hintereinander weg gelesen habe ist mir das als etwas störend aufgefallen. Das ist insofern ärgerlich, weil es ja geradezu zum Thema der Bücher gehört, dass die meisten Personen nicht den kompletten Überblick haben, es gäbe also genug Figuren, denen man aus rein logischen Gründen mal richtig etwas erklären müsste, nur macht man es offensichtlich nicht, nur um dem Leser etwas verschweigen zu können.


    5) Das ständige Verschweigen führt auch dazu, dass viele Motivationen nicht nachvollziehbar sind. Ich weiß bis heute nicht, was Schattenthrons und Cotillions ursprünglicher Plan in GotM gewesen war (nur ein Besispiel). Klar ein Leser MUSS das auch nicht wissen, das liegt im Ermessen des Autors, aber ICH wüsste es halt gerne, um mir ein besseres Bild machen zu können.


    Ein weiteres Beispiel: Warum


    6) Gewirre und Kräfteverhätnisse: Nein, ich brauche kein Wer-kann-wen-unangespitzt-in-den-Boden-hauen-Ranking und auch keine Betriebsanleitung für die Gewirre, aber eine gewisse Durchschaubarkeit wäre doch wichtig. Warum können ein und dieselben Figuren mal ein Gewirr benutzen und dann wieder nicht (bzw. sie benutzen es, um beim Showdown da zu sein, aber keine Minute früher)? Die Frage ist sehr plakativ und vereinfacht gestellt, aber mir erscheint es einfach oft so, dass die Möglichkeit Magie zu nutzen eher den Bedürfnissen des Autors nutzt als der Logik der Handlung oder der Welt, in der sie spielt.


    Ein Beispiel für die unklaren Kräfteverhältnisse: Warum




    Mir ist klar dass die Antwort auf meine Fragen lauten könnte:


    - Motivationen sind komplex, alle lügen, keiner traut dem anderen, vieles muss man sich denken, es gibt Regeln (die der Leser halt nicht kennt) und der allgemeine Erzählstil zwingt den Leser in jenen verwirrten subjektiven Zustand, in dem sich auch die meisten der Figuren befinden.


    Wenn das die Antwort sein sollte: meinetwegen, dann liegt hier immerhin ein konsequent umgesetztes literarisches Konzept zugrunde. Aber es ist in meinen Augen auch eines, dass dem Autor gegenüber seinem Leser in Sachen Handlungslogik etwas zu viel Spielraum lässt und somit immer unter dem Damoklesschwert der Beliebigkeit steht.




    Auch wenn das jetzt alles sehr negativ klang: ich lese die Reige unheimlich gerne, gerade weil sie so ausufernd und großdimensioniert ist. Gerade weil es diese Überfülle an tollen Figuren gibt, die vielen Details und die vielen neuen Ideen, deswegen stechen mir aber die von mir angesprochenen Punkte eben umso deutlicher ins Auge, zumal man zur Behebung der meisten vermutlich keine großen Verbiegungen machen müsste (sowohl was Konzept, als auch die in den Romanen erzeugte Stimmung angeht).

    Osserc :
    Mir kommt es so vor (Asche auf mein Haupt falls ich mich irre), dass du Nördlers ursprüngliche Kritik (inkl. Seiner HdR-Anspielung und auch maschines Einwurf nicht so ganz verstanden hast:

    Dein Vorwurf, die Handlung des „Liedes“ sei normal und nichts besonderes und es sei deshalb unverständlich, warum solch ein Bohei darum gemacht werde (sinngemäß), läuft deshalb ins Leere, weil DLvEuF zwar nicht die allererste GuG-Fanrasy darstellte, aber doch eine jener Reihen war, die dieser Sparte des Fantasy massiv den Weg gewiesen haben. Was eben daran zu erkennen ist, dass seit Erscheinen (1996) viele Autoren sich ähnlicher Elemente bedient haben, so dass dieser Stil mittlerweile „normal“ ist. DAS aber ausgerechnet dem „Lied“ vorzuwerfen ist eben so als würde man den HdR kritisieren, weil er das „altmodische“ Element der Quest verwendet.


    Dein Argument der HdR hat Stil, weil er eben „alt“ sei ist für mich kein Argument.


    Auch maschines Einwurf bezüglich deiner Kritik, Martin habe als Anhang jede Menge Stammbäume mit vielen unwichtigen Figuren beigefügt, ist eher dahingehend zu verstehen, dass das im Vergleich zum von dir anscheinend durchaus geschätzten Tolkien Peanuts sind, wenn man sich dessen Kapitel zur Sprache etc. im Anhang des HdR anschaut. Aber offensichtlich geht es dir ja nur und ausschließlich um die Stammbäume und deren Ästhetik.....


    Richtig, der HdR lebt auch davon, dass Tolkien eine komplett eigene Welt ink. Geschichte, Sprachentwicklung usw. geschaffen hat. Zu behaupten HEUTIGE Autoren würden sich nur noch nehmen, was sie brauchen, mag ja richtig sein, aber nur wenn man das erweitert auf „NAHEZU ALLE Autoren außer Tolkien gehen so vor.“ (bitte keine Gegenbeispiele posten, deshalb habe ich ja „nahezu“ geschrieben“

    @ Wurling
    Einverstanden, "verloren gehen" war jetzt der falsche Ausdruck (so toll scheint mein Sprachgefühl dann doch nicht zu sein :D ).
    Ich meinte dann eher wohl "transformieren", um ein übersetztes Produkt vorzulegen, dass der Vorlage entspricht. Aber dennoch geht das eben nicht 1:1 (völlig wertfrei gemeint, selbstverständlich wird ein Übersetzer mit seiner Arbeit einen Text auch aufwerten können, aber auch das könnte ich im Zweifelsfall ob meiner Englischkenntnisse nicht beurteilen), weil der Charakter der verschiedenen Sprachen einfach ein anderer ist. Am ehesten finde ich, kann man das bei Spichwörtern erkennen, wo in den verschiedenen Sprachen für denselben Sinn ein völlig anderes Bild gebraucht wird.
    Und da man als Muttersprachler eben in seiner Sprache agiert wie der Fisch im Meer, ist das Lesen in einer Fremdsprache für einen Laien wie mich immer ein Abstieg. (eher so Fisch im Meersesaquarium oder in meinem Fall Fisch in der Badewanne :D )
    Oder anders bebildert:
    Star Wars in einem Top-Kino ist ein echtes Erlebnis,
    aber wenn ich mich entscheiden muss, Star Wars entweder im Kino mit matten Farben und dumpfem Ton anzuschauen oder auf nem halbwegs großen Flatscreen, der Ton und Farben optimal transportiert, entscheide ich mich eben für die zweite Variante.

    Ich lese ausschließlich auf Deutsch, eben WEIL ich Sprachnuancen verstehen will, da diese für die Stimmung beim Lesen und die Art, wie ein Geschichte auf mich wirkt, ausgesprochen wichtig ist (in meinen Augen).


    Beispiel:


    Er flüsterte: „ich kann das nicht“, und trottete von dannen.
    Oder
    Er wisperte: „ich kann das nicht“, und schlich davon.


    Als Muttersprachler und jemand, der von sich behauptet ein gewisses Sprachgefühl in seiner Muttersprache entwickelt zu haben, erkenne ich ohne nachzudenken den Unterschied in den beiden Sätzen, einfach weil ich über den Gebrauch dieser ähnlichen Begriffe im Deutschen orientiert bin. Selbst wenn ich über Wörterbuch oder Wissen die englischen Äquivalente in einem englischen Satz finden würde, hätte ich nicht das Gefühl dafür, welches Bild der Autor durch seine Wortwahl erzeugen wollte (mal ganz abgesehen von der zweischneidigen und kontextabhängigen Bedeutung z.B. des Wortes „schleichen“. Ist das im Englischen gleich?).
    Ich würde den Satz lesen und aufgrund meiner Defizite lediglich den puren trockenen Inhalt aufnehmen können:


    Er sagte leise: „Ich kann das nicht“, und bewegte sich langsam weg.“


    Das ist zwar faktisch kein die Handlung beeinträchtigender Wissensverlust, aber ein atmosphärisches Bild lässt diese Art von lesen nicht in meinem Kopf entstehen.
    Natürlich ist mir klar, dass auch schon durch die Übersetzung des Verlages einiges verloren geht, aber niemals so viel, wie wenn ich das selbst „erledige“ und ich bin schon erstaunt, wie viele Fantasy-Leser in Englisch offensichtlich ein solch feines Sprachgefühl entwickelt haben, dass sie die Übersetzungen auch wirklich beurteilen können.
    Auch über den in einer Übersetzung fehlenden Witz kann ich ehrlich nichts Profundes sagen. Humor ist eine derart subtile Angelegenheit, dass ich mir einfach nicht zutrauen würde zu beurteilen ob ein Witz in einer fremden Sprache gelungen oder doch eher nur platt ist (gilt natürlich insbesondere für Wortwitze).

    Ich habe deshalb kein Problem mit dem Kauf der Daten, weil eben kein legales Unternehmen bestohlen wurde, sondern eine Schweizer Bank :D.
    Oder anders formuliert: diese Banken unterstützen AKTIV illegale Machenschaften in dem Wissen, dass der Staat, in dem sie sitzen, diese illegalen Geschäfte nicht behindern will und wird. Die Schweiz schafft damit einen rechtsfreien Raum, in dem andere Staaten keinerlei Möglichkeiten mehr haben, diese illegalen Geschäfte zu verfolgen. Und das ist der springende Punkt. Man kauft hier keine Daten über legale Geschäfte (wie in vielen "wohin-das-führen-kann-Szenarien) und der geschädigte ist keine Organisation, die diese Daten unwissend und ohne kriminelle Energie gespeichert hat. Und dabei spielt es auch keine Rolle, was die Schweiz von unserem Steuersystem halten mag. Sie stiftet Bürger eines Rechtsstaates an, fiskalische Gesetze zu brechen (und eben nicht zugunsten der Grundrechte in (z.B. China) zu kämpfen).
     
    Ginge es mit diesem Gebarren der Banken um Drogengeschäfte würde man hier von organisierter Kriminalität sprechen, ein Feld, dass man schon seit Jahren mit V-Leuten und Kronzeugenregelungen versucht aufzurollen (da fließt dann zwar kein Geld, aber der eine oder andere Mörder bekommt mit Sicherheit weniger als im zustünde). Hier bedient man sich nun eines Datendiebes.
    Selbstverständlich ist das eine Grauzone, aber der wehrhafte demokratische Staat hat das Recht sich zu schützen.

    Es wird sich nichts ändern, denn: Der SIEGER einer Wahl muss sich zuallerletzt Gedanken darüber machen, warum die Leute nicht wählen gegangen sind - es nutzt ihm ja.
    Im Spiegel von vor zwei Wochen (?) stand z.B. ein Artikel, in dem der Autor unserer Kanzlerin bescheinigt, einen die Politikverdrossenheit fördernden Wahlkampf als taktisches Mittel zu benutzen, da nach den Umfragen vor allem die (eigentlichen) SPD-Wähler gefrustet zu Hause bleiben würden, während der CDU-Wähler klassischerweise trotz Frust eher sein Kreuzchen setzt..........

    Zitat

    Original von janus


    Das Durchsetzen politischer Entscheidungen gegen die Mehrheitsmeinung der eigenen Klientel scheint mir kein Alleinstellungsmerkmal einer Partei zu sein. Die Grünen hatten den Afghanistaneinsatz, die SPD die Agenda 2010, die Union eine moderne Familienpolitik… … … Und ob ein solches Vorgehen aus demokratietheoretischer Perspektive ein Gütesiegel für eine Partei darstellt, sei mal dahin gestellt.



    Na ja, wenn die Union konservative Positionen aufgibt/aufweicht, muss sie nicht befürchten, dass eine andere (konservativere Partei) daraus Kapital schlagen kann (zumindest nicht in größerem Ausmaße). Und die Grünen? Wenn man sich deren anschaut, wie wenig denen die eine oder andere Entscheidung (eben Stichwort Militäreinsätze) geschadet hat, scheint der Grünenwähler mittlerweile ganz schön flexibel zu sein - Hauptsache das avantgardistisch-jugendliche Image ist trotz allem noch halbwegs intakt...... (klingt jetzt böser als es gemeint ist :rolleyes: )

    Ich finde man sollte die Partei wählen (und „man“ heißt in diesem Fall, dass ich das tue), die am ehesten in der Lage ist, auch Entscheidungen GEGEN die eigene Wählerschaft zu treffen, ganz einfach deshalb, weil sie diese Entscheidung für richtig und sinnvoll hält.
    Dass ich einige dieser Entscheidungen nicht besonders toll finde, muss man dabei schlucken. Dass sich das eine oder andere als falsch erweist, in der Regel auch, aber das passiert auch Parteien, die nur ihre Wählerschaft im Auge haben – nur ist es da eben zu einem guten Teil Opportunismus und auch Egoismus.........


    Wenn ich das so lese, könnte ich auch gleich schreiben, was ich wähle, aber was soll’s..... :D

    Habe den Film am Freitag gesehen und da ich mich davor bewusst nicht informiert hatte, war ich über die Einführung einer alternativen Zeitlinie dann doch überrascht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das wirklich toll finden kann.


    Dennoch mag ich den Film irgendwie. Allerdings sollte der Grundton gegen Ende meines Erachtens etwas düsterer sein. Immerhin hat man eine verheerende Niederlage erlitten. Sechs Milliarden Vulkanier sind tot, deren Planet vernichtet und zig Föderationsschiffe wurden zerstört. Dafür ist mir das am Schluss alles etwas zu "normal".


    Ich frage mich auch, ob das Konzept für die beiden Filme, die laut Verträgen noch kommen sollen, schon steht. ich könnte mir ja vorstellen, dass Spock am Schluss des dritten Films die Möglichkeit erhält, die alte Zeitlinie wieder herzustellen, aber von seinem älteren Ich die Informaion erhält, dass die Sache mit Uhura dann wohl nix wird. Wenn er sich dann für ersteres entscheidet ist die Geschichte abgeschlossen.


    Aber vermutlich hat man es nur gemacht, um nicht auf die Kontinuität achten zu müssen, was mich doch enttäuschen würde.

    War jetzt ebenfalls in dem Fim und finde ihn absolut gelungen: :)


    - Die Kürzungen gegenüber dem Comic sind mMn mit Sinn und Verstand ausgeführt worden
    - Optisch ebenfalls stark umgesetzt
    - hervorragender Cast (leider mit einer Ausnahme s.u.)
    - schöner Soundtrack ("Hallelujah" ist echt ein Brüller :D )


    Kritisieren könnte man evtl., dass mehr Wert auf explizite sichtbare Gewalt gelegt wurde und der Schluss im Prinzip zwar funktioniert, aber bei näherem Nachdenken doch den einen oder anderen Hänger hat, was jetzt aber nicht sooo ins Gewicht fällt, da Sinn und Aussage erhalten blieben.


    Einziger echter Kritikpunkt ist in meinen Augen die Besetzung von Ozymandias. Die Figur erschien mir im Comic sehr viel viriler und überlegener. Jemand, der tatsächlich massentauglich war und dem man das Idol/Popstarimage neben seiner Intelligenz auch abnehmen konnte.
    Hier hätte man vielleich Ensemblefilm Ensemblefilm sein lassen und diese Rolle mit einem in dieser Hinsicht eindeutig besetzten Star ausfüllen sollen: z.B Brad Pitt (Idol schlechthin) Matt Damon (Gutmenschimage) oder gar Tom Cruise (will beides darstellen).


    Der Schluss hätte doch so eine noch bessere Wirkung erzielt.......