Beiträge von Fantasyblogger

    Dass mit den schwachen Programmen sehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Weinend, weil es in der Tat leicht ist, nur eine kurze Leseliste aufzustellen. Lachend, weil ich derzeit eh nur phasenweise zum Lesen komme und dabei natürlich nicht nur zu phantastischer Literatur greifen möchte.

    Der einzige Bucharchivierer, den ich kenne, der das mit einer recht ordentlichen (wenn auch keiner 100%igen) Trefferquote hinkriegt, wohnt in meinem Kopf. Und nein, der ist nicht zu verkaufen. ;)


    Wie gut, dass wir in der Zeit der "Shareconomy" leben und du dein Wissen mit uns teilst.

    In der Tat ist es sehr ärgerlich, dass sich Iggulden bei so vielen einfach zu recherchierenden Dingen keine Gedanken gemacht hat. So lässt er die Flotte gen Griechenland von Ostia aus auslaufen, sodass sie Italien einmal umrunden müsste, statt von Brundisium zu starten, wie es historisch war.

    Als ich dieses Schreiben erhalten habe, war ich auch erst einmal baff. Dann habe ich mich geärgert, weil ich mich in meiner Berufsehre gekränkt gefühlt habe (Geld verdiene ich mit meinen Rezis nicht, gehe aber so daran wie an meine sonstige Arbeit). Es hat etwas Bevormundendes und passt gut in eine Zeit, in der sich PR- und Pressemitarbeiter immer mehr herausnehmen (und erschreckend oft damit durchkommen).
    Ich habe aber auch daran gedacht, dass es eben auch viele schlechte Blogs und viele dreiste Anfragen von Menschen gibt, die kostenlos Bücher abgreifen wollen oder auch viele Anfragen an Verlage, "ob sie nicht mal ein Exemplar schicken können" und die zum Teil keine Ahnung haben, wie sie ein Buch besprechen sollen. Für diese Anfragen ist eine vorgefertige Antwort praktisch (der Bevormundungsteil bleibt aber auch in diesem Fall problematisch).
    Das Hauptproblem ist aber, dass das Schreiben pauschal verschickt wurde und dass nicht zwischen denen differenziert wurde, die die formalen Dinge ("Regeln" und "Aufbau") eh kennen und beherzigen und denen, die nicht wissen wie es läuft.


    P.S. Am Ende habe ich das Schreiben einfach ignoriert und weiter wie bisher gemacht. Mein Verhältnis zu den Presseabteilungen der Verlage war vorher schon unkompliziert und ist es noch immer.

    In den letzten Monaten habe ich mir die Ancient Blades-Trilogie von David Chandler zu Gemüte geführt. Eigentlich kann ich das recht kurz machen. Ein Dieb, der seine kleine Welt zu retten hat - mal wieder. Zuerst die klassische Diebes-Gilden-Irgendwas-Geschichte, die sich im Verlauf der weiteren Bücher in epischer Breite entwickelt. Das Ganze gepaart mit angenehmen Humor und den "magischen Schwertern" (Ancient Blades) und ihren Trägern war das eine ordentliche Geschichte, die mir durchaus Spaß gemacht hat, auch wenn ich gelegentlich das Gefühl hatte ein Auge zudrücken zu müssen, um nicht zuviel nachzudenken. ;)

    Ich fand die Geschichte so schrecklich konventionell und reizlos, dass ich abgebrochen und nicht einmal einen Verriss geschrieben habe.


    Nacht über Villjamur - Mark Charan Newton
    Auf das Buch war ich sehr gespannt. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte eine etwas noch "außergewöhnlichere" Geschichte erwartet. Letztlich war der Plot dann doch eher klassisch (aber nicht im Sinne der klassischen High-Fantasy-Schinken), obwohl die Idee, die Geschichte in die Zeit einer beginnenden EIszeit zu legen, ich sehr reizvoll finde und auch sehr "erfrischend". Villjamur ist eine Stadt, die sich für die kommende Eiszeit versucht zu rüsten und natürlich auch einige mächtige Einwohner die Gunst der Stunde nutzen wollen, um ihre Macht zu festigen.
    Interessant fand ich auch die Anspielungen, auf die Ausnutzung/Ausbeutung von Menschen und Rohstoffen, die man schon immer und gerade heutzutage verfolgen kann.
    Die Charakterentwicklungen sind soweit ganz gut gelungen, aber mir fehlt ein wenig die "Konsequenz" der Schicksale der Protagonisten, die nicht so recht zur Geamtatmosphäre passen will.
    Letztlich mußte ich während dem Lesen immer wieder an Daniel Abrahams "Die magischen Städte" denken, aber ohne dass "Nacht über Villjamur" mich restlos überzeugen konnte. Trotzdem war ich ganz zufrieden und werde den zweiten Band sicher lesen, auch wenn ich das Wort "Bistro" in einem solchen Buch nicht lesen will und ein geführtes und niedergeschriebenes "Interview" zwischen einem Geschichtsschreiber und einem Kanzler mich in einer solchen Geschichte eher verstört.

    Definitiv noch nicht der große Wurf, man merkt die fehlende Routine des Autors. Dennoch hat es mir insgesamt gefallen und war originell genug, um den zweiten Band im Herbst anzugehen. Der erste Band soll übrigens im Original noch einmal in überarbeiteter Fassung erscheinen.

    bei mir: Robert Harris- Titan (nachdem ich am Wochenende schon "Imperium" verschlungen hatte..)

    "Titan" hat mir fast noch besser gefallen als Imperium, auch wenn man über die Charakterisierung Cäsars streiten kann. Auch wenn man den historischen HIntergrund kennt, liest es sich wie ein Polit-Thriller, über dessen Ausgang man rätselt.

    Es braucht vor allem Menschen, die viele Menschen erreichen und von anderen Menschen ein Forum bekommen, weil sie sich bereits einen Namen gemacht haben. Ich hoffe, dass dank Scheck mehr Menschen checken, wie phantastisch Phantastik sein kann.

    Die Fragen lassen sich nur schwer allgemeingültig beantworten. Mich persönlich stört es sehr, wenn jede Kleinigkeit auch noch für den - freundlich gesagt - unaufmerksamsten Leser aufgelöst oder transparent gemacht wird. Das ist vor allem peinlich, wenn es über einen überflüssigen Dialog geschieht. Paradebeispiele bieten Krimis, in denen Polizisten permanent Schlussfolgerungen treffen müssen, die für einen Profi auf der Hand liegen.
    Bei Fantasy kommt in manchen Fällen aber etwas anderes ins Spiel: Wenn der Leser aus Unkenntnis über die Verhältnisse in der Welt eine Leerstelle nicht füllen kann, sollte der Autor sie füllen.

    Der erste Eintrag im Forum ist lustig. Da wird gelobt, dass ein Blog manchmal Dinge besser zusammenfasst, dabei ist das Zitat des Blogs einfach nur von der Homepage der Phantastischen Akademie kopiert. :pfeif:


    Marengos Einschätzung des Seraph teile ich - es ist ein Branchenpreis, also einer, mit dem sich die Branche selbst feiert. Gleichzeitig soll er vor allem der Außenwerbung dienen. Und da dürfte noch viel zu tun sein. Denn auch wenn sich Oliver Graute im Interview zum Seraph , das er mir gegeben hat, ganz zufrieden mit dem Medienecho zeigte, muss bei der Pressearbeit noch mehr geschehen. Denn wenn es darum geht, das Image der Phantastik zu verbessern, müssen die erreicht werden, die Vorurteile gegen das Genre hegen und nicht die, die die dazugehörige Literatur bereits mögen. Der Artikel im Tagesspiegel kann da nur der Anfang sein.