Beiträge von Raskolnik

    Hat mir gut gefallen, wie Leiber den Kampf mit Devadoris schildert. Da hat er sich durchaus etwas einfallen lassen, damit es sich nicht so gewöhnlich liest.

    Könntest du da etwas genauer werden? Was fandest du daran besonders originell?

    Ich selbst finde die Kampfszene okay und mag vor allem die höhnisch-makabren Einwürfe Ahuras, aber die Fecht-Schilderung selbst wirkt jetzt nicht so außergewöhnlich auf mich.

    Ich bin mir nicht 100%ig sicher, aber das mit der Belagerung von Tyros könnte ein Überbleibsel des ursprünglichen Konzeptes der Fafhrd & The Gray Mouser - Geschichten sein. Leiber wollte seine Helden anfangs Abenteuer in unterschiedlichen historischen Epochen erleben lassen, sie also quasi zu Zeitreisenden machen. Die zweite Story z.B. sollte im Rom der julisch-claudischen Dynastie spielen.

    Was mich sofort beeindruckt, ist das ungeheuer effektive World Building auf engstem Raum. Direkt auf der ersten Seite. Personen und Personengruppen werden genannt – mit ihrem Beruf, einer Andeutung, die sie räumlich einordnen und eine Qualität oder Handlung. In diesem Absatz fange ich sofort an, im Kopf alle möglichen Verknüpfungen zu ziehen. Ich liebe das.

    Was mir daran so besonders gut gefällt ist, dass Leiber dabei das Bild einer äußerst bunten, kosmopolitischen Welt heraufbeschwört. Aus gutem Grund denke ich hat er sich als Hintergrund für diese erste Novelle das Kleinasien der hellenistischen Epoche ausgesucht mit seiner wilden Durchmischung von Völkern und Kulturen. Seine Fantasy hat vom ersten Moment an einen "urbanen" Charakter.

    Freut mich, dass es euch beiden bislang so gut gefällt. "Adept's Gambit" hat seit jeher einen besonderen Platz in meinem Herzen, und das Eröffnungskapitel spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle. Aus genau den Gründen, die ihr genannt habt.


    Interessant finde ich ja die Erwähnung der "Elder Gods" im Zusammenhang mit Fafhrds Lachen. Leiber war ein großer Bewunderer Lovecrafts, und das könnte eine Anspielung auf dessen Mythos sein. Allerdings erinnert mich die Charakterisierung dieser Götter {"observing their creature man and noting their omissions, miscalculations and mistakes"} eher noch an Lord Dunsanys "Gods of Pegana".


    Elric Der "direkte Einstieg" ist in der frühen Sword & Sorcery eigentlich der Normalfall. Da hast du praktisch nie irgendwelche langwierigen Einführungen der Helden oder des Settings. Allerdings liefert Leiber viele Jahre später dann doch Hintergrundsstories für Fafhrd und den Gray Mouser nach.

    Fianna Jo, das sollte dann wohl das richtige sein. :)

    Elric Hey there, Höllenfürst! Fänd ich cool, wenn du auch mitmachen würdest. Auf deine Fragen weiß ich allerdings auch keine richtige Antwort. Habe so was nämlich auch noch nie gemacht. Aber nachdem Fianna nun ihr Buch bekommen hat, werden wir hier wohl in näherer Zukunft einen Termin für die erste Story ausmachen. Und die Geschichten sind in den meisten Fällen ja nicht so lang, kann man also vielleicht auch zwischendurch mal einschieben.

    gero Na ja, solange ist es auch noch nicht her, dass ich dank eines Artikels auf "Black Gate" Bekanntschaft mit Clifford Ball geschlossen habe. Vorher war mir der ebenfalls völlig unbekannt. Und da viele alte "Weird Tales" - Ausgaben im Internet Archive frei zugänglich sind, kann man sein Wissen da schnell und bequem auffrischen ...


    By the way: Du wolltest doch auch mal einen etwas ausführlicheren Artikel über die Geschichte der Sword & Sorcery schreiben. Mir ist klar, dass das momentan wohl eher nicht möglich sein wird, aber irgendwann würde ich den wirklich sehr gerne mal lesen. ;)


    Ich fände es schon gut, mit "Adept's Gambit" anzufangen, denn diese Novelle ist ja tatsächlich so was wie die Geburtsstunde von Fafhrd und dem Gray Mouser und unterscheidet sich schon durch das Setting {nicht Nehwon, sondern die Erde} recht deutlich von allem, was später so kommen sollte.

    Ich sollte vielleicht noch mal kurz was zu der Story-Liste sagen.

    James hatte mich gefragt, was ich als nächstes in meiner Blogpost-Reihe behandeln würde. Und da konzentriere ich mich {zumindest vorerst noch} auf die Anfänge der Sword & Sorcery. Darum werde ich mich halt auch bei Fritz Leiber auf die frühesten Fafhrd & The Gray Mouser - Stories beschränken, auch wenn ich selbst viele seiner späteren Geschichten besser bzw. interessanter finde.

    Aber wir müssen das hier natürlich nicht so handhaben.


    Die Heyne-Bände hab' ich auch, werde aber nach Möglichkeit im englischen Original lesen.

    @Timpi


    Auch von mir noch einmal ein herzliches Dankeschön für all die Arbeit, die du reingesteckt hast, um uns allen ein so schönes Wochenende zu bescheren.


    Und der Duke ist kein guilty pleasure! ;) Viel Spaß mit eurem J-W-Abend!

    Auch ich bin schon seit einiger Zeit wieder in meiner Heimatbasis angekommen. Die Rückfahrt ging -- oh Wunder -- völlig glatt. Eigentlich sogar glatter, als sie hätte gehen dürfen, denn ich musste nur deshalb nicht eine knappe Stunde auf einen Bus in meine heimatlichen Hügel & Wälder warten, weil der, in den ich ohne jede Verzögerung springen konnte, 5-10 Minuten Verspätung hatte. So was kann also auch von Vorteil sein ...


    Auch wenn vieles ja nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt hatte, war das Treffen wirklich sehr sehr schön.

    Der Witz, vor dem solche schelmischen Schurkengeschichten eigentlich sprühen sollten, wirkt mir hier zu gezwungen und distanziert. Das hat Suzanne Collins bei Jonathan Strange & Mr Norrell besser hinbekommen.


    Könnte es sein, dass du das was verwechselt hast? Suzanne Collins hat die "Hunger Games" geschrieben. "Jonathan Strange & Mr. Norrell" stammt von Susanna Clarke. Und würdest du diesen Roman wirklich als eine "schelmische Schurkengeschichte" beschreiben? Ich bin etwas verwirrt ...

    Erst einmal vielen Dank an alle, die etwas zu meiner Anfrage geschrieben haben. -:)


    Und ja, Gerd, mir hatten in der Tat Bücher vorgeschwebt, die während einer der realen Revolutionen der Vergangenheit spielen. Wobei es natürlich auch eine sein darf, die nicht von mir genannt wurde. Wie wär's z.B. mit dem Deutschen Bauernkrieg? Das könnte ich mir recht spannend vorstellen.
    Der Hintergrund meiner Frage war folgender: Ich selbst finde die Geschichte von Revolutionen einfach ungemein faszinierend, und da habe ich mich gefragt: Warum versuchen historisch-phantastische Romane oder Erzählungen eigentlich so selten, diesen in meinen Augen unglaublich reichen Fundus zu nutzen? Habe mir überlegt, vielleicht einen Blogpost zu dem Thema zu schreiben. (Anlässlich des 14. Juli :D )
    Aber da mein Wissen um die phantastische Literatur aufs Ganze gesehen eben doch eher bruchstückhaft ist, wollte ich mal von euch Forumosen nachprüfen lassen, ob mein Eindruck überhaupt richtig ist. Scheinbar ist er es, oder? :nixweiss:


    Ach übrigens: Ich hab' mal kurz nach dem "Werwolf von Paris" gegoogelt. Wenn ich Wikipedia glauben darf, spielt der nicht während der Französischen Revolution (also der mit der Guillotine), sondern während des Aufstands der Pariser Kommune von 1871, was ich natürlich noch ein bisschen spannender finde. Ich werde auf jedenfall versuchen, mir das Buch bei Gelegenheit mal zu organisieren. Danke für den Hinweis!

    Danke, aber die Napoleonischen Kriege meinte ich jetzt nicht unbedingt, auch wenn sie sicher Teil einer "revolutionären Epoche" waren. Da gibt's einige Bücher, die mir zumindest dem Titel nach bekannt sind.
    Grade wieder eingefallen ist mir übrigens der erste Teil von Michael Moorcocks "Pyat Quartet": "Byzantium Endures".

    Kennt hier jemand historisch-phantatische Romane oder Erzählungen, die in einer revolutionären Epoche angesiedelt sind?


    Ich weiß, es gibt ein paar Steampunk-Bücher, die während des Amerikanischen Bürgerkriegs spielen, und ein paar der frühen Werke der sowjetischen Phantastik sind in der Zeit unmittelbar nach dem Bürgerkrieg angesiedelt (oder benutzen diese zumindest als Ausgangspunkt), aber davon einmal abgesehen: Englische Revolution, Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, eine der Französischen Revolutionen, Mexikanische Revolution, Russische Revolution, eine der Deutschen oder der Chinesischen Revolutionen, Spanischer Bürgerkrieg usw usf.?


    Mir fällt da spontan nichts ein. Die Hitze ist allerdings auch grade drauf und dran, mein Gehirn aufzulösen ...

    Mir war Wolfgang Jeschkes Name schon geläufig, und ich hatte auch eine vage Ahnung von der wichtigen Rolle, die der Mann in der Geschichte der deutschsprachigen SF-Literatur gespielt hat, doch verbinden sich für mich mit ihm keine starken persönlichen Erinnerungen oder Gefühle. Das mag viel damit zu tun haben, dass ich mich in der ersten Phase meiner Liebe zur Phantastik {in den 80er Jahren} so gut wie ausschließlich im Reich der Fantasy herumgetrieben habe. Die Science Fiction - und das war doch wohl Jeschkes eigentliche Domäne - habe ich damals wohl ganz bewusst verschmäht.


    Mit Christopher Lee sieht es etwas anders aus.
    Da ich keine besonders hohe Meinung von Peter Jacksons Tolkien-Verfilmungen habe {von den Star Wars - Prequels gar nicht erst zu reden}, sind es gerade nicht seine Rollen als Saruman oder Count Dooku, die für mich wichtig sind.
    Wenn Gerd schreibt, dass mit Jeschkes Tod eine Epoche zu Ende gegangen sei {was wohl stimmt}, so gilt in meinen Augen dasselbe für Lees Tod. Mit ihm ist - nach Vincent Price und Peter Cushing - der letzte der großen Heroen des klassischen Horrorfilms von uns gegangen. Er war für mich einer der letzten Vertreter einer Schauspieltradition, die es so im phantastischen Film {und wohl nicht nur da} heute nicht mehr gibt. Der Christopher Lee, um den ich trauere, das ist nicht Saruman, sondern der Star des Brit-Horrors der 60er Jahre; das ist Lord Summerisle aus "The Wicker Man" (1973) - dem Kronjuwel des "Folk Horrors" der späten 60er und frühen 70er und einem meiner absoluten Lieblingsfilme -; das ist der Schauspieler, der noch im Jahr 2000 in "Ghost Stories for Christmass" an einem faszinierenden {wenn auch nicht durchgehend gelungenen} Versuch mitwirkte, die klassischen Spukgeschichten des großen M.R. James erneut auf filmerische Weise lebendig zu machen. Und das sind nur einige Beispiele für sein Wirken.