Beiträge von Aldric

    Ich war von The Traitor Baru Cormorant auch so halbwegs begeistert.Das Problem liegt da für mich nur zum Teil an der distanzierten Erzählweise. Diese, zusammen mit dem Titel (Traitor!) führt für mich dazu, dass ich keine emotionale Bindung zu irgendeiner Figur entwickelt habe. Für mich waren die Figuren keine Charaktere sondern lediglich Bauernopfer, welche in der Regel das Buch eh nicht überleben werden. Und diese Wahrnehmung scheint vom Autor auch so gewollt zu sein. Zumindest erfüllt Dickinson diese Erwartungshaltung ja regelmäßig und durchbircht diese auch das ganze Buch über nicht. Die ganzen Momente, welche den Leser emotional aufwühlen sollten, haben mich daher relativ kalt gelassen.

    Hm. Das "Dramatis Personae" sieht ja ganz interessant aus (und listet angenehm wenig Figuren auf); von daher sollte ich vielleicht doch eher als geplant mal in ICEs Ausleuchtungsversuch der Anfänge des Imperiums reinschauen.


    @ Aldric, Osserc:


    Wenn ihr das Buch gelesen habt, sagt doch mal, wo ihr es im Vergleich zu Esslemonts sonstigen Werken einordnen würdet. Das würde mir die Entscheidung vermutlich ein bisschen leichter machen (oder auch nicht :D).


    Als eines seiner besseren (und ja, ich habe alle Malazanbücher von ICE gelesen).


    Es ist änlich fokusiert wie Night of Knives, d. h. eine überschaubare Anzahl an Charakteren und beschränkt sich zum Großteil auch nur auf einen Handlungsort. Die Geschichte ist nicht ganz das, was ich erwartet habe. Liest sich allerdings sehr flott, erinnert wegen des Alters der Protagonisten und den sich daraus ergebenden Themen manchmal mehr an ein YA-Buch als an Malazan und hat auch ein paar sehr humorvolle Stellen. Die jungen Kellavend und Dancer kommen zwar nicht ganz an Tehol und Bugg ran, aber der Humor ist schon sehr gelungen. Ist mir in den bisherigen Werken von ICE nicht so aufgefallen.


    Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen.

    Zum einen ist Fantasy mit asiatischem Einfluss bisher immer gefloppt, zum anderen ist Lius Erzählweise zu distanziert. Man lernt das Figurenensemble zunächst nur auf einer nach außen hin konzentrierten, exemplarischen Weise kennen, die eher Symbolcharakter hat, aber wenig Zwischenmenschliches enthält. Auch wenn eine Liebesgeschichte darunter ist.


    Liu ist ein guter Erzähler, der vor allem viel erzählt und weniger zeigt. Und das kann er gut, auch wenn es sprachlich jetzt nicht Besonderes ist.

    Laut seinen Aussagen im Reddit-AMA (http://www.reddit.com/r/IAmA/c…or_of_the_grace_of_kings/) ist das vom Autor auch so beabsichtigt. Er stemmt sich also ganz bewusst gegen den "show, don't tell"-Trend.


    Ich fand das Buch insgesamt sehr gut. Der Anfang ist wirklich etwas gemächlich, aber war für mich nicht langwierig oder gar langweilig. Das war aber auch schon bei Under Heaven und River of Stars von Guy G. Kay so. Ich habe keine Ahnung, ob dies für chinesiche oder davon inspirierte Epen die übliche Erzählweise ist?

    Ich habe am Wochenende da mal reingelesen. Wirkte schon ganz kurzweilig …
    Aber was mich davon abgebracht hat, war der Eindruck, dass Barnes Sachen wirklich eins zu eins von Bakker übernommen hat (inklusive Formulierungen).
    Klar, muss man nicht das Rad neu erfinden, aber eine kurzweilige Geschichte aus den Ideen anderer Leute zusammenzustückeln … das kann mich schon auf die Palme bringen.
    Vielleicht ist das ein unfaires Urteil (schließlich habe ich nur ein ungefähr Kapitel gelesen und natürlich gibt es auch Reihen, die als Abklatsch anfangen und dann noch richtig innovativ werden), aber erstmal ist das bei mir durchgefallen.

    Hmm... Barnes bedient sich bei der Reihe diverser fantasytypischer Elemente. Aber an Bakker habe ich mich beim Lesen der Reihe und gerade im ersten Kapitel überhaupt nicht erinnert gefühlt. Der Weltentwurf ist ja eigentlich auch komplett anders. Bakker lehnt sich zu Beginn stark an die Zeit des ersten Kreuzzugs an, Barnes bietet dagegen ein durchaus interessantes Fantasyallerlei mit diversen SciFi-Andeutungen. Ich habe mich bei der Lektüre eher an Steven Erikson und teilwese auch an Frank Herbert erinnert gefühlt. Hast du ein Beispiel für eine eins zu eins übernommene Sache?

    Gerade die Bücher von SE sind für mich tiefgründige Epic Fantasy.


    Ja, der Weltenentwurf von Barnes hat mir auch sehr gut gefallen und die Schreibe ist auch nicht schlecht. Und der Anfang des Buchs ist auch toll.
    Nur leider lässt das Buch mMn gegen Ende hin etwas nach. Und der einfach übermächtige Held nimmt dem Buch doch einiges an Spannung und führt zu einigen sehr konstruiert wirkenden Situation.
    Auch einige Storyentwicklungen waren dann doch etwas zu klischeehaft bzw. vorhersehbar.

    Hat schon jemand "Krieg der Drachen" von Michael A. Stackpole ( in englisch: At the Queen's Command - The Crown Colonies Book 1) gelesen und kann mir sagen, ob das etwas für jemandem wäre, dem "Düsterer Ruhm" und "Die Sage der verlorenen Welt" von Stackpole gefallen haben?


    Ich habe sowohl "At the Queen's Command" als auch den zweiten Band "Of Limited Loyalty" gelesen und finde die Reihe bisher sehr gut. Sie erinnert mich dabei mehr an "Die Saga der verlorenen Welten", als an "Düsterer Ruhm".
    Das Setting ist aber wesentlich moderner, als in den anderen beiden reihen von Stackpole. Die Crown Colonies sind eben sehr stark an diebritischen Kolonien in Nordamerika und deren Entwicklung hin zur USA angelehnt.
    Teil eins befasst sich, wenn auch mit einigen fantastischen Elmenten (inklusive Magie, Lindwürmern und Zombies), zum Großteil mit dem amerikanischen Teil des siebenjährigen Kriegs. Auch "Der Letze Mohikaner" scheint eine der Inspirationsquellen für das Buch gewesen zu sein. Der zweite Band dagegen ist eher eine typische Fantasygeschichte mit bösen Dämonen, welche die Kolonien bedrohen.
    Wenn dir das Setting zusagt und dir "Düsterer Ruhm" und "Die Saga der verloren Welt" gefallen haben, ist die "Crown Colonies"-Reihe aber wirklich sehr zu empfehlen.