Beiträge von Wulfila

    Allen Forumosen ein frohes neues Jahr 2015, das hoffentlich viel gute Lektüre bringt und in dem es vor allem für diejenigen, für die 2014 kein gutes Jahr war, wieder aufwärts geht. :wink:

    Da es ja explizit um englische Cover ging ist das italienische hier aber nicht so richtig spannend


    Bevor sich die Diskussion noch weiter in Wortklaubereien und Details verliert, ein Vorschlag: Vielleicht könntest du einmal ganz klar darlegen, was genau dich abgesehen von Einzelheiten wie einer vielleicht unglücklichen Wortwahl oder der aus deiner Sicht mangelnden Aussagekraft konkreter Fallbeispiele überhaupt so sehr daran stört, dass generell auf "whitewashing" aufmerksam gemacht wird oder dass speziell Le Guin bei ihren eigenen Büchern nicht gut findet, dass oft eine diesbezügliche Diskrepanz zwischen Inhalt und Cover besteht. So ganz ist mir bisher nämlich noch nicht klar, was genau dir daran derart sauer aufstößt.


    Es durchaus machbar die Cover einer Autorin zu suchen und zu schauen ob man eine bestimmte Art Bild findet.


    Aber angesichts von Le Guins umfangreichem Œuvre und der Übersetzungen in verschiedenste Sprachen wahrscheinlich auch eine recht zeitintensive und umfangreiche Aufgabe.


    P.S.: Nur als Beispiel, da es dir ja wichtig ist, dass du nirgendwo auf einem Le-Guin-Cover eine problematisch dargestellte blonde Frau entdeckt hast: Guck dir mal die italienischen Erdsee-Cover an.


    Ich habe einige Schwierigkeiten mit solchen Aufzählungen anekdotischer "Beweise" für irgendwas. Zum einen habe ich keine Möglichkeit in vertretbarer Zeit herauszufinden wieviele Bücher die Hautfarbe der auf dem Cover dargestellten Personen korrekt wiedergeben und wieviele nicht.


    Aber dennoch nimmst du an, dass eine schnelle Googlesuche zu Le-Guin-Covern dir eine mindestens ebenso gute Basis für ein Urteil verschafft, wie die Autorin selbst sie hat? Das vermittelt den Eindruck, dass du bei dem, was du als "Beweis" oder sagen wir lieber Beispiel für ein bestimmtes Phänomen oder seine Abwesenheit gelten lässt, sehr unterschiedliche Kriterien anlegst, je nachdem, ob das besagte Beispiel gerade deine eigene Argumentation stützt oder nicht.

    McClane : Der Gruselfaktor hat teilweise etwas von klassischer Spukgeschichte (ich habe mich oft atmosphärisch ein bisschen an Literatur des 19. Jhs. erinnert gefühlt, vom "Schimmelreiter" über E.T.A. Hoffmann bis hin zu Elizabeth Gaskells "The Old Nurse's Story" vielleicht), dann wieder eher etwas von durchaus emotional an die Nieren gehendem Fantasygrusel mit Monstern aller Art (die manchmal äußere Bedrohung, manchmal unerwartet nahe sind). Was die Geschichten für mich auszeichnet, ist, dass immer auch eine gewisse philosophisch-psychologische Komponente mitschwingt - natürlich kann man sie auch einfach als unterhaltsamen spannenden Grusel lesen, aber mit leichter Hand werden nebenbei sehr spannende Fragen über das moralisch richtige Handeln und die menschliche Psyche aufgeworfen. Alles in allem ist es eine sehr gelungene Anthologie, sofern ich das als parteiische Testleserin sagen darf. :)

    Kah-thurak : In diesem Blogpost geht es allgemein um das Phänomen, und unter anderem wird auch erwähnt, dass Le Guin schon seit Jahren unglücklich mit der Covergestaltung ihrer Bücher ist (es sind auch einige Erdsee-Cover als Beispiele abgebildet); vermutlich wollte sie in diesem Fall einfach ein gelungenes Beispiel hervorheben, weil sie in so vielen anderen Fällen nicht zufrieden war. Dass andere Autoren es ggf. bei ihren eigenen Büchern anders sehen, zeigt eine Antwort einer Autorin auf den verlinkten Blogpost.

    Kah-thurak : Wie gesagt, über die Wortwahl kann man sicher streiten, aber Le Guins Aussage, dass die Cover ihren Büchern überwiegend inhaltlich nicht gerecht werden, weil für sie als Autorin wichtige Details von Personenbeschreibungen anscheinend mutwillig ignoriert werden, sollte man als Außenstehender vielleicht nicht einfach anzweifeln - sie wird selbst am besten wissen, wie sie ihre Figuren angelegt und welche Aspekte des Äußeren sie betont hat und inwieweit diese Aspekte in den bildlichen Darstellungen zum Tragen kommen oder nicht. Wenn ihr nun im Laufe ihrer langen Karriere wiederholt aufgefallen ist, dass Personen fälschlich als weiß dargestellt werden, und sie das in Beziehung zu einem größeren Kontext des "whitewashing" setzt, dann ist es nicht unbedingt zielführend, darauf zu verweisen, dass ja nicht bei all ihren Covern das Problem besteht (sie räumt ja selbst ein, dass es Ausnahmen gibt). Ihr vorzuwerfen, nur ein wohlfeiles Modethema aufzugreifen, halte ich für verfehlt.

    Kah-thurak : Le Guin benennt doch aber selbst einen Grund für ihren Unmut über die Covergestaltung bei vielen ihrer Bücher (wobei sie ja durchaus anerkennt, dass es Ausnahmen gibt):


    Zitat

    With very rare exceptions, the cover art of my books in both America and England has utterly ignored specific descriptions in the text and portrayed the characters as white.


    Darüber, ob ihre geharnischte Wortwahl weiter unten glücklich ist oder nicht, kann man sich sicher streiten. Das entwertet aber nicht ihre Kritik an sich, die ja auf Beobachtungen zu ihrem Gesamtwerk und nicht zu diesem einen Buch allein fußt.

    Meine Einschätzung zu den Geschichten selbst kennst du ja schon. ;)


    Zum Format: Ich mag handliche Bücher gern (sowohl Taschenbücher als auch kleine gebundene Bücher) und bedaure auch, dass es in der Fantasy diesen Drall weg vom Taschenbuch zum Trade-Paperback gibt, insofern wäre das normale Taschenbuchformat mir lieber.

    Und ich frage mich, ob die ein schwarzes Loch irgendwo haben oder eine Art Zweitverwertung auf ebay


    Vielleicht auch nur den ein oder anderen findigen Mitarbeiter, der gern mal nachguckt, was eigentlich in all den schönen Paketen ist, und bei Eigenbedarf eine Phantasienummer angibt? Und, doch, so böse denkt man irgendwann, wenn sich bei einem bestimmten Unternehmen solche Fälle häufen ...


    Aber dir und Arha weiterhin viel Glück, damit alles, was ihr bestellt habt, doch noch heil ankommt!


    Allerdings frage ich mich doch, ob die "Hobbit" - Filme einen solchen Foschungsaufwand rechtfertigen. Mein Eindruck {der natürlich falsch sein kann} ist jedenfalls, dass die Streifen keinerlei signifikante Auswirkungen gehabt haben - weder in der amerikanischen Filmindustrie, noch in der Populärkultur ganz allgemein, noch im engeren Bereich der SFF. Ganz anders als das bei den LotR - Filmen der Fall war.


    Natürlich schwimmen die Hobbit-Filme irgendwo im Kielwasser der HdR-Filme, aber immerhin sind sie gerade aktuell und kommerziell recht erfolgreich (anscheinend mehr als die ersten beiden HdR-Filme). Insofern sind sie wahrscheinlich nicht die schlechtesten Forschungsobjekte, wenn man eine möglichst große Anzahl von Meinungen zu einem Fantasyfilm zusammentragen möchte, und verhelfen vielleicht auch zu einer Momentaufnahme, wie sich das, was die HdR-Filme an Fantasybegeisterung losgetreten haben, inzwischen konsolidiert hat (oder auch nicht). Denn bei dem Forschungsprojekt scheint es ja weniger um eine Analyse der Filme selbst zu gehen (dazu bräuchte man keine Massenumfrage), sondern eher um die Wahrnehmung durchs Publikum.